Michael Schumacher stand heute wieder einmal am Kommandostand

Formel 1 2009

— 11.07.2009

Schumacher: "Es wird Sebastian wurmen"

Michael Schumacher über die Leistung von Sebastian Vettel im Qualifying und das Missverständnis bei Ferraris Reifenwahl

Die Euphorie um Sebastian Vettel am Nürburgring erinnert fast schon ein bisschen an die großen Tage von Michael Schumacher. "Was heißt fast?", fragt der siebenfache Weltmeister im 'RTL'-Interview. Schumacher ist als Ferrari-Berater in der Eifel, drückte im heutigen Qualifying aber natürlich auch seinem Freund und Landsmann die Daumen.

Dass es nicht für die Pole-Position gereicht hat, "wird ihn wurmen", so der neunfache Sieger von Formel-1-Rennen auf deutschem Boden. Und Schumacher sagte weiter: "In der Heimat würde man gerne ganz vorne stehen, aber man muss noch abwarten, welche Benzinmenge im Auto ist. Im Normalfall sind die beiden relativ gleich, was die Benzinmenge angeht, insofern sieht es so aus, als hätte Webber ganz einfach eine bessere Runde hinbekommen, was unter diesen Umständen schnell passieren kann."

Vettel habe sich aber trotz der heutigen Niederlage seinen Ruhm verdient, schließlich sei er "auf jeden Fall" ein netter Kerl geblieben. Schumacher sieht auch durchaus Chancen für den Red-Bull-Piloten, den Grand Prix noch zu gewinnen, aber um einen Selbstläufer handle es sich dabei keineswegs: "Es ist eng. Es wird interessant." Die Top 4 waren heute lediglich durch eine Viertelsekunde getrennt.

Vettel selbst konnte sich über Platz vier freuen. Das Kindliche scheint der 22-Jährige bereits abgelegt zu haben. Schumacher findet das nicht ungewöhnlich: "Ich denke, dass das relativ normal ist. In der Formel 1 wird man sehr schnell erwachsen, weil man mit sehr vielen Dingen sehr früh konfrontiert wird. Man muss ziemlich viel auf einmal lernen, insofern reift man in der Formel 1 schneller. Das sieht man auch bei Sebastian", sagte der 40-Jährige.

Sein Arbeitgeber Ferrari holte heute mit Felipe Massa und Kimi Räikkönen die Startpositionen acht und neun. "Wenn man sich die Wetterumstände anschaut und die Strategie, die wir gewählt haben, können wir ganz zuversichtlich sein", analysierte Schumacher. Dank KERS könnte Ferrari am Start gegenüber dem vor den Roten stehenden Adrian Sutil im Vorteil sein und anschließend gleich Jagd auf die Silberpfeile machen.

Verwirrung herrschte an der Ferrari-Box im zweiten Qualifying, als die Mechaniker bei wechselhaften Bedingungen harte statt weiche Trockenreifen montieren wollten, bis Massa-Renningenieur Rob Smedley lautstark "Wrong tyres!" in den Boxenfunk plärrte. Schumacher will diesem Zwischenfall keine allzu große Bedeutung beimessen, weil zu jenem Zeitpunkt beide Autos gleichzeitig an der Box standen: "Bei einem Doppelboxenstopp kann schon mal ein kleines Missverständnis entstehen."

Fotoquelle: xpb.cc

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