Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone nimmt sich selten ein Blatt vor den Mund

Formel 1 2009

— 04.07.2009

Ecclestone-Aussagen sorgen für Wirbel

Aufregung um Aussagen von Bernie Ecclestone: Der Formel-1-Boss spricht über Adolf Hitler und schlägt Max Mosley als Premierminister vor

Obwohl schon 78 Jahre alt und mit jeder Menge Lebenserfahrung gesegnet, spricht Bernie Ecclestone in der Regel so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Political Correctness war noch nie sein Freund - und ob bei einer Unterhaltung ein Diktiergerät auf dem Tisch liegt oder nicht, macht für ihn selten einen Unterschied. Doch diese Einstellung ist nicht immer vorteilhaft.

Denn in Großbritannien sorgt derzeit ein Interview für Riesenwirbel, dass Ecclestone der angesehenen Londoner 'Times' gegeben hat. Darin offenbarte er einige seiner politischen Ansichten und er betonte die Vorzüge einer Diktatur gegenüber denen einer einer Demokratie - kein Wunder, wenn man weiß, wie er sein Formel-1-Imperium aufgebaut hat. Doch mit seiner Unbekümmertheit schoss er diesmal deutlich über das Ziel hinaus.

Über Hitlers Führungsqualitäten

"Es ist wahrscheinlich schrecklich, das zu sagen, aber abgesehen davon, dass Hitler (...) überzeugt werden musste, Dinge zu tun, von denen ich keine Ahnung habe, ob er sie eigentlich wollte oder nicht, konnte er viele Menschen kommandieren und etwas auf die Beine stellen", wird Ecclestone von der 'Times' zitiert. Hitler sei aber "kein guter Diktator" gewesen, weil er sich nicht halten konnte. Und: "Entweder er wusste, was da geschieht, und er bestand darauf, oder er nahm es nur hin."

Dass so ein Statement von einem der bedeutendsten Geschäftsmänner Großbritanniens in der Öffentlichkeit auf Unverständnis stößt, versteht sich von selbst - zumal die Formel 1 schon vor gut einem Jahr in ein schiefes Licht geraden ist, als pikante Details über eine Sexorgie von Max Mosley publiziert und zunächst in einem nationalsozialistischen Zusammenhang dargestellt wurden. Dieser wurde freilich später vor Gericht entkräftet.

Doch Ecclestone geht es wohl vordergründig darum, seine Vorliebe für "starke Führungspersönlichkeiten" zum Ausdruck zu bringen - neben Hitler nennt er in diesem Zusammenhang auch die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher ("Eiserne Lady"), deren Nachfolger seiner Meinung nach das Land den Bach runtergehen lassen: "Gordon (Brown) und Tony (Blair; Anm. d. Red.) - all diese Jungs versuchen doch nur, es allen recht zu machen", so der Formel-1-Promoter.

Mosley als Premierminister?

Darüber hinaus stellt Ecclestone in Frage, ob es richtig war, die Regimes in Afghanistan und im Irak durch militärische Intervention von außen zu stürzen: "Wir marschieren in Länder ein, ohne Ahnung von ihrer Kultur zu haben. Die Amerikaner haben anscheinend gedacht, dass Bosnien eine Stadt in Miami ist. In Afrika hungern die Menschen. Da lehnen wir uns zurück und unternehmen nichts, aber wir mischen uns in Dinge ein, in die wir uns nicht einmischen sollten."

Abschließend bringt er noch seinen langjährigen Freund Mosley als Kandidaten auf das Büro des Premierministers in der Londoner Downing Street ins Spiel: "Max würde einen Superjob machen. Er kann Leute gut führen. Ich glaube nicht, dass sein Hintergrund ein Problem wäre." Der da wäre: Mosleys Vater war Oswald Mosley, ein britischer Faschistenführer zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und ein guter Bekannter von mehreren NS-Größen...

Fotoquelle: xpb.cc

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