Bernie Ecclestone macht den Geldbunker auf: 130 Millionen Euro Bonus

Formel 1 2009

— 10.08.2009

Concorde Agreement: Die Teams kassieren

Im Zuge des neuen Concorde Agreements dürfen sich die Formel-1-Teams auf einen Geldregen freuen: Bonus in Höhe von knapp 130 Millionen Euro

Bis vor wenigen Wochen stand die Zukunft der Formel 1 auf der Kippe. Im Zuge des anhaltenden Streits um ein neues Regelwerk für 2010 hatte FIA-Chef Max Mosley die Teams vor den Kopf gestoßen. Die Teamvereinigung FOTA begann daraufhin mit der Planung einer eigenen Rennserie, die große Spaltung drohte. Doch der drohende Bruch wurde verhindert. Ein neues Concorde Agreement schweißt Teams, FIA und Rechteinhaber FOM wieder zusammen.

Vor allem Bernie Ecclestone hat größtes Interesse daran, dass Topteams wie Ferrari auch in Zukunft in der Formel 1 an den Start gehen. Nur die großen Rennställe können den Wert seines Imperiums sichern. Daher lässt sich der Brite das neue Concorde Agreement samt Verpflichtung aller Teams bis 2012 auch viel Geld kosten. Ecclestone zahlt den Rennställen insgesamt rund 130 Millionen Euro als Bonus aus.

Die Formel 1 hat im vergangenen Jahr etwa eine Milliarde Euro Umsatz generiert - Investitionen der Teams natürlich nicht mitgerechnet. Unter dem Strich ergab sich 2008 ein Gewinn von rund 350 Millionen Euro. 50 Prozent des Gewinns wird seit 2008 an die Teams ausgeschüttet, zuvor waren es jeweils 25 Prozent. Ecclestone lockte die Beteiligten nun in das neue Concorde Agreement, indem er den Teams versprach, den neuen Verteilungsschlüssel rückwirkend bis 2004 geltend zu machen.

50 Millionen Euro am Ende des Jahres

Konkret bedeutet dies, dass die Teams mit kräftigen Bonuszahlungen rechnen dürfen, die Unterschriften unter die neue "Formel-1-Verfassung" werden vergoldet. Von der britischen Formel-1-Holding Delta 3 heißt es, dass "die Erhöhung des Preisgeldes für die Jahre 2004 bis 2007 etwa 182 Millionen Dollar (umgerechnet rund 130 Millionen Euro) ausmacht. Die Beträge werden in fünf Raten ausbezahlt, jeweils am Ende der Jahre 2008 bis 2012."

Allein am Ende dieses Jahres muss Ecclestone über 50 Millionen Euro aus seinem reich gefüllten Geldbunker holen. Am Ende der aktuellen Saison werden die Raten für 2008 und 2009 gleichzeitig fällig. Vor allem Teams wie Brawn (bisher kein Hauptsponsor) und Renault (verliert durch den Abgang von ING rund 45 Millionen Euro) dürften diese zusätzliche Finanzspritze mehr als nötig haben. Williams hatte sich einen Teil des Bonus bereits vorab auszahlen lassen.

Wer Ecclestone kennt, der weiß: Der Formel-1-Boss hält seine Taler lieber zusammen. In diesem Fall profitiert der Brite jedoch von seinem finanziellen Zugeständnis an die Teams. Die Formel 1 leidet natürlich ebenfalls unter der weltweit schlechten wirtschaftlichen Stimmung. Allein die Buchungen für Hospitality von Firmen sind in diesem Jahr um rund 25 Prozent zurückgegangen. Mit diesem Bereich macht man immerhin zehn Prozent des Gesamtumsatzes.

Formel 1 hat wieder mehr Wert

Für Ecclestone war es zwingend nötig, die Topteams an den Sport zu binden, damit die Marke Formel 1 ihren Wert behält. Dieser war aufgrund der Streitereien um die Zukunft bereits erheblich gesunken. Der drohende Abschied von Ferrari, McLaren-Mercedes und Co. ließ den gesamten Zirkus einen Imageschaden erleiden, die Investoren wurden skeptisch. Das wird anhand einiger Entwicklung auf dem Finanzmarkt deutlich.

Als die CVC im Jahr 2006 die Rechte an der Formel 1 erwarb, musste man zur Finanzierung des Projektes Kredite in Höhe von über 1,4 Milliarden Euro aufnehmen. Diese Kredite wurde seither gehandelt und weiterverkauft. Als der Streit vor wenigen Wochen mit der Androhung einer Konkurrenzserie ihren Höhepunkt erreichte, wollten Investoren nur noch 69 Cent pro Dollar Kredit zahlen. Die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung war gering.

Seit der Unterzeichnung des neuen Concorde Agreements ist dieser Wert nun wieder immerhin auf 75 Cent je Dollar gestiegen. Die Investoren und Finanzfachleute haben wieder mehr Vertrauen in die Erfolgschancen der Formel 1. Die aktuellen Eigentümer der Forderungen an die CVC können also aufatmen, ebenso Bernie Ecclestone, der seinem Produkt mit der Zahlung von 130 Millionen Euro an die Teams wieder mehr Wert eingehaucht hat.

Fotoquelle: xpb.cc

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