Max Mosley konnte sich mit der FOTA einigen - und muss seinen Hut nehmen

Formel 1 2009

— 24.06.2009

Mosley: "Die Teams werden mich los"

Nach der Einigung traten Max Mosley und Luca di Montezemolo vor die Presse: Mosley sieht sich nicht als Verlierer, Montezemolo lobt seinen Kontrahenten

Nun ist es also geschafft, FIA und FOTA haben das Kriegsbeil begraben und rauchen nun die Friedenspfeife. Bevor mit der FIA-Weltratssitzung am heutigen Mittwoch das Ende der Formel 1 in ihrer bisherigen Form eingeläutet werden konnte, haben sich die beiden Parteien doch noch darauf geeinigt, wie es in der Königsklasse weitergehen soll. Eine Spaltung wurde abgewendet. Die FOTA konnte viele ihrer Forderungen durchsetzen, während FIA-Präsident Max Mosley mit einigen seiner Pläne scheiterte. Und einer der wichtigsten Aspekte für die Einigung ist, dass Mosley im Oktober am Ende seiner Amtszeit als FIA-Präsident seinen Hut nimmt.

Von einer bitteren Niederlage wollte Mosley in der anschließenden Pressekonferenz aber nicht sprechen: "So würde ich das nicht ausdrücken. Denn sie haben das Reglement und die Stabilität, die sie wollen. Wir haben die neuen Teams und die Kostenreduzierung. Das ist also sehr hilfreich", sagte Mosley. Sein geplantes Budgetlimit ist vom Tisch und die FOTA übernimmt die Kostenkontrolle. Dafür haben sich FIA und FOTA vorgenommen, das Kostenniveau auf das der frühen 1990er-Jahre zu senken.

Doch Mosley weiß, dass er persönlich den FOTA-Teams ein Dorn im Auge ist: "Was mich persönlich angeht: Es war immer so, dass die Teams mich im Oktober los sind - und das ist immer noch so. Ob mein Nachfolger dann mehr nach ihrem Geschmack ist, bleibt abzuwarten."

Größter Gegner von Mosley war Ferrari-Präsident und FOTA-Vorsitzender Luca di Montezemolo. Doch nach der Einigung verzichtete er darauf, den FOTA-Triumph auszukosten, sondern fand stattdessen freundschaftliche Worte für seinen Kontrahenten. "Ich hoffe, dass ich es Herrn Mosley früher über später gleich tun kann und ein bisschen mehr Entspannung habe. Hoffentlich kann ich dem Klub bald beitreten", witzelte er.

Montezemolo fügte an: "Ich denke, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat, um das Problem zu lösen. Wenn man zu einer Einigung findet, dann haben beide Seiten gleichermaßen dazu beigetragen." Er ist froh, dass der erbitterte Streit, der zuletzt in gegenseitigen Schuldzuweisungen gipfelte, vorbei ist: "Polemik ist nicht gut für die Formel 1 und vor allem nicht in der Öffentlichkeit. Denn die Formel 1 ist ein fantastischer Sport, der nicht nur geschützt, sondern neu belebt werden muss."

Erleichterung machte sich auch bei den FOTA-Beteiligten breit. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sprach von einem "großartiger Erfolg für die Formel 1, die Zuschauer, die Medien, die Teams und alle Aktiven."

Fotoquelle: xpb.cc

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