Nick Heidfeld hätte 2009 theoretisch auch bei Brawn landen können

Formel 1 2009

— 08.07.2009

Heidfeld hat noch lange nicht genug

Trotz seiner 32 Jahre hat Nick Heidfeld in der Formel 1 noch einiges vor: "Ich kann um den Titel mitfahren, wenn das Auto stimmt"

In Melbourne debütierte Nick Heidfeld 2000 in der Formel 1 - genau wie ein gewisser Jenson Button. Dieses Jahr hätten die beiden unter Umständen Teamkollegen sein können, denn "Quick Nick" stand im vergangenen Sommer auch mit Honda in Verhandlungen. Letztendlich zog er es aber vor, seinen Vertrag mit dem etablierten BMW Sauber F1 Team zu verlängern.

Im Nachhinein wäre ein Wechsel wohl die bessere Entscheidung gewesen. Daher macht er sich laut 'Süddeutscher Zeitung' "natürlich" ab und zu Gedanken: "Was wäre gewesen, wenn? Ich war 2008 mit dem Team in Kontakt. Als Honda dann ausgestiegen ist, habe ich gedacht: Puh! Gut, dass da nicht mehr passiert ist. Und plötzlich gewinnen die ein Rennen nach dem anderen", erklärte Heidfeld in einem Interview.

Große Ziele noch nicht abgehakt

Im Moment fährt der WM-Zwölfte hinterher. Doch abschließen will er mit der Formel 1 trotzdem nicht, auch wenn mit 32 Jahren seine biologische Uhr langsam zu Ticken beginnt: "Ich weiß, dass ich in der Formel 1 noch mehr erreichen kann und mehr erreichen werde, als ich bislang gezeigt habe. Ganz klar." Was macht dich da so sicher, Nick? "Mein Selbstbewusstsein, das Wissen: Ich kann um den Titel mitfahren, wenn das Auto stimmt", entgegnete er.

Heidfeld sitzt 2009 nicht zum ersten Mal in einem unterlegenen Auto - man denke nur an die Jordan-Gurke von 2004 -, doch die Situation erscheint dennoch besonders schwierig, weil die Erwartungen im Vorfeld "viel höher" waren. Mit dem BMW Sauber F1 Team lief es bis Ende 2007 genau nach Plan. Auch 2008 war das Auto konkurrenzfähig, doch damals kam er mit dem F1.08 nicht zurecht. Dieses Jahr ist das anders.

"Ein Vergleich mit 2008 fällt schwer. Damals hatten wir ein gutes Auto, aber ich hatte Mühe, immer das Maximum herauszuholen, weil ich mit meinem Fahrstil die Reifen nur schwer auf Betriebstemperatur brachte", gab er zu Protokoll. "Aber 2007 war ein Jahr, in dem es mir viel mehr Spaß gemacht als jetzt: Das damalige Auto hat mir gepasst. Ich bin öfter auf das Podium gefahren. Wir hatten mehr erreicht als erwartet."

Das Räikkönen- und Massa-Trauma

Im Spätsommer von Heidfelds Karriere darf man auch mal die Frage stellen: Was wäre wenn? Ende 2001 wurde sein damaliger Sauber-Teamkollege Kimi Räikkönen zu McLaren-Mercedes geholt, ein paar Jahre später ging Felipe Massa zu Ferrari. Beide hatte er im direkten Duell nach Punkten geschlagen. Darüber, wie die Karriere des Deutschen verlaufen wäre, hätte er einen der beiden Deals abgestaubt, kann heute nur spekuliert werden.

Natürlich stellt er sich solche Fragen gelegentlich auch selbst. Wie kränkend war es, dass die Teamkollegen jeweils den Vorzug erhalten haben, Nick? "Gekränkt habe ich mich nicht gefühlt. Ich habe mich geärgert", antwortete Heidfeld und fügte nachdenklich an: "Ich kann es immer noch nicht nachvollziehen. Bis auf 2008, als ich das Problem mit den Reifen hatte, habe ich mich gegen jeden Teamkollegen behauptet."

Fotoquelle: xpb.cc

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