Walter Kafitz freut sich über eine gelungene Einweihung des Nürburgrings

Formel 1 2009

— 13.07.2009

Nürburgring steht für 2010 nicht zur Verfügung

Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz zieht nach dem Grand Prix zufrieden Bilanz und hofft, dass die Formel 1 auch 2010 nach Deutschland kommen wird

Der gestrige Grand Prix von Deutschland war laut Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz ein Erfolg: Rund 250.000 Zuschauer sind auf das Wochenende verteilt in die Eifel gekommen und sorgten damit für eine gelungene Einweihung der 258 Millionen Euro teuren Erlebniswelt, die erst am Donnerstag eröffnet worden war.

Doch trotz des guten Besuchs kann man sich am Nürburgring nicht vorstellen, nächstes Jahr für Hockenheim einzuspringen und damit vom zuletzt angewendeten Rotationsprinzip abzuweichen: "Wir stehen für nächstes Jahr definitiv nicht zur Verfügung, sondern wir planen für 2011", so Kafitz nach dem Rennen im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Wegen der Verluste für die Nürburgring GmbH sei eine jährliche Veranstaltung finanziell nicht zu stemmen.

Ecclestone muss billiger werden

Das wäre nur der Fall, sollte Bernie Ecclestone von seinen massiven Forderungen runtergehen, aber "ich kann mir nicht vorstellen, dass er meinen Wunsch akzeptieren will", sagt Kafitz, der auch auf die Frage nach einer Zukunft über 2011 hinaus nur entgegnet: "Frag Bernie!" Die Bereitschaft in der Eifel, den Grand Prix von Deutschland langfristig im Zweijahresrhythmus zu veranstalten, sei jedenfalls grundsätzlich vorhanden.

Wichtig ist dabei der Zweijahresrhythmus, denn: "Es ist ein Kompromiss zwischen dem wirtschaftlichen Nutzen für die Region und unserer Geschäftssituation mit der Nürburgring GmbH." Sprich: Während die Nürburgring GmbH, die sich zu 100 Prozent in öffentlicher Hand befindet, mit der Formel 1 Verluste in Millionenhöhe schreibt, weil Ecclestone so hohe Gebühren verlangt, schöpft die gesamte Region natürlich viel Wert ab.

Im Vorfeld des vergangenen Wochenendes wurde berechnet, dass die Formel-1-Fans 60 Millionen Euro in der Eifel lassen werden, "aber jetzt, wo ich die Massen im neuen Boulevard gesehen habe, erwarte ich, dass wir diese Zahl übertreffen werden", so Kafitz. Daher drückt er die Daumen, dass auch für Hockenheim 2010 eine Lösung gefunden wird: "Ich kann mir ein Jahr ohne Formel 1 in Deutschland nicht vorstellen. Ich bin da aber sehr optimistisch."

Massiver Verkehrsstau

Als Wehrmutstropfen bleibt, dass es vor dem Rennen zu massiven Verkehrsstaus kam, die vielen Fans die Vorfreude auf die dröhnenden Motoren getrübt haben dürften. Auch viele Journalisten steckten in diesem Chaos fest - und nahmen dabei kaum regelnde Polizei wahr. Besonders schlimm war es auf den letzten Kilometern zwischen der Abfahrt 33 (Wehr) von der A61 und dem Nürburgring. Unser Redakteur benötigte am Vormittag drei Stunden für 30 Kilometer!

"Wir müssen uns das nach dem Rennen genau anschauen", gesteht Kafitz, relativiert aber im gleichen Atemzug: "Das Gegenteil wäre noch viel schlimmer: schnell und problemlos hierher zu kommen, dafür dann aber leere Tribünen vorzufinden. Das wäre ein echter Albtraum für mich! Wir müssen uns aber schon Gedanken machen, wie wir die Verkehrssituation verbessern können. Ich denke, es gibt für alles eine Lösung."

Sportlich blieb das Wunschergebnis versagt, weil Mark Webber einen Heimsieg durch Sebastian Vettel verhinderte. Dennoch schlugen sich die insgesamt fünf Deutschen tapfer, was hoffen lässt, dass das Zuschauerinteresse auch in den nächsten Jahren anhalten wird. Doch an die goldenen Michael-Schumacher-Jahre, als der Nürburgring zumeist ausverkauft war, reichte der gestrige Besuch nicht heran: "Diese Zeiten sind vorbei", gesteht Kafitz.

Fotoquelle: xpb.cc

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