Fernando Alonso erlebte ein Rennen, das sich zu einem Albtraum entwickelte

Formel 1 2009

— 26.07.2009

Doppelte Enttäuschung für Renault

Erst schied Fernando Alonso nach einem verpatzten Boxenstopp in Führung liegend aus, dann kassierte der Rennstall eine drakonische Strafe

Der Grand Prix von Ungarn endete für das Renault-Team mit einer großen Doppel-Enttäuschung. Von der Pole-Position des Trainingsschnellsten gestartet, hatte Fernando Alonso das Feld mit seinem Renault R29 angeführt, bevor ein technischer Defekt den Spanier aus dem Rennen riss und alle Hoffnungen auf ein starkes Punkte-Ergebnis zunichtemachte.

Beim Boxenstopp hatte das Team ein Rad nicht richtig montiert, das sich daraufhin löste. Die Rennleitung bestrafte dies nach dem Rennen mit einem Ausschluss des Teams vom kommenden Rennen in Valencia. Der französische Rennstall hat gegen diese Entscheidung bereits Berufung eingelegt.

Teamkollege Nelson Piquet erreichte das Ziel auf Platz zwölf. Berichten aus dem Fahrerlager zufolge war es das letzte Rennen des Brasilianers für das Team. Er soll gegen Testfahrer Romain Grosjean ausgetauscht werden.

"Wir haben die große Chance auf ein Podestergebnis verpasst", so Alonso. "Mir ist ein grandioser Start gelungen, und bis zum ersten planmäßigen Boxenstopp ging mein Renault R29 richtig gut. Beim Wechsel des vorderen rechten Reifens trat jedoch ein Problem auf, er ließ sich nicht richtig befestigen. Schon beim Verlassen der Boxengasse stellten sich starke Vibrationen ein - ich dachte zuerst, dass es sich um einen Plattfuß handeln würde."

"Wenige Kurven später machte sich das Rad dann ganz selbstständig und flog davon. Ich schaffte es zwar noch wieder zurück zu meinen Mechanikern und bekam einen neuen Satz Pneus, doch dann wurden die Schwierigkeiten mit der Benzinpumpe - die mich schon seit zwei Runden begleitet hatten -größer. Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als mein Auto vorzeitig abzustellen."

"Es ist eine Schande, dass wir diese Gelegenheit auf WM-Punkte nicht nutzen konnten. Aber so etwas kann im Motorsport immer passieren. Wir sind natürlich enttäuscht, sehen aber trotzdem das Positive an diesem Wochenende: Wie bereits auf dem Nürburgring waren wir erneut absolut konkurrenzfähig. Dies stimmt mich für die nächsten Rennen überaus optimistisch. Dann sollten wir zeigen können, dass wir wieder bei der Musik sind."

"Mein Start war prima, ich konnte gleich auf der ersten Runde einige Konkurrenten überholen", so Piquet. "Danach jedoch steckte ich ständig hinter langsameren Autos fest, dies war meinem Rennergebnis nicht förderlich. Meine strategische Marschroute hat sich nicht ausgezahlt, denn bei freier Fahrt hätte ich deutlich schneller fahren können. Mein Renault R29 funktionierte perfekt. Ich freue mich, dass ich an diesem Wochenende auch in den Genuss der jüngsten Entwicklungen gekommen bin."

"Wir sind sehr unglücklich darüber, wie sich der Große Preis von Ungarn für uns entwickelt hat, denn wir hatten uns für dieses Rennen ein deutlich besseres Ergebnis ausgerechnet", so Chefingenieur Pat Symonds. "Praktisch ab Runde zwei trat am Auto von Fernando Alonso ein Problem mit der Benzinpumpe auf, das uns viel Zeit gekostet hat."

"Dies war auch der Auslöser für den frühen Tankstopp, bei dem zusätzlich Schwierigkeiten mit einer Radbefestigung auftraten. Am Ende mussten wir Fernando wegen der mangelhaften Kraftstoffversorgung aus dem Rennen nehmen. Nelson Piquet erlebte ebenfalls einen schwierigen Nachmittag und gab bis ins Ziel alles. In die Nähe von WM-Punkten kam er jedoch nie."

"Fernando Alonso legte hier auf dem Hungaroring seinen vielleicht besten Start der bisherigen Saison hin", so Remi Taffin, Leitender Motoreningenieur. "Das Tempo, mit dem er zu Beginn des Grand Prix' seine Führung ausbauen konnte, ließ unsere Hoffnungen auf ein starkes Ergebnis wachsen. Unglücklicherweise warf ihn ein technisches Problem jedoch aus dem Rennen."

"Dies ist auf der einen Seite natürlich frustrierend. Auf der anderen jedoch konnten wir erneut unter Beweis stellen, welche Fortschritte uns mit den jüngsten Modifikationen des Renault R29 gelungen sind, die wir auf dem Nürburgring erstmals eingesetzt haben. Jetzt konzentrieren wir uns ganz auf die zweite Saisonhälfte und wollen unsere neu gewonnene Konkurrenzfähigkeit endlich in ein zählbares Resultat ummünzen."

Fotoquelle: xpb.cc

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