Werbung: Die rot-gelbe Muschel wird auf vielen Rennstrecken aufgemalt

Formel 1 2009

— 22.06.2009

Interview: Wenn Ferrari geht, geht Shell mit

Sollte sich Ferrari gemeinsam mit den anderen FOTA-Teams in der New Formula engagieren, würde Technikpartner Shell die Formel-1-Zelte abbrechen

Sollte die New Formula der Teams der Vereinigung FOTA im kommenden Jahr tatsächlich Realität werden, dann würde die Formel 1 nicht nur große Teamnamen und Starpiloten verlieren, sondern auch einige prominente Sponsoren. Beispiel: Shell. Der Mineralölkonzern ist technischer Partner von Ferrari, platziert allerdings über Streckenbranding und TV-Spots auch teure Werbung im Umfeld der Grands Prix. Shell-Sponsoringmanager Richard Bracewell erklärte im Interview mit 'Motorsport-Total.com', wie sich sein Unternehmen im Falle einer Spaltung verhalten wird.

Frage: "Richard, Shell ist im Fahrerlager seit Jahren prominent vertreten. Sollte es zur Spaltung kommen, würden sie dann der FIA oder Ferrari folgen?"
Richard Bracewell: "In erster Linie Ferrari. Wir pflegen seit vielen Jahren eine enge Beziehung zu Ferrari. Dabei geht es nicht nur um Markenbekanntheit innerhalb der Formel 1 für uns, sondern es ist auch eine Technologiepartnerschaft. Daher würden wir uns dem Weg von Ferrari anschließen. Es wäre natürlich für uns schwierig, irgendwo Streckenwerbung zu finanzieren, bei einem Rennen, an dem Ferrari möglicherweise gar nicht teilnimmt."

Frage: "Das gilt dann nicht nur für die Werbung an der Strecke, sondern auch für ihre Businessgäste beim Grand Prix und auch zum Beispiel bei Anzeigen im offiziellen Programmheft der Formel 1?"
Bracewell: "Wir bringen die Gäste ja nur zur Strecke, weil wir unsere Technologiekompetenz in der Zusammenarbeit mit Ferrari zeigen möchten. Es ist nicht so, dass die nur vorbeikommen und sich das Rennen anschauen. Wir wollen denen im Rahmen dessen auch zeigen, wie wir mit Ferrari zusammenarbeiten."

Frage: "Seit wann hat sich aus Ihrer Sicht dieser Disput angekündigt. Der kam für Sie doch nicht aus heiterem Himmel, oder?"
Bracewell: "Wir haben schon gewusst, dass es ernsthafte Differenzen zwischen Ferrari und der FIA sowie der FOM gibt. Wir haben das aber nur von außen beobachten können. Wir waren in all die Diskussionen nicht involviert."

Frage: "Würden Sie im Falle eines Falles auch Verträge mit anderen FOTA-Teams schließen?"
Bracewell: "Das kann man jetzt noch nicht sagen. In erster Linie geht es uns darum, im Zusammenspiel mit Ferrai die Qualität unserer Produkte darzustellen. Es geht uns weniger darum, einfach nur Lieferant einiger Teams zu sein."

Frage: "Kann man sagen, dass Sie sich in der aktuellen Situation Sorgen machen?"
Bracewell: "Ja, natürlich. Wir alle machen uns Sorgen. Der Sport erfährt zurzeit einfach nicht die nötige Aufmerksamkeit, aus unserer Sicht ist leider auch das Thema Technologie in den Hintergrund gerückt. Es geht zurzeit einfach viel zu sehr um Politik. Wir hoffen auf eine schnelle Lösung."

Frage: "Wird das Image des gesamten Sports beschädigt?"
Bracewell: "Für den Sport ist das ganz bestimmt nicht gut. Es hat aber auch früher schon einmal solche Situationen in der Formel 1 gegeben, unser Engagement läuft ja schon seit rund 60 Jahren. Wir hoffen einfach darauf, dass man jetzt endlich eine Lösung findet und alle wieder mehr über den Sport sprechen."

Frage: "Würde sich im Falle einer Spaltung auch bei der Fernsehwerbung von Shell etwas ändern? Würden sie nicht mehr im Rahmen der Formel-1-Übertragungen präsent sein?"
Bracewell: "Unsere Deals bei den Fernsehspots haben längst nicht das Volumen wie der Vertrag über die Streckenwerbung. Eigentlich ist unser TV-Auftritt gar nicht besonders auf das Engagement in der Formel 1 zugeschnitten. Da geht es also um eine ganz andere Sache. Das Streckenbranding ist die große Nummer."

Fotoquelle: xpb.cc

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