Zumindest 2010 werden die FOTA-Teams KERS außen vor lassen

Formel 1 2009

— 28.07.2009

Kehrt KERS 2011 in die Formel 1 zurück?

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen hofft, dass KERS in die Formel 1 zurückkehren wird - Tankstoppverbot "eine große Herausforderung"

Die acht FOTA-Teams haben sich darauf geeinigt, 2010 auf das Energierückgewinnungssystem KERS zu verzichten, weil dessen Entwicklung im Vergleich zum Nutzen auf der Rennstrecke zu teuer ist. Zwar hat McLaren-Mercedes am Hungaroring den historischen ersten Sieg mit einem KERS-Auto gefeiert, aber am Gentlemen's Agreement für nächste Saison ändert das nichts.

Freilich gehören fünf Teams nicht der FOTA an - und laut Reglement der FIA darf KERS weiterhin eingesetzt werden. Das heißt, dass Campos, Force India, Manor, US F1 und Williams theoretisch auf die neue Technologie setzen könnten. Wirklich realistisch ist ein solches Szenario jedoch nur bei Williams, denn das Team aus Grove hat eine externe Hybridfirma übernommen und arbeitet an der Entwicklung eines Schwungrad-KERS.

FOTA-Teams verzichten 2010 auf KERS

Doch weil das Ressourcenrestriktionsabkommen für die Hersteller große Einsparungen bedeutet und sich auch die weltweite Wirtschaftslage mittelfristig entspannen soll, hoffen einige, dass KERS irgendwann wieder in die Formel-1-Planungen aufgenommen wird. Man werde die Entscheidung "sicher nicht für 2010" ändern, sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, aber für die Zeit danach sei alles vorstellbar.

"Für 2011 könnte es Änderungen geben. Das Hauptproblem sind die Kosten. Unabhängig davon sehen die Leute ein, dass es gut wäre, KERS zu haben. Der Kostenpunkt ist aber dominant", so der Deutsche. KERS sei "nicht so teuer wie manche Summen, die ich gehört habe", gewesen - und am ursprünglichen Argument, man müsse ein Zeichen für den Umweltschutz setzen und die Serientechnologie ankurbeln, hat sich nichts geändert.

Die zweite signifikante Regeländerung für 2010, die nicht nur die FOTA-, sondern alle Teams betrifft, ist das Verbot der Tankstopps. Zwar wird es wegen des Pflichtreifenwechsels weiterhin Boxenstopps geben, aber nachgetankt darf nicht mehr werden. Das spart Kosten, weil das Tankequipment nicht mehr um die Welt geflogen werden muss. Allerdings machen sich viele Fans sorgen, dass das Spektakel darunter leiden könnte.

Mehr Gewicht, veränderte Fahrwerksbalance?

Aber Theissen winkt ab: "Die Zuschauer werden weiterhin Boxenstopps erleben, denn zumindest einmal müssen ja die Reifen gewechselt werden", so der 56-Jährige, der sich auf große technische Veränderungen einstellt: "Für die Ingenieure und Fahrer ist es sogar eine größere Herausforderung als jetzt, denn das Gewicht der Autos variiert um 170 Kilogramm. Ich glaube nicht, dass die Formel 1 dadurch weniger attraktiv wird."

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh freut sich ebenfalls auf das Tankverbot: "Wir sollten uns vor Augen führen, dass die Autos nächstes Jahr in der ersten Kurve gut 160 Kilogramm mehr Benzin im Tank haben werden. Das ist eine Herausforderung, denn wir müssen sicherstellen, dass die Bremsen, die Radaufhängungen, die Sicherheitssysteme dann noch funktionieren", erklärt der Brite, dessen Team wie alle anderen schon am 2010er-Design arbeitet.

Die grundlegendste Veränderung durch das Tankverbot ist, dass der Trend zu einem längeren Radstand gehen wird, um zusätzlichen Raum für die größeren Tanks zu schaffen. Gleichzeitig werden die Vorderreifen schmaler, was theoretisch zu einer ganz anderen Grundsatzbalance als in dieser Saison führen könnte. Auch wenn es nicht so viele Änderungen wie zwischen 2008 und 2009 gibt, so sind diese also sehr wohl gravierend.

Fotoquelle: xpb.cc

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