Es droht Ärger aus Brüssel: Die EU soll das Auswahlverfahren für 2010 prüfen

Formel 1 2009

— 03.08.2009

Neue Teams: FIA droht Ärger mit EU

Ein potenzieller Neueinsteiger aus Serbien lässt das Auswahlverfahren der FIA für neue Teams von der EU prüfen - Zum Cosworth-Deal gezwungen?

Kaum ist das neue Concorde Agreement unter Dach und Fach und der lang andauernde Streit um die Zukunft der Formel 1 endgültig beigelegt, schon ziehen am Horizont neue Gewitterwolken auf. Die FIA war im Zuge des Auswahlverfahrens für neue Teams ab 2010 in die Kritik geraten. Immer wieder wurden die Kriterien für die Zulassung von US F1, Manor und Campos hinterfragt. Im Zentrum der Diskussion steht eine entscheidende Frage: Wurden nur Teams akzeptiert, die einen Deal mit Cosworth unterzeichnet hatten?

Mit dieser kniffligen Frage muss sich offenbar demnächst die EU-Wettbewerbskommission beschäftigen. Das serbische Unternehmen AMCO, welches unter dem Namen Stefan Grand Prix eine Nennung für die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 abgegeben hatte und abgelehnt wurde, will das FIA-Auswahlverfahren nun in Brüssel prüfen lassen. "AMCO wurde von der FIA zur Unterzeichnung eines Vertrages mit Cosworth gezwungen", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens.

Hinter dem Projekt steht der serbische Industrielle Zoran Stefanovic. Der Inhaber eines Maschinenbauunternehmens hatte sich im Zuge seiner Bewerbung um einen Startplatz in der Formel 1 angeblich bereits mit einem der aktuellen Hersteller in der Königsklasse über Motorenlieferungen geeinigt. Doch die FIA wollte die Nennung nicht ohne Cosworth-Deal annehmen, heißt es von AMCO: "Wir können diesen Fall nur von der Wettbewerbskommission prüfen lassen." Es handele sich offensichtlich um einen Verstoß gegen geltende Wettbewerbsbestimmungen.

Die Forderung von AMCO ist eindeutig: Die FIA soll das Auswahlverfahren für 2010 noch einmal bei Null starten. Genau dies könnte den Neueinsteigern für 2010 große Probleme bereiten. Manor, US F1 und Campos sind zurzeit dabei, das nötige Geld für die kommende Saison zusammenzutragen. Immerhin wird ein Budget in Höhe von rund 70 Millionen Euro nötig sein. Jedes Fragezeichen über der tatsächlichen Teilnahme am Rennbetrieb wäre bei Verhandlungen mit Sponsoren äußerst hinderlich.

Sollten die Wettbewerbshüter in Brüssel die Ermittlungen aufnehmen und einen tatsächlichen Verstoß seitens der FIA ausmachen, könnte die Auswahl der neuen Teams für 2010 für ungültig erklärt werden. Es würde ein neuer Auswahlprozess beginnen, der neben Cosworth auch anderen potenziellen Motorlieferanten alle Türen öffnet. Ein solches Verfahren wäre allerdings aufwendig, zeitraubend und würde vermutlich so spät abgeschlossen sein, dass kein neues Team mehr rechtzeitig für 2010 vorbereitet wäre.

Fotoquelle: xpb.cc

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