Jean Todt: Vom Rallyesport über die Formel 1 ins FIA-Präsidium?

Formel 1 2009

— 16.07.2009

FIA-Präsidentschaft: Todt tritt für Kontinuität ein

In einem Schreiben an die FIA-Mitgliedsklubs hat Jean Todt seine Präsidentschaftskandidatur bestätigt und sein vorgesehenes Team vorgestellt

Der von Amtsinhaber Max Mosley vorgeschlagene Nachfolger als FIA-Präsident, Jean Todt, wird bei der Wahl zum nächsten Chef des Automobilweltverbandes am 23. Oktober wie erwartet tatsächlich antreten. Dies bestätigte Todt in einem Schreiben an die FIA-Mitgliedsklubs, das 'Motorsport-Total.com' zur Durchsicht vorgelegt wurde.

"Nach der Entscheidung von Max Mosley, sich nicht erneut zur Wiederwahl zu stellen, und seiner freundlichen Unterstützung für meine Kandidatur, möchte ich nun in diesem Schreiben darlegen, was mich dazu bewegt hat, mich um die Position des FIA-Präsidenten zu bewerben", so Todt an die Vorsitzenden der Mitgliedsklubs. "Ich bin mir dabei der einzigartigen Stellung der FIA als Dachverband des Motorsports und als Vereinigung von Automobilklubs in aller Welt bewusst."

Ein Vertreter des Mosley-Kurses

Der Franzose würdigt in seinem Schreiben die Verdienste von Mosley um die FIA und fügt an, dass er "Kontinuität" ebenso anbieten möchte wie "Veränderungen, um den Herausforderungen der Zukunft für den Sport und den Kraftverkehr zu begegnen. Wir durchleben eine Zeit des beispiellosen Wandels in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Trotz der weltweiten Rezession soll sich die Zahl der Kraftfahrzeuge bis 2050 voraussichtlich verdreifachen."

"Neue Generationen in aller Welt werden die Freiheit und Mobilität genießen können, die das Autofahren bietet, und es ist die Aufgabe der FIA, ihr Recht auf sicheres, nachhaltiges und erschwingliches Autofahren zu verteidigen", schreibt Todt. "Auch müssen wir es diesen Menschen leichter machen, die Leidenschaft und Spannung des Motorsports zu erleben. Aufbauend auf ihren Erfahrungen und Traditionen muss sich die FIA dem Auftrag stellen, diese neue Ära des globalen Kraftverkehrs und des globalen Motorsports mitzugestalten und zu fördern."

Der langjährige Ferrari-Teamchef, unter dem Michael Schumacher zwischen 2000 und 2004 fünf seiner sieben Formel-1-WM-Titel gewonnen hat, setzt seine Kandidatur unter ein dreigeteiltes Leitmotiv: Erschwinglichkeit und Wettbewerb, Innovation und Spitzenleistung sowie Teamwork und Kooperation. Zur Umsetzung dieser Leitmotive hat Todt auch bereits sein Kabinett zusammengestellt und den Mitgliedsklubs präsentiert.

Stoker als Vizepräsident für Sport

Diesem würden Brian Gibbons als Vizepräsident für Mobilität und Nick Craw als Präsident des FIA-Senats angehören, ebenso wie Graham Stoker als Vizepräsident für Sport. Stoker ist Vorsitzender der britischen Motor Sports Association (MSA) und ist spezialisiert auf Sport-, Umwelt- und Handelsrecht. Aufmerksameren Formel-1-Fans dürfte der Brite als Rennkommissar ein Begriff sein. Außerdem ist er Mitglied des Motorsport-Weltrats der FIA.

Als solches war er über viele Jahre hinweg Kollege von Todt, der diesem Gremium in seiner Zeit als Ferrari-Teamchef ebenfalls angehörte. Außerdem war der heute 63-Jährige bereits als Mitarbeiter der FIA-Rallyekommission und als Aufsichtsratsmitglied der FIA-Foundation tätig. Am meisten spricht aber für ihn, dass er dank Mosleys offizieller Empfehlung einen Startvorteil gegenüber anderen Kandidaten wie etwa dem Finnen Ari Vatanen hat.

In seinem heutigen Schreiben bittet Todt die Mitgliedsklubs mit einem emotionalen Plädoyer um ihre Stimme: "Im Laufe meiner Karriere hatte ich das große Glück, bedeutende Erfolge im Motorsport zu erzielen. Nun ist für mich der Moment gekommen, um dem Sport und den FIA-Klubs, die mir so viel gegeben haben, etwas zurückzugeben." Genau wie Gegenkandidat Vatanen wird auch der Franzose auf der ganzen Welt auf Stimmenfang gehen. Ob sich weitere Bewerber aufstellen lassen wollen, ist derzeit noch unklar.

Fotoquelle: xpb.cc

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