Die FOTA konnte bei der Einigung mit der FIA einige ihrer Ziele durchsetzen

Formel 1 2009

— 24.06.2009

FIA/FOTA: Die Eckpunkte der Einigung

Die FOTA hat sich durchgesetzt: 2010 soll es kein neues Reglement geben, das Budgetlimit ist vom Tisch, Max Mosley kandidiert nicht mehr

Die drohende Spaltung der Formel 1 ist abgewendet. In einem Gespräch in Paris haben FIA und FOTA heute eine Einigung in dem seit Monaten schwelenden Streit erzielt. "Wir haben eine Einigung erzielt, mit der die Abspaltung und die Gründung einer neuen Serie verhindert wurde. Es wird im kommenden Jahr eine Formel-1-Weltmeisterschaft geben. Wir sind uns in Sachen Kostenreduzierung einig", sagte FIA-Präsident Max Mosley im Anschluss an das Gespräch. Und er fügte an: "Jetzt herrscht Frieden."

Wie genau sieht diese Einigung aus? Wie 'Motorsport-Total.com' von einer hohen FOTA-Quelle erfahren hat, wurden folgende Eckpunkte ausgehandelt. Die Teamvereinigung scheint sich dabei mit ihren Forderungen durchgesetzt zu haben. Denn von FIA-Präsident Mosley angestrebte Punkte sind offenbar wieder vom Tisch.

Die strittigsten Punkte waren die geplante Budgetobergrenze und das "Zweiklassenreglement", das jenen Teams technische Vorteile verschafft, die sich an die Obergrenze halten. Dazu kommt es nun nicht. Wichtigster Eckpunkt der Einigung ist nach unseren Informationen, dass es kein Budgetlimit geben wird. Auch gibt es vorerst kein neues Reglement. Stattdessen findet 2010 das Regelwerk von 2009 noch einmal Anwendung.

Im Gegenzug verpflichten sich die FOTA-Teams, sich bis 2012 einzuschreiben und entsprechend ein neues Concorde-Agreement zu unterzeichnen. Die volle Kostenkontrolle in der Formel 1 obliegt der Einigung zufolge künftig der Teamvereinigung FOTA. Angepeilt ist, wieder das Kostenniveau der frühen 1990er-Jahre zu erreichen. Damals übrigens begann die Ära von Mosley als FIA-Präsident. Seitens der FIA ist bis Oktober nun der FIA-Senatspräsident Boeri verantwortlich. Die FOTA soll dabei gleichberechtigt sein.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der zur Einigung geführt hat, ist dass sich FIA-Präsident Max Mosley am Ende seiner Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl stellt. Zuletzt hatte sich der Streit auf einen Machtkampf zwischen FOTA und Mosley zugespitzt. Es wurde sogar gemunkelt, dass der Präsident bei der heutigen Sitzung des FIA-Weltrats gestürzt werden soll. Mosley hatte erst vorgestern in einem Brief an die FOTA-Teams gekontert, sie habe gar nicht die Macht, ihn zu stürzen und in Erwägung gezogen, im Herbst für eine fünfte Amtszeit zu kandidieren.

Die Formel 1 scheint nun also in letzter Minute gerettet worden zu sein. "Ich bin nun sehr erleichtert", sagte Mosley in Paris und sprach auch von "persönlichen Schwierigkeiten", mit denen er sich konfrontiert sah. Erleichtert äußerte sich auch Bernie Ecclestone: "Ich bin sehr glücklich, dass man einen gemeinsamen Nenner gefunden hat", sagte der 78-Jährige in einer ersten Reaktion.

Fotoquelle: LAT

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