Weltmeister Lewis Hamilton gab heute mal ein Lebenszeichen von sich

Formel 1 2009

— 10.07.2009

Hamilton stiehlt den WM-Favoriten die Show

Lewis Hamilton sicherte sich beim Heimspiel der Silberpfeile auf dem Nürburgring die Bestzeit vor den WM-Favoriten Sebastian Vettel und Jenson Button

75 Jahre nach der Geburtsstunde der Silberpfeile auf der alten Nordschleife hat McLaren-Mercedes zwar keine realistische Chance auf den Sieg, aber immerhin erzielte Lewis Hamilton heute Nachmittag in 1:32.149 Minuten die Freitagsbestzeit vor dem Grand Prix von Deutschland. Damit stahl der Weltmeister den großen Favoriten die Show.

Wie viel Benzin Hamilton bei seinem schnellen Run am Ende der Session an Bord hatte, sei dahingestellt, doch unabhängig davon können die Silberpfeile ihr Jubiläum mit einem ersten Platz feiern. Die Bestzeit war sogar um 0,366 Sekunden schneller als am Freitag vor zwei Jahren, als die Formel 1 zum bisher letzten Mal in der Eifel gefahren ist. Ebenfalls interessant: Heikki Kovalainen (17./27 Runden) war um 1,575 Sekunden langsamer als sein Stallgefährte.

Ereignisreicher Tag für Vettel

Hinter Hamilton nistete sich Lokalmatador Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 0,182/31 Runden) auf Platz zwei ein. Nach seinem Elektronikdefekt vom Vormittag wäre der Deutsche gleich zu Beginn beinahe von Sébastien Bourdais (19./Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,876/30 Runden) abgeschossen worden, ehe er sich 30 Minuten später an gleicher Stelle einen Ausritt leistete und ganz zum Schluss seine persönliche Bestzeit mehrere Male bestätigen konnte.

Nur 38 Tausendstelsekunden hinter Vettel reihte sich der sechsfache Saisonsieger Jenson Button (Brawn-Mercedes/32 Runden) ein, der als einer der wenigen Fahrer ohne Fehler blieb und solide sein Programm abspulte. Ermutigend für den WM-Leader ist, dass er trotz der klirrend kalten Temperaturen von nur knapp über zehn Grad nicht die gleichen Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen hatte wie zuletzt in Silverstone.

Damit hatte sein Teamkollege Rubens Barrichello (7./+ 0,515/26 Runden) schon eher zu kämpfen, aber nach einem Umbau der Radaufhängung fühlte sich der brasilianische Routinier offenbar wieder wohler. Vor Barrichello sicherten sich Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,331/28 Runden), Jarno Trulli (Toyota/+ 0,362/32 Runden) und Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/+ 0,436/32 Runden) die Positionen vier bis sechs.

Force India auf dem Weg nach oben

Sutil bestätigte damit den Aufwärtstrend seines Rennstalls, auch wenn es trotzdem kein optimaler Freitag war: Morgens musste er wegen eines Schaltproblems früh die Segel streichen, am Nachmittag kam Giancarlo Fisichella (20./+ 6,728) wegen eines Unfalls nur auf drei Runden. Routinier Fisichella hatte sich bei zwischenzeitlich leicht feuchten Bedingungen gedreht und den Frontflügel sowie die Radaufhängung rechts vorne beschädigt.

"Das Wetter spielt hier eine große Rolle. Da kann man dann auch mit einem Auto vorne reinfahren, das nicht ganz so konkurrenzfähig ist", kommentierte Nick Heidfeld (11./BMW Sauber F1 Team/+ 0,863/36 Runden) das typische Eifelwetter, das heute schon mal einen Vorgeschmack von sich gab und sich von seiner windigsten Seite präsentierte. Apropos Heidfeld: Der Deutsche war schneller unterwegs als Stallgefährte Robert Kubica (14./+ 1,012/28 Runden).

Erstaunlich auch: Trotz der Streckenlänge von über fünf Kilometern lagen 16 Fahrer im Bereich von ungefähr einer Sekunde! Das relativiert die Bedeutung des Klassements, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Addition der besten Sektorenzeiten eine Bestmarke ergeben hätte, die um eine halbe Sekunde schneller gewesen wäre als Hamiltons Topzeit. Insofern kann man davon ausgehen, dass noch Spielraum für Verbesserungen gegeben ist.

Hamilton mit einer Vorstandszeit?

Den Verdacht, Hamilton könnte wegen des Heimspiels von Mercedes ohne Rücksicht auf Verluste auf die Bestzeit losgegangen sein, dementierte Sportchef Norbert Haug übrigens: "Das haben wir nicht nötig." Generell zeigte er sich mit dem Ausgang des Freitagstrainings zufrieden: "Ich möchte nicht auf Euphorie machen, aber es ist ein Schritt vorangegangen. Vor allem im Renntrimm stehen wir im Konkurrenzvergleich besser da", so der 56-Jährige.

Am Ende der Session rollte noch Nelson Piquet (10./+ 0,843/29 Runden) mit technischen Problemen aus. Der Renault-Pilot war neuerlich langsamer als sein Teamkollege Fernando Alonso (8./+ 0,625/26 Runden) und blieb auch knapp hinter Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/+ 0,723/32 Runden) zurück. Nakajima war seines Zeichens wie schon zuletzt in Silverstone schneller unterwegs als sein Stallgefährte Nico Rosberg (13./+ 0,979/34 Runden).

Das weiterhin mit KERS ausgestattete Ferrari-Team brachte am Nachmittag keines seiner beiden Autos in die Top 10: Felipe Massa (+ 0,903/34 Runden) wurde Zwölfter, Kimi Räikkönen (+ 1,033/29 Runden) 16. Doch wegen der extrem knappen Zeitabstände ist das Kräfteverhältnis derzeit noch sehr schwierig einzuschätzen. Vor allem steht für den Rest des Wochenendes ein großes Fragezeichen im Raum: das Wetter.

Fotoquelle: xpb.cc

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