Peter Sauber wird von seinen Mitarbeitern immer noch sehr geschätzt

Formel 1 2009

— 31.07.2009

Sauber: "Ich werde alles Menschenmögliche tun"

Obwohl Peter Sauber ein Comeback als Teamchef ausschließt, will er sich für die Zukunft der Belegschaft in Hinwil stark machen

Peter Saubers Sommerurlaub war ohnehin schon getrübt, weil er mit einer Grippe im Bett lag, doch als er am Dienstagabend auch noch von der Entscheidung des BMW Vorstands erfuhr, das Engagement in der Formel 1 am Jahresende einzustellen, war der Traum von entspannten Ferien ein für allemal geplatzt.

Heute versammelte er einige vertraute Journalisten um sich, um mit ihnen zu besprechen, wie es weitergehen soll. Eines ist klar: "Ich werde alles Menschenmögliche tun, um die Arbeitsplätze meiner ehemaligen Mitarbeiter zu retten", so Sauber. Aber: "Ich kann keine Wunder vollbringen - und ich werde mich auch nie mehr als Teamchef an die Boxenmauer stellen." Damit ist eine Hoffnung der Belegschaft schon einmal vom Tisch.

420 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs

Die 420 Mitarbeiter in Hinwil, die Sauber als fairen Arbeitgeber schätzen, sehen in ihrem früheren Chef einen Messias. "Ich habe den Leuten gesagt, dass ich all meine Kontakte nutzen werde - aber das garantiert noch gar nichts", hält der 65-Jährige, der in den vergangenen drei Jahren etwas kürzer getreten ist als früher, fest. "Ich bin nur Berater. Letztlich kann nur BMW in München entscheiden, wie es weitergehen soll."

"Wenn man sich im Formel-1-Business bewegt, ist man an und für sich an Hiobsbotschaften gewöhnt", sagt Sauber und verweist anschließend auf drei vorliegende Investorenanfragen, die er bereits an BMW weitergeleitet hat. Um welche potenziellen neuen Eigentümer es sich dabei handelt, ist jedoch nicht bekannt. Fest steht derzeit nur: "Die Zeit drängt, eine Lösung muss möglichst schnell auf den Tisch."

Honda fand Brawn, wen findet BMW?

Ein Szenario wie mit Ross Brawn bei Honda sei "die beste Variante" für das Hinwiler Formel-1-Team, denn: "Man benötigt mindestens zehn Jahre, eine Mannschaft zusammenzustellen, welche ein Formel-1-Auto auf diesem Niveau bauen kann. Wenn das jetzt hier auseinanderfällt, wird man so etwas in der Schweiz nie mehr zustande bringen. Andererseits darf ich auch sagen, dass ich in meinen 17 Jahren in der Formel 1 schon größere Probleme gelöst habe..."

Sauber, der in der Branche einen lupenreinen Ruf als seriöser Geschäftsmann genießt, kann nun unter Beweis stellen, weshalb er 2005 als Schweizer des Jahres und mit dem 'Motorsport-Total.com'-Award für das Lebenswerk ausgezeichnet wurde - übrigens als erster Preisträger in der Geschichte unserer Awards. Nach Sauber wurden bisher noch Michael Schumacher (2006), Frank Williams (2007) und Ron Dennis (2008) für ihr Lebenswerk geehrt.

Fotoquelle: xpb.cc

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