Glückliche Gesichter: Jenson Button, Mark Webber, Rubens Barrichello

Formel 1 2009

— 11.07.2009

Wetterthriller am Nürburgring: Pole für Webber!

Mark Webber sicherte sich in einem dramatischen Qualifying auf dem Nürburgring die erste Pole-Position seiner Karriere - Button Dritter, Vettel Vierter

Der Nürburgring scheint Mark Webber zu liegen: Nach dem Podestplatz im Jahr 2007 sicherte sich der Red-Bull-Renault-Pilot heute Nachmittag im Qualifying zum Grand Prix von Deutschland die erste Pole-Position seiner achtjährigen Formel-1-Karriere. Webber setzte sich in einem dramatischen Finish nicht nur gegen das Brawn-Mercedes-Duo durch, sondern vor allem gegen seinen Teamkollegen.

Denn Sebastian Vettel erreichte im Top-10-Finale, das auf leicht feuchter Strecke begann, aber mit Trockenreifen bestritten werden konnte, nur den vierten Platz. Das ist eine eher ungünstige Ausgangsposition, schließlich hat der Lokalmatador hat nicht nur seinen WM-Rivalen Jenson Button (3./Brawn-Mercedes/+ 0,243) vor, sondern auch zwei Silberpfeile hinter sich - und die werden am Start mit KERS nur ganz schwer zu kontrollieren sein.

Erster Sieg von Webber gegen Vettel

Vettel schrammte um 0,250 Sekunden an der Pole-Position und um sieben Tausendstelsekunden an der Button-Zeit vorbei. Doch der Star des Tages war Webber, der Vettel nicht nur erstmals in dieser Saison in einem Qualifying schlagen konnte, sondern auch gleich allen anderen den Zahn zog. Der Australier nahm Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes) 0,127 und Button 0,243 Sekunden ab und hatte nach seiner Topleistung allen Grund zur Freude.

"Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich war schon oft dicht dran, aber heute hat es gepasst. Wir waren schon das ganze Wochenende schnell. Die Runde am Ende hat gepasst", jubelte Webber, dem von seinem Teamchef Christian Horner Rosen gestreut wurden: "Das war eine brillante Runde von Mark, auch wenn Sebastian etwas mehr Benzin an Bord hat. Die Brawns sind im Red-Bull-Sandwich, aber wir müssen auch auf die McLarens mit KERS aufpassen."

Lewis Hamilton lag beim 75-jährigen Jubiläum der Silberpfeile wenige Minuten vor Schluss noch auf Pole-Position-Kurs, konnte aber im entscheidenden Run nicht mehr ausreichend zulegen und fiel dadurch noch auf Rang fünf zurück. Rückstand: 0,386 Sekunden. Unmittelbar hinter ihm reihte sich Stallgefährte Heikki Kovalainen in einem nicht ganz so aktuellen MP4-24 ein - trotz Mauerkuss in Q2. Zwischen den beiden McLaren-Mercedes-Piloten klaffte allerdings ein Loch von 1,243 Sekunden!

Vettel setzt auf volle Attacke

Vettel wirkte nach Platz vier niedergeschlagen: "Das Auto war in Ordnung, aber leider war meine letzte Runde nicht die beste des Wochenendes. Es hätte vielleicht reichen können, aber der vierte Platz war das Beste, was wir rausholen konnten. Jetzt schauen wir mal, was morgen passiert", sagte er und gab die Marschrichtung für das Rennen aus: "Attacke - wir haben nichts zu verlieren! Jetzt müssen mir die Fans die Daumen morgen halt ein bisschen fester Drücken..."

WM-Leader Button brillierte in der letzten Runde mit Bestzeit im ersten Sektor, für ganz vorne reichte es aber nicht. Trotzdem zeigte er sich mit Platz drei durchaus zufrieden: "Ich bin froh, nach dieser verrückten Session überhaupt in den Top 10 zu sein! Jetzt bin ich Dritter - was will man mehr?" Einziger Wehrmutstropfen: Der Brite brach seinen ersten Run im Top-10-Finale ab und verschenkte damit zwei Benzinrunden für das morgige Rennen.

Die Sensation des Tages lieferte dafür Adrian Sutil (Force-India-Mercedes) ab, der die Hürden Q1 und Q2 unter schwierigen Bedingungen souverän meisterte, die Gunst der Stunde nutzte und sich den siebenten Startplatz sicherte. Am Ende fehlten 2,086 Sekunden auf die Spitze - aber das tat der besten Leistung seiner Karriere keinen Abbruch: "Für Sutil ist das ein Riesenerfolg", klatschte Ex-Weltmeister Keke Rosberg begeistert Beifall.

Sensation durch Sutil

Der zweitbeste Deutsche ließ die beiden Ferraris hinter sich und auch Nelson Piquet (10./+ 2,573), der erstmals überhaupt schneller war als Renaults Nummer eins, Fernando Alonso. Letzterer leistete sich in den letzten Sekunden des zweiten Qualifyings einen entscheidenden Fehler, als er an neunter Stelle liegend in der NGK-Schikane eine schnelle Runde wegwarf. Bei abtrocknenden Bedingungen fiel er nach abgelaufener Zeit noch aus den Top 10 raus.

Denn zwischen Q1 und Q2 hatte es zu regnen begonnen, sodass die Strecke auch richtig nass war. Q2 begann zunächst mit Trockenreifen, doch als das im Chaos endete, kam das Feld geschlossen an die Box, um auf Intermediates zu wechseln. Am Ende trocknete es wieder ab - und als Barrichello mit Trockenreifen um Sekunden schneller war als alle anderen, ging es in die Entscheidung. Barrichello war die Bestzeit in Q2 allerdings nicht mehr zu nehmen.

Hinter dem Brasilianer reihten sich Piquet und Sutil auf den Positionen zwei und drei ein, wohingegen Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) um eine halbe Sekunde am Cut scheiterte. Der Lokalmatador besiegte heute zwar seinen Stallgefährten Robert Kubica (16.), der er schon das ganze Wochenende im Griff hatte, klar, dennoch reichte es nicht für den Finaleinzug. Auch Jarno Trulli (14.Toyota) und Nico Rosberg (15./Williams-Toyota) scheiterten in der Wetterlotterie.

Glock nach frühem Aus stinksauer

Bereits in Q1 war Timo Glock (19./Toyota) ausgeschieden, der mit seinem Abschneiden überhaupt nicht zufrieden war und seufzte: "Scheiße! Ich versuche alles, aber der Reifen funktioniert einfach nicht so, wie er soll. Ich war in jedem Sektor ein bis zwei Zehntel langsamer, aber ich weiß nicht, woher das kommt. Ich bin ratlos." Durch die niedrigen Temperaturen war es ein Kriterium, die Reifen auf Temperatur zu bekommen, "aber das war für alle gleich", sagte Red-Bull-Teamchef Horner.

Glock hatte sich bereits einige Minuten vor seinem vergeblichen Versuch, sich bei einsetzendem Regen noch zu steigern, in der NGK-Schikane verbremst - und dann in der Zielkurve obendrein Alonso aufgehalten, der dies mit einem eindeutigen Handzeichen quittierte. Alonso stieg dennoch locker auf, weshalb der Zwischenfall ohne Konsequenzen bleiben dürfte. Neben Glock und Kubica erwischte es auch Sébastien Buemi (17./Toro-Rosso-Ferrari) in Q1 - wenig überraschend.

Für das Rennen zeichnet sich der erwartete Zweikampf zwischen Red-Bull-Renault und Brawn-Mercedes ab - aber sollte es wie angekündigt regnen, dann ist alles möglich. Selbst Sutil wird heute Nacht möglicherweise von einer Sternstunde träumen. Der schnellste Mann der Freien Trainings, Hamilton, darf sich ebenfalls Außenseiterchancen ausrechnen, beim Mercedes-Heimspiel endlich erstmals auf das Podium zu fahren. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt.

Fotoquelle: xpb.cc

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