Stirling Moss findet, dass die Formel 1 viel von ihrem Reiz verloren hat

Formel 1 2009

— 20.07.2009

Moss: WM-Titel sollte nicht so wichtig sein

Stirling Moss bedauert, dass Einzelrennen heutzutage nicht mehr so viel Bedeutung haben wie früher - Prophetisches zum Tod von Henry Surtees

Stirling Moss, der erfolgreichste Grand-Prix-Pilot aller Zeiten, der nie einen WM-Titel gewonnen hat, stattete am vergangenen Wochenende der Ennstal-Classic in Österreich einen Besuch ab. Dabei übte er im Interview mit der 'Kleinen Zeitung' Kritik daran, dass Einzelrennen heute nicht mehr ihre frühere Bedeutung haben, weil sie von der Weltmeisterschaft völlig überstrahlt werden.

"Das Problem mit dem WM-Titel ist, dass er das Wichtigste im ganzen Jahr ist. Das sollte nicht so sein", findet der Brite, der zwischen 1955 und 1961 nie schlechter als WM-Dritter war. "Das wichtigste Rennen ist immer das, das ich heute bestreite. Heute kann ich getötet werden, heute kann ich gewinnen oder verlieren. Aber heutzutage ist die WM wichtiger, als Rennen zu gewinnen. Das gefällt mir nicht, das ist kein Rennsport mehr."

Längst vorbei sind die Zeiten, als der Sieg bei einem Grand Prix das Allerwichtigste war und der WM-Titel nur ein Bonus zum Drüberstreuen. Lediglich Monte Carlo genießt noch eine Sonderstellung. Und noch etwas hat sich seit Moss' aktiven Zeiten geändert: "Wir haben jedes Jahr zwei oder drei berühmte Fahrer verloren." Die Gefahr "war auch der Grund, warum ich Rennen gefahren bin. Sie war Teil der Attraktivität. Der Nervenkitzel hat es so interessant gemacht."

"Ich sehe mir heute noch jedes Rennen an. Es ist noch interessant, aber nicht mehr aufregend", so der 79-Jährige. "Es ist eine Schande, dass der Fahrer heute nur mehr einen sehr geringen Anteil am Erfolg hat. Der Fahrer hat nicht mehr die Möglichkeit, seine Fähigkeiten zu zeigen. Juan Manuel Fangio machte noch 20 bis 25 Prozent aus. Sebastian Vettel, der heute der wahrscheinlich schnellste Fahrer ist, nur mehr ein oder zwei Prozent."

In Zusammenhang mit den Gefahren des Motorsports gab Moss auch einen Satz von sich, der auf tragische Weise prophetisch sein sollte: "Heute stirbt man wohl nur, wenn man von einem herumfliegenden Rad getroffen wird." Denn genau bei so einem Unfall kam gestern bei einem Formel-2-Rennen in Brands Hatch Henry Surtees ums Leben, der Sohn des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters John Surtees...

Fotoquelle: Markus Kucera

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