Lewis Hamilton durfte nach langer Durststrecke in Ungarn wieder feiern

Formel 1 2009

— 27.07.2009

Hamilton: "Ich liebe mein Auto"

Lewis Hamilton über die starke Rückkehr von McLaren-Mercedes, den Sieg in Ungarn und den Unfall von Felipe Massa

Frage: "Lewis, endlich hast du wieder Glück und einen tollen Sieg in Ungarn eingefahren. Was bedeutet dir dieser Erfolg?"
Lewis Hamilton: "Das ist die große Kehrtwende. Ich habe schon beim Saisonstart gesagt, dass wenn es jemand schaffen kann, dann ist das McLaren-Mercedes. Man hat gesehen, wie Ferrari und wir plötzlich wieder im Spiel sind. Ich kann sagen, dass ich bestimmt mehr Rennen gewonnen hätte, wenn das Auto von Beginn an so gut gewesen wäre. Ich habe aber immer gesagt, dass wir rund sechs Monate hinter den Topleuten zurück sind. Nun, genau sechs Monate später, sind wir wieder an der Spitze!"

Frage: "Wann hast du erstmals daran geglaubt, dass du in diesem Jahr noch Siege feiern könntest?"
Hamilton: "Beim Rennen in Deutschland. Dort hatte ich zum ersten Mal wieder ein Auto, welches gut genug war. Ich hatte vergessen, den Boxenfunk auszustellen und habe richtig laut in das Mikrofon gejubelt. Das ganze Team hat mich gehört. Sie haben die Aufnahme dann den Jungs in der Fabrik vorgespielt. Das war vielleicht ein wichtiger Motivationsschub für alle."

"Unser Ziel war nur ein Podium in Ungarn, aber das Auto war einfach fantastisch. Als das Team mir sagte, dass ich in der letzten Runde bin, habe ich sie gebeten, das noch einmal zu überprüfen. Ich hatte das Gefühl, dass ich seit Ewigkeiten nicht mehr in Führung lag. Ich hoffe, dass meine Fans, meine Familie und alle im Team jetzt genauso erleichtert und zufrieden sind wie ich."

Frage: "Unglaublich, denn es war dein erster Sieg seit China 2008..."
Hamilton: "Das war vor rund einem Jahr. Nach so langer Zeit war es fast surreal, wieder zu siegen. Ich habe lange Zeit auf diesen Tag gewartet und ich konnte kaum glauben, wie jetzt alles zusammenpasste. Ich konnte das Tempo an der Spitze bestimmen. Normalerweise ist so etwas schwierig zu erreichen, aber am Sonntag konnte ich alles aus Reifen, Motor und Benzin herausholen. Wir hatten alles in Balance und ich fühlte mich sehr wohl im Auto. Ich hatte aber auch Druck von Kimi. Ich habe daher nie nachgelassen."

Frage: "Wie sehr hat dir KERS in diesem Rennen geholfen?"
Hamilton: "Ich liebe mein Auto. Das Gesamtpaket ist jetzt fantastisch. Mercedes hat den Motor immer weiter verbessert und ich bin sicher, dass wir das absolut beste Aggregat in der gesamten Formel 1 haben. Und unser KERS ist erstklassig. Das hat mir sehr dabei geholfen, nach dem Start sofort zur Spitze aufzuschließen und nach wenigen Runden an Mark Webber vorbeizuziehen."

Frage: "Kann man wirklich schon von einem Wendepunkt in der Saison sprechen?"
Hamilton: "Es kann nur noch besser werden, denke ich. Unsere Updates am Auto haben einen großen Fortschritt bedeutet. Wir haben nun deutlich mehr Abtrieb und das Auto lässt sich sehr gut fahren. Wir haben noch weitere Verbesserungen in der Hinterhand. Es gibt immer noch Bereiche, die wir noch nicht ganz ausgeschöpft haben. Für Valencia erwarten wir weitere Fortschritte, die uns noch näher an die Spitze bringen sollen."

"Wir werden weiter versuchen, uns stetig zu verbessern. Aber wir überschätzen uns gleichzeitig nicht. Es wäre toll, wenn wir beim nächsten Rennen in den dritten Qualifikationsabschnitt einziehen könnten. Aber die aktuelle Situation ist der Lohn für harte Arbeit in Woking, Brixworth und Stuttgart. Ich bin sicher, dass die dort alle total geschafft sind. Ich hoffe sehr, dass sich die Leute in der Pause endlich etwas erholen können. Umso besser können wir danach wieder angreifen."

Frage: "Was möchtest du über den Unfall und die Verletzung von Felipe Massa sagen?"
Hamilton: "Meine Gedanken sind bei Felipe und seiner Familie, ganz besonders bei seiner Frau und dem ungeborenen Baby. Ich war am Samstag total schockiert und es gab im Rennen nicht einen einzigen Augenblick, wo ich nicht an ihn dachte. Das war ein unerwarteter Unfall und niemand von uns kann sich vorstellen, welche Qualen er erleidet. Zum Glück haben ihn sein Auto und die Reifenstapel gut geschützt. Die Sicherheitsvorkehrungen haben dafür gesorgt, dass wir ihn bald wiedersehen dürfen."

"Felipe und ich sind seit vielen Jahren gute Freunde und ich habe größten Respekt vor ihm. Vor allem nach dem vergangenen Jahr, wo wir viele tolle Kämpfe hatten. Ich habe ihm eine SMS geschickt und habe versucht, ihn anzurufen. Er muss sich jetzt natürlich erst einmal von der Operation erholen. Ich war traurig, dass er am Sonntag nicht fahren konnte. Aber ich bin froh, dass er über den Berg ist. Ich wünsche ihm eine schnelle Genesung und freue mich schon auf schöne Duelle mit ihm in noch vielen weiteren Saisons."

Fotoquelle: xpb.cc

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