Massa wurde durch den Schuberth-Helm vor schlimmeren Verletzungen geschützt

Formel 1 2009

— 30.07.2009

Helme im Visier: Massas Lebensretter

Ein nicht einmal 1,5 Kilogramm leichter Helm hat Felipe Massa vor noch schwereren Verletzungen geschützt - Michael Schumacher als "Entwicklungshelfer"

Bei Tempo 200 oder mehr wird selbst eine vermeintlich leichte Metallfeder zum unberechenbaren und vor allem lebensbedrohlichen Geschoss. Diese Tatsache wurde allen Formel-1-Fans beim Unfall von Felipe Massa in Ungarn schmerzhaft klar. "Erste Untersuchungen lassen schließen, dass der von Massa verwendete Helm einen signifikanten Beitrag zur Begrenzung der Verletzungen leistete", hieß es nach dem Zwischenfall von der FIA.

Der Automobilweltverband stellte dieses nicht ohne Grund dar. Die FIA hatte nach den tödlichen Unfällen von Ayrton Senna und Roland Ratzenberger 1994 mit aller Macht auf eine Verbesserung der Sicherheit in der Formel 1 gedrängt. Da in beiden Fällen schwere Kopfverletzungen zum Tod geführt hatten, geriet unter anderem die Entwicklung der Fahrerhelme in den Fokus. Die Normen wurden drastisch erhöht, die Helmhersteller reagierten schnell.

Mittlerweile ist der Kopfschutz der Fahrer ein absolutes Hightech-Produkt, welches mit den üblichen Helmen für den Zweirad-Straßenverkehr nur noch die Grundform gemein hat. Die Spezialanfertigungen der Formel-1-Ausrüster sind federleicht, haargenau angepasst, teils aerodynamisch optimiert und - ganz besonders wichtig - extrem stabil.

"Die Helme müssen vielen verschiedenen Tests standhalten: Aufpralltests, Durchschlagstests, Visiertests und Feuertests", so Peter Bürger gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Der Formel-1-Verantwortliche bei Helmhersteller Arai weiter: "Man kann nur spekulieren, aber wenn die Feder fünf Zentimeter weiter unten direkt getroffen und direkt das Visier durchschlagen hätte, hätte man fragen können, ob man nicht hätte das Visier verstärken können. Sicherlich wäre das möglich, aber dann kann man sie nicht mehr benutzen. Wir können sie nicht aus Panzerglas oder Ähnlichem fertigen. Das ist schlichtweg unmöglich."

Leicht und fest: Karbon als perfekter Werkstoff

Klar ist: Das Visier ist und bleibt der kritische Bereich des Helmes. Massa hatte Glück. Zwar brach bei seinem Unfall die Aufhängung des Visiers, doch konnte die Helmstruktur einen Großteil der enormen Energie der 800 Gramm schweren Metallfeder von Barrichellos Auto bereits absorbieren. "Das Energiemanagement ist bei der Konstruktion der Helme also die größte Herausforderung", erklärt CarboTech-Geschäftsführer Karl Wagner in den 'Salzburger Nachrichten'.

CarboTech fertigt im Auftrag von Schuberth die Karbonstrukturen für die modernen Rennfahrerhelme. Unter anderem hatte auch Michael Schumacher großen Anteil an der Entwicklung des Kopfschutzes. "Er war ein Antreiber in der langwierigen Entwicklung, er trieb uns fast zum Wahnsinn", beschreibt Wagner. Ab dem Rennwochenende in Valencia soll ein entsprechender Helm auch den Rekordweltmeister wieder schützen. Schumacher wird bei seinem Comeback erneut Schuberth-Helme verwenden.

In der Regel bekommen die Piloten pro Jahr etwa zehn Exemplare eines speziell angepassten Kopfschutzes geliefert. "Drei Mitarbeiter stellen wir für die Produktion der Einzelstücke ab. Für die nötige Präzisionsarbeit schafften wir ein 60.000 Euro teures Lasergerät an", erklärt Wagner. Die aus bis zu 16 Kohlefaserschichten bestehenden Helme wiegen nicht einmal 1,5 Kilogramm.

Natürlich ließe sich die Widerstandskraft der Helme problemlos weiter erhöhen, der Schutz der Piloten somit weiter verbessern. Ein paar Karbonschichten mehr, schon wäre mehr Stabilität gewährleistet. Doch genau dieser Weg würde neue Probleme bringen, denn das Gewicht ginge nach oben. Bei den extremen Fliehkräften in der Formel 1 spüren die Fahrer jedes Extra-Gramm. Ein neuer Standard für Formel-1-Helme soll bereits 2010 eingeführt werden: Mehr Sicherheit bei gleichem Gewicht.

Fotoquelle: xpb.cc

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