Lewis Hamilton darf sich Chancen auf einen guten Startplatz ausrechnen

Formel 1 2009

— 11.07.2009

Hamilton auch am Samstagmorgen voran

Lewis Hamilton vor Fernando Alonso und Felipe Massa: Im dritten Freien Training gaben die Topfahrer vergangener Jahre überraschend den Ton an

Zumindest für eine Stunde herrschte heute Morgen auf dem Nürburgring ein Kräfteverhältnis, wie man es auch in den vergangenen Jahren erleben hätte können: Weltmeister Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/16 Runden), schon gestern Tagesschnellster, sicherte sich in der abschließenden Stunde vor dem Qualifying in 1:31.121 Minuten die Bestzeit.

Bei bewölkten und erneut nur zwölf Grad kühlen Bedingungen war Hamilton damit um fast drei Zehntelsekunden schneller als die Bestzeit des dritten Freien Trainings im Jahr 2007, als zum bisher letzten Mal in der Eifel gefahren wurde. Hamilton lag beim Mercedes-Heimspiel über weite Strecken der Session überlegen an der Spitze. Am Ende schmolz sein Vorsprung zwar, als alle die weicheren Reifen ausprobierten, aber verdrängen konnte ihn niemand mehr.

Alonso und Massa überraschen

Zweiter wurde - trotz eines Drehers in der Mercedes-Arena am Ende - Fernando Alonso (Renault/+ 0,219/18 Runden), gefolgt von Felipe Massa (Ferrari/+ 0,230/20 Runden) auf Platz drei. "Es ist spannend. Hamilton ist kein Strohfeuer - diese Zeit muss man erstmal fahren. Auch Alonso finde ich stark", analysierte 'Motorsport-Total.com'-Experte Hans-Joachim Stuck und fügte an: "Bei Red Bull haben wir ein heißes Duell zwischen Vettel und Webber."

Dieses ging am Samstagmorgen an den Deutschen: Vettel (17 Runden) hatte seinerseits 0,421 Sekunden Rückstand auf Hamilton, war aber um 68 Tausendstelsekunden schneller als sein Teamkollege aus Australien. "Das Fundament ist mit einem guten Auto gelegt, der Rest wird darauf gebaut. Wir sehen ganz gut aus. Wenn man vorne dabei ist, ist das immer gut", erklärte Vettel, der bis auf einen Verbremser in der ersten Kurve fehlerfrei blieb.

Bei der Konkurrenz von Brawn-Mercedes lief es nicht ganz so gut - vor allem stellten sich wie zuletzt in Silverstone wieder Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen ein. "Wir beten für warmes Wetter", seufzte Teamchef Ross Brawn, dessen Einserschützling Jenson Button (11./+ 0,888/22 Runden) mit blockierenden Vorderrädern zu kämpfen hatte und vor allem mit wenig Benzin an Bord und auf kurzen Stints Schwierigkeiten hatte.

Verspäteter Beginn für Barrichello

Buttons Stallgefährte Rubens Barrichello (14./+ 1,003/13 Runden) konnte die Session wegen eines fehlerhaften Sensors überhaupt erst nach gut einer halben Stunde in Angriff nehmen. Allerdings lagen wieder 18 Fahrer (!) im Bereich von ungefähr einer Sekunde, sodass geringe Unterschiede der Benzinmengen schon einen Riesenunterschied ausmachen konnten. Und: "Wer die Reifen auf Temperatur bekommt, wird die Nase vorne haben", brachte es Experte Stuck auf den Punkt.

"McLaren scheint einen guten Schritt gemacht zu haben. Es wird an der Spitze ziemlich eng zugehen", prognostizierte Brawn. Doch konkurrenzfähig war nur ein Silberpfeil: Heikki Kovalainen (18 Runden) bekam zwar heute auch die neuen Frontflügelendplatten, muss aber weiterhin auf einige Modifikationen verzichten, die bei Hamilton schon an den MP4-24 geschraubt wurden. Auch deswegen büßte der Finne als Vorletzter 1,621 Sekunden ein.

Neben Vettel schafften es mit Nico Rosberg (8./Williams-Toyota/+ 0,569/20 Runden) und Nick Heidfeld (10./+ 0,807/21 Runden) zwei weitere Deutsche in die Top 10. Der BMW Sauber F1 Team Pilot bekam heute weitere neue Komponenten für seinen F1.09, Gerüchten zufolge einen verbesserten Frontflügel. Kombiniert mit einer neuen Hinterradaufhängung und einem optimierten Doppeldiffusor scheint dieser im wahrsten Sinne des Wortes zu beflügeln.

Heidfeld ortet Fortschritte

"Ich denke schon, dass es ein Fortschritt ist", analysierte "Quick Nick", der seinen Teamkollegen Robert Kubica (18./+ 1,148/20 Runden) permanent hinter sich halten konnte. Trotzdem war Heidfeld nicht restlos zufrieden: "Mein Unterboden setzt zu stark auf, vor allem in Kurve zehn. Außerdem untersteuert das Auto noch ein bisschen zu viel. Das liegt vielleicht daran, dass das Vorderrad manchmal stehen bleibt."

Für eine erfreuliche Überraschung aus deutscher Sicht sorgte indes Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/20 Runden), der im Finish früher als alle anderen an die Box ging, aber als 13. mit 0,983 Sekunden dennoch ein respektables Ergebnis einfuhr. Zwischenzeitlich lag der Wahlschweizer sogar auf Top-5-Kurs. Giancarlo Fisichella (+ 1,014/21 Runden) im zweiten Force-India-Mercedes bestätigte als 15. den Aufwärtstrend.

Toyota lieferte eine unauffällige Performance ab, ebenso wie auch das Toro-Rosso-Ferrari-Team. Sébastien Buemi (17./+ 1,118/23 Runden) bekam nur einmal TV-Zeit, als er sein Auto mit einem spektakulären Drift durch die NGK-Schikane prügelte. Solche und ähnliche Szenen wünschen wir uns auch für das Qualifying am Nachmittag. Entscheiden wird dann womöglich das Wetter: Regen ist ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Temperaturanstieg...

Fotoquelle: xpb.cc

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