Adrian Sutil ist ein Fan der Nordschleife: Beeindruckend und Respekt einflößend

Formel 1 2009

— 07.07.2009

Sutil: Achterbahnfahrt in der "grünen Hölle"

Force-India-Pilot Adrian Sutil schwärmt im Interview über den Mythos Nordschleife und die Geschichte des Nürburgrings - In der Gegenwart will er dort punkten

Frage: "Der nächste Grand Prix findet in deiner Heimat statt. Was bedeutet es dir, vor deinem Heimpublikum zu fahren?"
Adrian Sutil: "Der Deutschland-Grand-Prix ist für mich immer etwas ganz Besonderes und es ist großartig, am Nürburgring zu fahren. Die Atmosphäre dort ist wirklich besonders, da der Nürburgring und die Nordschleife eine so lange Geschichte haben. Es ist wahrscheinlich eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt. Rund um die Rennstrecke geht es nur ums Racing - wenn man in ein Restaurant geht, hängen dort viele Bilder von Autos und Fahrern. Es ist großartig dort und als Deutscher dort zu fahren, ist etwas ganz Spezielles - als ob man in die Geschichte eintaucht."

Frage: "Die alte Nordschleife ist berühmt-berüchtigt. Bist du dort schon gefahren?"
Sutil: "Ich bin schon ein paar Mal über die Norschleife gefahren. Normalerweise fährt man dort am Mittwoch vor dem Rennen in einem normalen Serienfahrzeug. Das öffnet einem echt die Augen, denn es ist einfach eine unglaubliche Strecke. Man bekommt wirklich Respekt vor den Leuten, die dort Rennen gefahren sind. Man kann es mit einer Achterbahn vergleichen, es geht rauf und runter - es ist einfach unglaublich. Ganz egal, in welchem Auto man sitzt - die Strecke ist einfach beeindruckend. Leider fahren wir jetzt nur noch auf dem kleinen Kurs, aber auch dort hat spürt man etwas ganz Spezielles."

Frage: "Wie gefällt dir der neue Nürburgring?"
Sutil: "Ich mag ihn sehr. Es ist eine tolle Strecke, die aber recht tückisch sein kann. Es gibt viel Banking und es ist schwierig, für die Kurven das richtige Setup zu finden, weil sich das Auto in den Kurven unterschiedlich verhält. Man erlebt Überraschungen. Der Kurs geht flüssig rauf und runter und die Dunlop-Kurve geht abfallend steil nach unten, das ist recht interessant. Natürlich ist dieser Kurs viel moderner als die alte Nordschleife, aber es gibt immer noch berühmte und tückische Kurven, deshalb ist die Herausforderung geblieben."

Frage: "Bist du schon oft am Nürburgring Rennen gefahren? Was ist deine schönste Erinnerung bisher?"
Sutil: "Ich habe viele Erinnerungen an den Nürburgring. Ich habe dort meine Rennlizenz gemacht und es war eine der ersten Strecken, auf denen ich mit einem Rennwagen gefahren bin. Ich bin dort in fast allen Serien gefahren, in denen ich in meiner Karriere angetreten bin, Formel BMW, Formel 3 und jetzt Formel 1. Ich habe also fast jeden Schritt auf der Leiter nach oben auf dem Nürburgring gemacht."

Frage: "Aktuell fahren in der Formel 1 fünf deutsche Fahrer - denkst du, dass die Motorsportkultur in Deutschland groß ist?"
Sutil: "Es gibt viele verschiedene Rennserien und auch einige Förderprogramme für junge Piloten, man hat also viele Möglichkeiten, in den Sport einzusteigen. Aber wer in Deutschland aufwächst, der wird mit Motorsport und der Automobilindustrie groß. Es gibt Hersteller mit einer langen Geschichte, Deutschland hat in der Vergangenheit viele Rennfahrer hervorgebracht und man kann auf die Nordschleife gehen. Dort kann jeder fahren, deshalb gehen viele Leute dorthin, um einfach ein paar Runden zu drehen. Von daher ist Deutschland dem Motorsport sehr verbunden. Natürlich hat die lange Ära von Michael Schumacher die Schlagzeilen beherrscht und das hat auch viele junge Fahrer inspiriert."

Vorbild Michael Schumacher

Frage: "Hat Michael auch dich beeinflusst?"
Sutil: "Ja, natürlich. Als ich mit dem Rennsport angefangen habe, war er gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere, ich habe ihn also immer siegen sehen. Er war wirklich ein beeindruckender Fahrer, das Paket hat einfach gestimmt. Und er ist heute noch der Held vieler deutscher Piloten. Er hat den Sport in Deutschland wirklich vorangebracht. Ich hatte das Glück, ihn ein paar Mal zu treffen, aber es ist immer noch etwas Besonderes für mich."

Frage: "Die erste Saisonhälfte ist gerade vorüber. Lief es bisher für dich wie erwartet?"
Sutil: "Die Saison verlief bisher gut. Wir konnten viele Rennen zu Ende fahren und die letzten zwei oder drei Mal gelang uns der Einzug in Q2. Das war für uns ein großer Erfolg." Das letzte Rennen in Silverstone sei aus seiner Sicht allerdings etwas enttäuschend gewesen, so Sutil: "Es war wegen der neuen Updates ein wichtiges Rennen für uns, aber wir hatten den Zwischenfall im Qualifying. Sonst wären wir dicht an den Punkten gewesen, oder sogar in den Punkten. Aber wir steigern uns konstant und das ist das Wichtigste."

Frage: "Du und Giancarlo Fisichella seid in diesem Jahr gleichauf. Wie ist er als Teamkollege?"
Sutil: "Es ist sehr gut, ihn als Teamkollegen zu haben. Im vergangenen Jahr habe ich sehr viel gelernt und in diesem Jahr liegen wir dicht zusammen, das will man unter Teamkollegen. Wenn ich mir die anderen Teams anschaue, dann sind wir wohl die Fahrerpaarung, die von den Rundenzeiten und den Startplätzen her am engsten zusammenliegen. In manchen anderen Teams ist es nicht so - manchmal ist er eine in den Top 10, der andere ist Letzter und beim nächsten Rennen ist es wieder anders herum. Wir pushen uns immer gegenseitig. Es ist ein starkes Team, wir sind beide gut unterwegs und der Wettbewerb ist gut."

Frage: "Was können wir in Deutschland von dir erwarten?"
Sutil: "Es wäre sehr schön, wenn wir es in Q2 schaffen könnten und hoffentlich reicht es, um Punkte zu holen. Es ist definitiv an der Zeit dafür. Wir müssen abwarten, was die anderen Teams an Updates dabei haben. Ich gehe davon aus, dass ein oder zwei Teams näher an die Spitze rücken und wir haben diesmal kein großes Update dabei. Aber wir waren in Silverstone recht stark unterwegs und ich gehe davon aus, dass es in Deutschland ähnlich sein wird."

Frage: "Wirst du in Deutschland einen vollen Terminplan haben?"
Sutil: "Es wird recht stressig werden. Ich werde einige Sponsorenauftritte absolvieren und es gibt viele deutsche Journalisten, mit denen ich sprechen werde. Aber das ist ein Teil des Jobs!"

Fotoquelle: xpb.cc

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