"Max, ich fürchte, dass du im Oktober nicht wieder kandidieren kannst..."

Formel 1 2009

— 11.07.2009

Ecclestone geht von Mosley-Rücktritt aus

Das Köpferollen im Interesse des Friedens beginnt: Bernie Ecclestone ist sicher, dass Max Mosley Wort halten und zurücktreten wird

Nach dem Eklat am Mittwoch, als die acht FOTA-Teams ein Treffen der Technischen Arbeitsgruppe vorzeitig verlassen haben, scheint sich nun doch eine friedliche Lösung im Streit um die Zukunft der Formel 1 abzuzeichnen. Allerdings dürfte diese bis zur Unterzeichnung eines neuen Concorde-Agreements in den nächsten Tagen nicht ohne Kollateralschäden in Form eines Köpferollens vonstatten gehen.

Ein Kopf, der nächstes Jahr wohl nicht mehr mit von der Partie sein wird, ist jener von Max Mosley. Der Brite hatte im Rahmen einer Vereinbarung mit FOTA-Präsident Luca di Montezemolo erst inoffiziell angekündigt, er werde im Oktober nicht für eine weitere Amtszeit als FIA-Präsident kandidieren, doch als die FOTA in der Öffentlichkeit ihren Triumph und Mosleys Niederlage zelebrierte, überlegte er es sich doch noch einmal anders.

FOTA fordert Mosleys Rücktritt

Inzwischen steht so gut wie fest, dass sich Mosley zurückziehen wird, denn die FOTA hat dem Halter der Kommerziellen Rechte, der von Bernie Ecclestone repräsentierten Investmentgesellschaft CVC, klar gemacht, dass Mosley gehen muss, wenn eine Alternativserie abgewendet werden soll. "Der Halter der kommerziellen Rechte versteht genau, was erforderlich ist, um unsere Unterschriften unter das Concorde-Agreement zu bekommen", sagt FOTA-Vizepräsident John Howett.

Ecclestone geht nun davon aus, dass Mosley Wort halten und zurücktreten wird: "Solange ich Max kenne, hat er sich immer an seine Ankündigungen gehalten. Er ist eine ehrenhafte Person. Ich habe immer gesagt, dass ich ihm glatt einen Blankoscheck ausstellen würde, denn er ist ein vertrauenswürdiger Kerl. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er alles einhalten wird, was er versprochen hat", wird der Formel-1-Geschäftsführer von der 'Times' zitiert.

Allerdings versteht der 78-Jährige, weshalb sich sein um neun Jahre jüngerer Landsmann zuletzt doch wieder "alle Optionen offen halten" wollte: "Er war ein bisschen sauer, denn sie hatten vereinbart, den Mund zu halten und keine Steine mehr aufeinander zu werfen, aber dann wurden Äußerungen getätigt, die ihn geärgert haben." Unter anderem hatte di Montezemolo Mosley öffentlich als "Diktator" bezeichnet und dessen Rücktritt als Erfolg für die FOTA gefeiert.

Rollen weitere Köpfe?

Unklar ist noch, ob Mosley der einzige prominente Kopf bleibt, dem es an den Kragen gehen wird. Denn CVC ist alles andere als glücklich darüber, dass es unter Geschäftsführer Ecclestone überhaupt soweit kommen konnte, dass die Drohung einer Alternativserie im Raum steht. Ein Spaltung der Formel 1 wäre für CVC klarerweise eine Katastrophe, denn ohne namhafte Teams wären die milliardenschweren kommerziellen Rechte über Nacht nichts mehr wert.

"Es gibt vielleicht ein paar Leute in allen Teams, die gerne eine Alternativserie machen würden", so Ecclestone. "Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommen wird. Die Leute realisieren, dass es die Formel-1-Weltmeisterschaft seit 60 Jahren gibt, dass sie etabliert ist und die besten Rennstrecken der Welt unter Vertrag hat. Ich glaube nicht, dass sie eine Alternativserie wirklich durchdacht haben." Nachsatz: "Aber wenn doch, was soll unsere Firma dann tun?"

CVC ist der wahrscheinlich am seltensten erwähnte, möglicherweise aber einflussreichste Faktor in der aktuellen Situation. Das hat die FOTA inzwischen durchschaut, weshalb CVC unter Druck gesetzt wird - nach dem Motto: Sorgt dafür, dass unsere Forderungen erfüllt werden, oder wir sind weg! Das kann CVC nicht riskieren. Dass Ecclestone seit seinen umstrittenen Hitler-Aussagen nicht mehr das beste Standing genießt, ist dabei nur ein Nebenaspekt...

Fotoquelle: xpb.cc

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