McLaren-Mercedes wird 2010 auf ein anderes Konzept setzen als beim MP4-24

Formel 1 2009

— 14.07.2009

2010er-Silberpfeil wird "sicher anders aussehen"

McLaren-Mercedes will die Weiterentwicklung des MP4-24 nicht einstellen, aber dennoch den Fokus auf die kommende Saison verschieben

Bei McLaren-Mercedes hat man nach neun von 17 Rennen ohne einen einzigen Podestplatz erkannt: "Wir werden sicher nicht mehr Weltmeister", so Teamchef Martin Whitmarsh. "Daher beschäftigen wir uns viel intensiver mit der nächsten Saison als zur gleichen Zeit im Vorjahr." Denn genau wie nach 2004 und 2006 wollen die Silberpfeile auch diesmal stark zurückschlagen.

Dafür ist es erforderlich, das Projekt 2010 rechtzeitig in Angriff zu nehmen. Doch das bedeutet nicht, dass darunter das Programm um den aktuellen MP4-24 leiden muss: "Wir werden aber auch dieses Auto weiterentwickeln, denn wir haben die aerodynamische Philosophie grundlegend verändert. Unsere Jungs finden jetzt die Performance. Das ist wie ein Neustart. Ich hoffe auch, dass wir Dinge lernen und ins nächstjährige Auto einfließen lassen können", erklärt Whitmarsh.

Nicht mit Honda vergleichbar

McLaren-Mercedes setzt damit auf eine andere Strategie als Honda. Die Japaner stellten die Weiterentwicklung des 2008er-Autos früh komplett ein und fahren nun unter dem Namen Brawn von Erfolg zu Erfolg. Doch das wurde begünstigt durch die radikalen Regeländerungen, durch die alle Teams praktisch bei null beginnen mussten. McLaren-Mercedes und Ferrari konnten sich wegen des WM-Kampfs jedoch erst spät auf 2009 konzentrieren.

Man gehe 2010 "sehr aggressiv" an, sagt Whitmarsh und erläutert: "Das nächstjährige Auto ist trotz des stabilen Reglements insofern anders, weil der Tank wegen des Tankverbots größer gestaltet werden muss. Außerdem war uns nach dem schlechten Saisonauftakt klar, dass wir ein anderes Auto bauen müssen. Es wird sicher anders aussehen. Und einige Dinge kann man nicht so einfach auf das nächste Auto übertragen."

Wie schwer das Tankverbot wiegt, lässt sich errechnen: Wenn ein Rennen durchgefahren werden muss, sind über 100 Kilogramm mehr Benzin Startgewicht erforderlich. Das schlägt sich streckenabhängig mit bis zu vier Sekunden auf die Rundenzeit nieder. Aber Priorität haben derzeit andere Sorgen. Whitmarsh: "Wir sind ein Rennteam und wir fahren nicht gerne hinterher. Haben wir unser Auto schon in ein Siegerauto transformiert? Nein. Haben wir Fortschritte gemacht? Ja."

0,75 Sekunden gefunden?

Das war bereits auf dem Nürburgring zu sehen, wo Lewis Hamilton beinahe als Führender in die erste Kurve eingebogen wäre: "Unser Eindruck war, über das Gesamtpaket etwa eine Dreiviertelsekunde gefunden zu haben. Wenn man sich unsere Performance im Vergleich zu Red Bull und Brawn anschaut, dann haben wir einen guten Schritt nach vorne gemacht", lobt Whitmarsh die Arbeit seiner Crew, die teilweise im 36-Stunden-Schichtbetrieb zu Werke gehen musste.

Beim nächsten Rennen auf dem Hungaroring könnten die Silberpfeile theoretisch noch besser aussehen als zuletzt, denn die Streckencharakteristik ohne wirklich schnelle Kurven müsste dem aerodynamisch schwächelnden MP4-24 entgegenkommen. Aber einen Sieg will sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug für die restlichen Rennen ebenso wenig vornehmen wie eine bestimmte WM-Position: "So etwas ist nicht unser Ziel."

Stattdessen formuliert er eine etwas vagere Vorgabe: "Wir wollen das schnellstmögliche Auto, das wir mit unserem Fähigkeiten darstellen können, in kürzester Zeit darstellen. Vergessen Sie nicht, welche Nummer wir auf dem Auto haben - die gab's nicht mit Postwurfsendung, sondern die haben wir uns erarbeitet. (...) Ich bin nicht begeistert, wenn wir nicht vorne fahren. Das ist unser Wille, das ist unser Ziel, das ist unser Auftrag."

Fotoquelle: xpb.cc

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