Vor dem Boxenstopp: Jenson Button vor Felipe Massa und Mark Webber

Formel 1 2009

— 12.07.2009

Button freut sich mit Sieger Webber

Im WM-Kampf sieht Jenson Button nach dem Nürburgring einen weiteren Gegner - Reifenprobleme diktierten erneut seinen Arbeitstag

Wie schon zuletzt in Silverstone hatte Jenson Button auch heute auf dem Nürburgring enorme Probleme damit, die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Bei frischen 18 Grad in der Eifel musste der Brawn-Pilot mit den harten Pneus sogar Schlangenlinien fahren, um die Gummis aufzuwärmen - eine Szene, wie man sie in einem Formel-1-Rennen davor noch nie gesehen hat.

"Wir hatten Probleme mit den Reifen", gestand Teamchef Ross Brawn. "Es gab eine Phase, da lag das Auto nicht so schlecht, als die Sonne kurz herauskam. Wir hatten aber meistens Graining, weil die Reifentemperaturen nicht hoch genug waren. Sehr frustrierend." Am Ende wurde Button mit 23,6 Sekunden Rückstand Fünfter, Rubens Barrichello Sechster. Das bedeutet bei gleichzeitigem Red-Bull-Doppelsieg, dass der Vorsprung in der Weltmeisterschaft weiter dahinschmilzt.

Freude über Webbers Sieg

"Natürlich sind wir ein bisschen besorgt, aber wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken", sagte Button nach dem zweiten Rennen ohne Podestplatz. "Unser Motto muss vielmehr lauten: Jetzt erst recht! Zumindest hat nicht Vettel gewonnen, denn jetzt hat er Webber in der Weltmeisterschaft direkt hinter sich und sie werden sich gegenseitig Punkte wegnehmen. Ein Sieg von Vettel wäre ein Desaster für mich gewesen."

Doch auch aus ganz uneigennützigen Gründen freute sich der Brite mit Webber: "Ich bin glücklich für ihn, denn er war schon ein paar Mal knapp dran und er verdient diesen Sieg. An diesem Wochenende hat er einen Superjob gemacht. Jetzt ist er ein weiterer Gegner im Titelkampf. Es wird enger. Ich freue mich aber auf Ungarn, wo wir neue Teile bekommen werden. Dort müssen wir die Red Bulls unbedingt schlagen", so Button.

Die Chancen darauf stehen nicht schlecht, denn der Hungaroring ist im Hochsommer für seine hohen Temperaturen bekannt und auch die Streckencharakteristik sollte dem Brawn-Mercedes BGP 001 entgegenkommen. Das Problem heute war ja, dass speziell die harten Reifen nicht auf Temperatur kamen, dadurch keinen Grip aufbauten und viel Wheelspin produzierten. Das wiederum führte zum bekannten Phänomen Graining.

Am Start schon viel verloren

"Aber schon der Start war schlecht", ergänzte Button. "Die Leute bremsten sich gegenseitig aus, da wollte ich mir den Frontflügel nicht abrasieren. Ich holte wieder ein paar Positionen auf und schnappte mir in der zweiten Runde Massa, aber an Kovalainen fand ich keinen Weg vorbei. Er war viel zu langsam, das hat uns das Leben schwer gemacht. Als ich freie Fahrt hatte, war ich sofort um eine Sekunde schneller. Die Pace war da, aber wir hatten einfach kein Glück."

"Dann hing ich eine Weile hinter Rubens fest, der mit den harten Reifen nicht die beste Pace gehen konnte. Meine Pace auf den weichen Reifen war ebenfalls schlecht, denn wegen der kalten Strecke bekam ich keine Hitze rein. Dadurch stieg der Verschleiß an", gab Button zu Protokoll und seufzte: "Ich dachte, dass wir heute hinter den Red Bulls Dritter werden können, aber im Nachhinein betrachtet war das nicht möglich."

Daher fiel auch die Bilanz von Teamchef Brawn negativ aus: "Das war nicht großartig. Dritter und Vierter wäre besser gewesen, aber gegen die Red Bulls hatten wir keine Chance", sagte er. Zumindest beträgt Buttons Vorsprung in der Fahrer-WM noch 21 Punkte - aber nicht mehr auf Barrichello, sondern auf Vettel. Barrichello ist heute mit nur drei Zählern vom zweiten auf den vierten Gesamtrang zurückgefallen.

Fotoquelle: xpb.cc

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