Norbert Haug kann das neue Strafmaß im Fall von Renault durchaus akzeptieren

Formel 1 2009

— 18.08.2009

Haug zum Renault-Urteil: "Es ist tröstlich"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug findet den abschließenden Urteilsspruch gegen Renault "okay", hat aber auch Verständnis für die Stewards

In Valencia hat man erst einmal tief durchgeatmet. Die Hoffnungen der Veranstalter des Grand Prix von Europa sind erfüllt worden, denn Lokalheld Fernando Alonso wird am kommenden Sonntag vor seinen Landsleuten starten dürfen. Das Berufungsgericht der FIA hat die ursprüngliche Sperre von Alonsos Team Renault aufgehoben. Die Rennstewards in Ungarn hatten die Sperre ausgesprochen, weil am Fahrzeug von Alonso ein Reifen nicht festgezogen war.

"Ich glaube, man hat vor Ort überreagiert. Renault hätte sehr wohl ins Cockpit funken können, dass er an die Seite fahren soll, weil die Gefahr zu groß ist. Aber eine solche Strafe sofort auszusprechen, das war zu hart", argumentiert Norbert Haug. Das Berufungsgericht der FIA nahm die Sperre zurück und bestrafte Renault stattdessen mit einer Verwarnung und einer Geldbuße. "Ob das nun das richtige Strafmaß ist, sei mal dahingestellt", meint der Mercedes-Motorsportchef: "Ich finde die Entscheidung aber okay."

"Ein Schiedsgericht besteht aus Menschen. Angesichts der Unfälle von Henry Surtees und Felipe Massa kann man dann mal nachsehen, wenn am Sonntag wieder ein Teil über die Rennstrecke fliegt, das dort nicht hin gehört, dass dann jemand sagt, dass eine drakonische Strafe sein muss", meint Haug, der selbst mit McLaren-Mercedes in den vergangenen Jahren schon mehrfach das Berufungsgericht angerufen hatte. Der Unterschied: Im Falle der Silbernen gab es nie eine Abschwächung der Strafe.

In solchen Fällen sei die Institution der FIA jedoch trotzdem ein gutes Mittel. Umso mehr, nachdem man nun bewiesen habe, dass man in Einzelfällen auch ursprüngliche Entscheidungen tatsächlich revidiere. "Dafür gibt es letztlich die Berufung", so Haug. Er fügt an: "Es ist tröstlich, wenn dann ein hartes Urteil auch mal balanciert und zurückgenommen wird. Ich hätte das auch mal gern erfahren. Aber ich kann mich spontan nicht erinnern, jemals in den Genuss gekommen zu sein. Sei's drum."

Fotoquelle: xpb.cc

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