Gian Paolo Dallara appelliert an die Vernunft der Fahrer

Formel 1 2009

— 02.08.2009

Dallara: "100 Prozent Sicherheit ist unerreichbar"

Gian Paolo Dallara und Mauro Forghieri suchen nach den Unfällen von Henry Surtees und Felipe Massa nach Lösungsansätzen

Nach den Unfällen von Henry Surtees und Felipe Massa äußert sich Gian Paolo Dallara zu den aktuellen Sicherheitsstandards in der Formel 1. Dallara, dessen Firma den Formel-1-Wagen für das neue Campos-Team bauen wird, sagte gegenüber der Website '442race.com': "Es gibt eine ungeschützte Zone. Auch wenn die Widerstandskraft der Autos grundsätzlich zugenommen hat, ist der Raum vor dem Fahrer nach wie vor offen."

"Dieses Problem ist schwer lösbar, aber wir müssen es versuchen", fuhr Dallara fort. Dabei müsse man bedenken, dass der Pilot das Fahrzeug so schnell wie möglich verlassen können muss. "Dann müssen wir die Standards festlegen. Jeder Schutz muss einen bestimmten Gewicht bei einer gewissen Geschwindigkeit widerstehen. Wir müssen herausfinden, ob es eine technische Lösung gibt, welche diesen Anforderungen gerecht wird."

Aber Dallara ist sich sicher: "100 Prozent Sicherheit sind unerreichbar." Das habe aber nicht nur mit den technischen Anforderungen zu tun, sondern auch mit der Mentalität einiger Nachwuchspiloten. "Die Fahrer glauben, sie wären immun. Sie können jeden Unfall wegstecken, übers Limit gehen, und das größte Problem ist ein finanzielles, nämlich um die Ersatzteile kaufen zu können. Das ist sehr gefährlich", findet Dallara.

"Wir müssen alles tun, um Motorsport sicherer zu machen. Aber gleichzeitig sollten sich die Fahrer daran erinnern, dass sie sehr vorsichtig sein müssen. Geschwindigkeit an sich ist sehr gefährlich", so Dallara abschließend.

Forghieri ist für höheres Mindestgewicht

Mauro Forghieri, ehemals Technischer Direktor bei Ferrari, ist ebenfalls der Meinung, dass die heutigen Formel-1-Rennwagen sehr sicher seien. Aber: "Natürlich sind sie nicht dafür gemacht, Gewehrkugeln zu widerstehen. Eine Feder wie jene, die Massa getroffen hat, ist aber bei dieser Geschwindigkeit ein Geschoss."

Von einer Art Schutzdach hält der Konstrukteur allerdings nichts. "Selbst wenn man das umsetzen könnte, wäre ich äußerst skeptisch - und zwar aus Gründen der Sicht. Wenn ich das zu entscheiden hätte, würde ich einen Überrollbügel vor dem Kopf des Fahrers platzieren, der die Sicht nicht einschränkt", so Forghieri.

Doch eine derartige Konstruktion könne natürlich auch nicht verhindern, dass ein anderes Fahrzeug ein Federelement verliert, so wie in Massas Fall geschehen, der von einem Teil von Rubens Barrichellos Brawn getroffen wurde. Forghieri fragt sich deshalb: "Sollten wir vielleicht ein Minimalgewicht einführen - ohne die Zusatzgewichte -, sodass wir verhindern, dass Fahrzeugteile dermaßen am Limit gebaut werden?"

Fotoquelle: Midland F1

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