Norbert Haug darf sich endlich über den ersten Saisonsieg freuen

Formel 1 2009

— 26.07.2009

Interview: Haug jubelt über "historischen" KERS-Sieg

Mercedes-Sportchef Norbert Haug durfte am Hungaroring über den ersten Silberpfeil-Sieg seit Schanghai im Oktober 2008 jubeln

Norbert Haug hat im Motorsport schon viel erlebt, doch über das Ende der silbernen Durststrecke auf dem Hungaroring freute sich der Mercedes-Sportchef ganz besonders: Nach dem ersten Saisonsieg von Lewis Hamilton - einen Tag nach dem schweren Unfall von Felipe Massa - musste Haug erst einmal gerührt schlucken, ehe er sich den Medien stellte. Besonders erfreulich: Nicht nur Hamilton machte den Sieg dank einer Ausnahmeleistung möglich, sondern auch Heikki Kovalainen bestätigte als Fünfter den Aufwärtstrend von McLaren-Mercedes.

Frage: "Herr Haug, wie sehr freuen Sie sich über dieses Comeback des Champions?"
Norbert Haug: "Es war eine Sensation! Trotzdem sollten wir an den Unfall von gestern erinnern. Ich glaube, Felipe hätte ganz vorne mitgemischt, wie Kimi gezeigt hat - vielleicht wäre er sogar ein Siegkandidat gewesen. Wir alle drücken natürlich die Daumen. Ich glaube, die ganze Formel 1 denkt so."

Dickes Lob für Hamilton

"Für uns war es natürlich eine Sensation, gar keine Frage. Lewis war eine Klasse für sich. Als er am Anfang aufge- und überholt hat, habe ich mich gefragt, ob sich das stabilisiert, aber wenn man die Splitzeiten sieht, weiß man sehr schnell, was los ist, und das hat er total kontrolliert. Jetzt sieht man auch, was vielleicht am Nürburgring schon gegangen wäre. Es war toll und es ist ein historischer Sieg - zum ersten Mal mit KERS-Hybrid. Ich glaube, den haben wir uns verdient."

Frage: "Es ist schon witzig: Jetzt, wo Brawn mit dem Mercedes-Kundenmotor schwächelt, kommt McLaren-Mercedes wieder zurück..."
Haug: "Wir haben Brawn sogar ein bisschen geholfen. Heikki war nicht weit weg und hätte auch eine gute Chance gehabt, vor Red Bull zu fahren. Es tut mir leid für Sebastian - da war wohl irgendwas, denn es hat etwas geraucht. Es ist immer schade, wenn die Technik die WM mitentscheidet. Aber noch ist lange nichts vorbei - die sind stark, die sind gut. Und ich glaube, wir können jetzt auch ein bisschen mitmischen. Hoffentlich!"

Frage: "Wie groß ist die Freude über diesen Sieg, den Sie so sehr herbeigesehnt haben?"
Haug: "Riesengroß! Es dauert eine Weile, das wirken zu lassen. Bei der Anreise hierher hätte ich nicht in den kühnsten Träumen geglaubt, dass wir gewinnen können. Nach dem Qualifying habe ich schon gedacht, dass das Podium gehen könnte."

"Wir haben gesehen, dass wir gut mit den Reifen umgehen. Ich hatte den Eindruck, dass das bei Red Bull nicht immer ging. Bei Brawn weiß ich gar nicht, was da los war - die waren komischerweise wirklich total weg vom Fenster. Lewis hat es heute beherrscht und Heikki war unglücklich im Verkehr, denn sonst ist auch für ihn alles drin - zweiter Platz, dritter Platz, alles. Er hing hinten fest, ein Podium wäre also auf jeden Fall möglich gewesen. Aber dem wollen wir nicht nachweinen, denn wir haben heute sage und schreibe so viele Punkte gemacht wie die ganze Saison zuvor, nämlich 14. Das zählt."

Erster Formel-1-Sieg für KERS

"Es ist ein historischer Sieg mit dem KERS-Hybrid. Daran haben wir mit unserer Truppe in Brixworth und Stuttgart hart gearbeitet. Die Kompetenz unseres Hauses, die da drinsteckt, hat eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Ich weiß nicht, ob wir ohne KERS-Hybrid so überlegen gewesen wären."

Frage: "Ist das jetzt eine Tendenz, auf die wir uns für den Rest der Saison einstellen können, oder war diese Strecke ähnlich wie Monte Carlo speziell auf Ihr Auto zugeschnitten?"
Haug: "Ich glaube, beides ist der Fall. Wir haben schon noch ein paar Verbesserungen und das gibt natürlich auch eine gute Moral. Wir werden da schon weitermachen. Ich kann uns jetzt nicht in der Favoritenrolle sehen, aber es ist erst kurz nach Halbzeit - und bei uns geht es jetzt erst richtig los!"

"Ich habe schon oft genug gesagt, dass wir wieder kommen werden, aber das ist ein bisschen wie ein Rufer im Wald. Ich habe daran geglaubt, denn ich weiß, was wir können und dass wir Rückschläge wegstecken können. Wir haben einfach zu spät angefangen, zu wenig antizipiert, wie stark doch die Aerodynamik der anderen Autos ist. Man hat heute gesehen, dass es kein geschenkter Sieg war. Ich hätte auch einen geschenkten Sieg genommen, aber der hier ist mir lieber!"

Fotoquelle: xpb.cc

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