Zwar kein Sieg in Silverstone, aber immer noch in der Gesamtwertung vorne: Brawn

Formel 1 2009

— 22.06.2009

Warum Brawn den FOTA-Weg wählt

Brawn und die Teamvereinigung FOTA: Keine Rückendeckung von einem Hersteller, aber Loyalität gegenüber Ferrari und Mercedes

Als sich Williams und Force India aus der Riege der FOTA-Teams verabschiedeten und dich bedingungslos für die Weltmeisterschaft 2010 einschrieben, schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann auch Brawn einen solchen Schritt unternimmt. Doch die aktuellen Weltmeisterschafts-Führenden stehen nach wie vor eng zum Teambündnis, welches damit droht, für 2010 eine eigene Serie auf die Beine zu stellen.

Die Teamvereinigung FOTA besteht zum Großteil aus Werksmannschaften, die sich nicht von FIA-Präsident Max Mosley vorschreiben lassen wollen, wie viel Geld sie pro Jahr ausgeben dürfen. Die geplante Budgetgrenze würde in solchen Teams eine massive Entlassungswelle auslösen. Auch bei Red Bull mag man die Limitierung der Ausgaben nicht. Mit unglaublichem Aufwand hat man es immerhin jetzt gerade geschafft, an die Spitze zu kommen. Ein Budgetlimit würde diesen Weg in Gefahr bringen.

Etwas anders ist die Situation bei Brawn. Man hat weder einen großen Automobilhersteller noch einen Milliardär vom Schlage eines Dietrich Mateschitz im Rücken. "Wir haben nichts in der Hinterhand und Ross Brawn und ich haben auch nicht viel Geld. Daher macht uns die Entwicklung natürlich mehr Sorgen als anderen", sagte Geschäftsführer Nick Fry. "Wir hätten uns nicht der FOTA angeschlossen, wenn wir nicht sicher wären, dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt."

Eigentlich wäre Brawn prädistiniert, den gleichen Weg zu wählen wie Williams. Aber im Hintergrund spielen andere Gründe eine gewichtige Rolle. "Die Hersteller haben uns im vergangenen Winter unterstützt", so Fry. "Ferrari und Mercedes haben uns ungefragt sofort Motoren angeboten. Sie wollten, dass wir überleben. Wir müssen denen gegenüber loyal sein. Wir machen uns zwar Gedanken um die Situation, aber wir haben deswegen keine schlaflosen Nächte."

Man sei sich bis Ende der vergangenen Woche nicht ganz sicher gewesen, welchen Weg man einschlagen sollte, gab der Brawn-Geschäftsführer zu: "Wir haben viel darüber diskutiert. Am Donnerstag haben Ross und ich eine schwerwiegenede Entscheidung für unser Privatteam gefällt, aber wir beiden waren uns einig." An jenem Abend beschlossen die FOTA-Teams die weitere Planung ihrer New Formula. Für Brawn war dies die letzte Haltestelle vor der Endstation "Piratenserie".

"Wenn man sich das mal genau betrachtet, stellt sich am Ende nur eine einzige Frage: Gegen wen willst du eigentlich fahren? Die Antwort war für uns ganz einfach, denn wir wollen gegen die Besten fahren", erklärte Fry. "Und die Besten sind nun einmal in der FOTA. Wir hätten kein Spaß daran, die Neulinge in der Formel 1 zu besiegen. Wir wollen Ferrari besiegen, wollen Red Bull schlagen und gegen die besten Autohersteller gewinnen."

Fotoquelle: xpb.cc

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