Juan Pablo Montoya kann sich noch gut an seine Formel-1-Zeiten erinnern

Formel 1 2009

— 06.07.2009

Montoya und der "Klub der Frustrierten"

Juan Pablo Montoya kann sich gut in die aktuelle Gemütslage von Fernando Alonso, Lewis Hamilton oder Felipe Massa hineinversetzen

Aus Juan Pablo Montoya ist in den vergangenen drei Jahren ein waschechter NASCAR-Pilot geworden. In der Vergangenheit gab sich der Kolumbianer auch nicht besonders begeistert darüber, wenn er zu Formel-1-Themen befragt wurde. Doch es gibt Ausnahmen, denn natürlich ist auch dem 33-Jährigen nicht entgangen, wie sehr sich in der Saison 2009 die Formel-1-Kräfteverhältnisse verschoben haben.

Plötzlich fahren einstige Topleute wie Lewis Hamilton, Fernando Alonso oder Felipe Massa hinterher, und der Ex-Formel-1-Pilot kann sich sehr wohl in deren aktuellen Gemütszustand hineinversetzen. Frustration lautet das Stichwort, oder wie Montoya es am Wochenende gegenüber der Nachrichtenagentur 'EFE' formulierte: "Willkommen im Klub."

Gemeint ist natürlich die absolute Abhängigkeit vom Material. "Wenn dein Auto in der Formel 1 zu Saisonbeginn gut ist, dann weißt du, dass du eine Chance hast, um den Titel mitzufahren", so Montoya. Seine konkreten Beispiele: "Jenson Button hatte doch nie vergessen, wie man Auto fährt. Hamilton auch nicht, das Gleiche gilt für Alonso oder Massa. Wenn dein Auto zu Beginn nicht funktioniert, dann kannst du einfach nichts dagegen machen."

Diese Erfahrung machte auch Montoya. "Am Anfang ist man sehr glücklich, in der Formel 1 fahren zu können. Ich habe viele schnellste Rennrunden gedreht, viele Pole Positionen und Rennen gewonnen. Es war der perfekte Traum. Aber nach zwei oder die Jahren stellt man fest wie die Teams arbeiten. Und meine Schlussfolgerung lautete, dass man wie ein Computer funktionieren muss, wenn man gewinnen will. Das ist nicht leicht und auch frustrierend."

Zum Verlieren verdammt?

Zwischen 2001 und 2006 bestritt er 94 Formel-1-Rennen für BMW Williams und McLaren-Mercedes, wobei er sieben Mal gewann. Einmal, in seiner besten Saison 2003, hatte der Kolumbianer bis kurz vor Schluss sogar Titelchancen und landete in der Gesamtwertung hinter Michael Schumacher und Kimi Räikkönen auf Rang drei.

Zwei Rennen vor dem Saisonende, als die Formel 1 Ende September in Indianapolis gastierte, geriet Montoya mit dem Ferrari von Rubens Barrichello aneinander. Die Folge war eine Durchfahrtsstrafe und das Ende der Titelträume Montoyas. "Damals verlor ich meine Chancen in der WM. Ich dachte, dass ich zu ungeduldig war, um sauber zu überholen. Aber die Wahrheit ist, dass man mit der FIA und Ferrari damals einfach zum Verlieren verdammt war."

Auch in der NASCAR gewann Montoya seit Juni 2007 kein Rennen mehr. Doch von Frustration keine Spur, denn er weiß nach wie vor um die Schwere der Aufgabe. "Die Leute glauben immer, man sei verrückt, wenn einer davon spricht, dass es drei bis fünf Jahre dauert, bis man hier gewinnen kann. Aber genau so ist es."

Dieser Zeitplan hat seine Berechtigung, denn 2009 ist ein deutlicher sportlicher Aufwärtstrend vorhanden. Montoya klopft als Gesamtelfter massiv an die Türe zu den NASCAR-Playoffs. "Hier bin ich glücklich", äußerte der bald 34-Jährige nicht zum ersten Mal. "Deswegen muss ich auch immer lachen, wenn mir Leute sagen, dass ich in der Formel 1 vermisst werde. Ich bin hier so glücklich, ich kann das gar nicht beschreiben."

Fotoquelle: xpb.cc

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