Felipe Massa holte sich mit Platz vier das gleiche Ergebnis wie in Monaco

Formel 1 2009

— 23.06.2009

Ferrari-Piloten schöpfen neuen Mut

Kimi Räikkönen und Felipe Massa sehen Ferrari nach dem Silverstone-Wochenende auf dem richtigen Weg: Am Nürburgring noch weiter vorne?

Während McLaren-Mercedes noch im tiefen Schlamassel festhängt, nimmt Ferrari langsam Schwung auf. Nach einem erstklassigen Auftritt in Monaco und der Ernüchterung in der Türkei hat man in Silverstone anscheinend wieder auf einen guten Weg zurückgefunden. Sechs Punkte holten Felipe Massa und Kimi Räikkönen in Großbritannien - mehr Zähler hatte man nur im Fürstentum verbucht.

"Wir hatten einige gute Verbesserungen am Fahrzeug", sagte Räikkönen nach seiner Rückkehr aus Silverstone. "Vor allem die neue Aufhängung an der Front und ein neuer Flügel. Auf solch einer schnellen Strecke kann man allerdings kaum einschätzen, wie viel Abtrieb man insgesamt generieren könnte. Ich bin sicher, uns fehlt immer noch Abtrieb, damit wir ganz vorne mitmischen können. Aber die Entwicklung geht in die richtige Richtung."

Im zweiten Qualifyingabschnitt sei der Wagen exzellent gelaufen, schilderte Räikkönen. "Aber dann mussten wir wieder auftanken und dann ging nichts mehr. Beim Start aus der fünften Reihe konnten wir uns nur die Punkteplätze zum Ziel setzen." Das erreichte der Finne mit Rang acht schließlich auch. Dank KERS konnte Räikkönen einen regelrechten Raketenstart auf den Asphalt legen. "Es reichte aber leider nicht ganz, um auch noch an Nakajima vorbeizukommen."

Neue Updates am Nürburgring erwartet

"Ich lag dann auf Position fünf. Mehr ging nicht, denn mein erster Stint war sehr kurz und ich konnte einfach nicht überholen", beschrieb der Weltmeister von 2007. "Man kann den anderen Autos in den schnellen Kurven von Silverstone kaum folgen. Daher hatte ich ein schwieriges Rennen. Letztlich holte ich einen Punkt. Das ist besser als nichts, aber eigentlich ein trauriges Resultat. Wir liegen in der Konstrukteursmeisterschaft auf Platz vier. Das ist unsere reale Position."

Man habe nun immerhin drei Wochen Zeit, sich auf weitere Verbesserungen am F60 zu konzentrieren, so Räikkönen: "Der Nürburgring ist wieder eine ganz andere Strecke. Wir werden auch dort sicherlich wieder einige Updates haben. Ich bin gespannt, wie sich diese dann auswirken werden. Wir sollten noch konkurrenzfähiger werden, aber das hängt natürlich auch davon ab, wie stark die anderen zulegen können."

Teamkollege Felipe Massa strahlte nach seinem Auftritt in Silverstone. "Das war ganz bestimmt mein bestes Rennen der bisherigen Saison", so der Brasilianer, "obwohl es nach Startplatz elf nicht gerade einfach war. Wir hatten aber eine tolle Strategie und ich konnte ein gutes Tempo fahren. Daher wurde ich am Ende Vierter. Das hatte sich in den Trainings und im Qualifying eigentlich nicht so angedeutet."

Massa hatte am Samstag Glück im Unglück

"Brawn und Red Bull sind immer noch allen anderen voraus", schätzte Massa ein. Er korrigierte: "Vielleicht ist Red Bull jetzt sogar ganz vorne. Dahinter kämpfen insgesamt drei Teams um die weiteren Plätze. Da geht es sehr eng zu. Wenn dir also irgendwo ein oder zwei Zehntelsekunden fehlen, dann rutschst du gleich viele Plätze nach hinten. So lief das bei mir im Qualifying. Im Rennen haben wir diese zusätzlichen Zeitspäne dann aus dem Auto herausholen können."

Es sei ein Segen gewesen, dass er am Samstag bereits in Q2 hängengeblieben sei. Er habe somit nachtanken dürfen und sich eine passende Strategie zurechtlegen können. "Das war auf jeden Fall besser, als in Q3 dann plötzlich nur Neunter zu sein", erklärte Massa mit Blick auf die Schwierigkeiten seines Teamkollegen, dem genau dies passiert war. "Eigentlich war das für mich die Grundlage, um überhaupt auf Platz vier kommen zu können."

In Silverstone war Ferrari erstmals das einzige Team, das noch KERS an Bord hatte. Beim Start war das System eine große Hilfe. "Unser Auto ist für den KERS-Einsatz konzipiert und wir werden es wahrscheinlich bis zum Saisonende nutzen", erklärte der amtierende Vizeweltmeister. "Wenn wir allerdings ein besseres Auto hätten und weiter vorne starten würden, dann bräuchten wir KERS weniger dringend, weil wir dann am Start weniger gutmachen könnten." Selbst McLaren-Mercedes verzichtete in Silverstone auf die Hybridtechnik, weil es dort zu wenige Bremszonen gab, wo man das KERS hätte aufladen können.

Massa fordert mehr Entwicklung - auch für 2010

"Wir müssen noch deutlich zulegen", schickte Massa ein deutliches Signal an die Entwicklungsabteilung in Maranello. "Wir müssen größere Schritte machen, aber vielleicht sind wir dann bald auch an den Grenzen des Autos angelangt. Natürlich kann man ein Auto immer noch besser machen, aber vielleicht sollten wir uns dann langsam endlich auf den neuen Boliden konzentrieren. Wir machen erst einmal mit dem F60 weiter. Einige Sachen können wir auch für 2010 übernehmen. Aber wenn das Regelwerk steht, dann sollten wir den neuen Wagen designen."

Mit traurigen Erinnerungen kommt Massa zum kommenden Rennen an den Nürburgring. Dort hatte er im Regen 2007 eine sichere Führung noch an Fernando Alonso abgeben müssen. "Ich hatte damals mit den Regenreifen starke Vibrationen", erklärte der Brasilianer. "Wir hatten einen tollen Zweikampf, unsere Autos berührten sich und er zog vorbei. Es war schade, denn ich hatte den Sieg sicher in der Tasche, bis sich das Wetter änderte."

"Weil wir nun schon länger nicht mehr dort waren, kann man kaum sagen, ob die Strecke unserem Auto liegen wird", sagte Massa weiter. "Aber auf dieser Strecke wird KERS bestimmt mehr bringen. Außerdem hoffe ich, dass wir noch ein paar neue Updates an den F60 bekommen werden." Die dreiwöchige Pause nutzt der Ferrari-Pilot, um in der Heimat Brasilien auszuspannen. "Ich werde für rund zwei Wochen in der Heimat sein, dann kurz nach Maranello und dann gehts weiter zum Nürburgring."

Fotoquelle: xpb.cc

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