Filmaufnahmen in Fiorano: Luca Badoer testet auch Boxenstopps mit dem F60

Formel 1 2009

— 20.08.2009

Ferrari in Valencia: Podest und Test

Ferrari kommt mit neuen Teilen nach Valencia: Kimi Räikkönen sieht gute Chancen, Massa-Ersatzmann Luca Badoer will schnell lernen

Kein anderes Team erlebte in der ansonsten sehr ruhigen Sommerpause der Formel 1 solch turbulente Zeiten wie Ferrari. Durch den Crash von Felipe Massa musste für die kommenden Grands Prix ein Ersatzpilot nominiert werden. Zunächst sollte Michael Schumacher sein Comeback feiern, doch dieses Vorhaben scheiterte an der Gesundheit des Rekordweltmeisters. Nun wird in Valencia also Luca Badoer den zweiten F60 neben Kimi Räikkönen steuern.

"Eigentlich wird das für mich eine Art Testsession", beschreibt Badoer seine Erwartungen an die ersten Meter in Valencia. Vor allem am Freitag und Samstag müsse er sich an Abläufe, Abstimmung und Fahrzeug gewöhnen. Immerhin konnte der Italiener einige Meter im F60 fahren. Für Filmaufnahmen kletterte Badoer in den aktuellen Boliden und fuhr knapp 200 Kilometer, allerdings auf Bridgestone-Reifen, die sonst nur bei Demonstrationsfahrten benutzt werden.

"Ich bin hoch motiviert, diese Chance zu nutzen", sagt der 38-Jährige, der am kommenden Sonntag der älteste Pilot im Starterfeld sein wird, "allerdings ist mir auch klar, dass es eine gewaltige Aufgabe ist. Ich werde aber mein Bestes geben, um für das Team ein gutes Resultat zu holen." Das wird auch wichtig sein, denn bei Ferrari hat man sich nach Platz zwei von Räikkönen in Ungarn ein klares Ziel gesetzt: Man will Platz drei in der Konstrukteurswertung halten.

Badoer in seinem 49. Grand Prix

Er werde mit seinen Gedanken bei Felipe Massa sein, aber auch bei Michael Schumacher, meint Badoer: "Ich habe in den vergangenen Wochen sehr viel mit ihm zusammen trainiert. Ich weiß, wie sehr er dieses Comeback wollte und wie viel Aufwand er betrieben hat. Auch wenn mir seine Entscheidung eine unglaubliche Chance bietet, tut es mir für ihn leid. Ich bin nicht nur sein Freund, sondern auch ein großer Fan von ihm."

Bei Ferrari hofft man auf die schnelle Rückkehr von Felipe Massa. Der Brasilianer macht nach wie vor gute Fortschritte bei seiner Genesung. Teamchef Stefano Domenicali überzeugte sich selbst davon, als er in der vergangenen Woche einen Hausbesuch bei seinem verletzten Piloten abstattete. Gemeinsam mit Massa nahm er eine Videobotschaft auf, die dem gesamten Team in den vergangenen Tagen vorgespielt wurde.

Durch die Sommerpause war die Vorbereitung des Teams nicht ganz optimal, denn Badoer hatte kaum Gelegenheit, mit den Ingenieuren zu sprechen. So blieb letztlich nur der Gang in den Simulator, Gedankenaustausch folgt in Valencia. Allerdings hat die Mannschaft schon wieder neue Teile bereit. In Spanien sollen veränderte Fornt- und Heckflügel, sowie ein überarbeiteter Diffusor für weitere Fortschritte sorgen.

Ferrari hat Neuteile auf Lager

Auch in den folgenden Rennen sollen weitere Updates folgen. "Man kann den Ingenieuren in den Ferien nicht verbieten, über mögliche Verbesserungen nachzudenken. Das geht auch gar nicht, denn solche Gedanken sind in deren DNA verankert", heißt es in einer Ferrari-Mitteilung vor dem Grand Prix von Europa. Auch Kimi Räikkönen hat sich in seiner Pause nicht hängen lassen. Der Finne absolvierte einen Start in der Rallye-Weltmeisterschaft, entspannte und trainierte.

"Das Rallye-Erlebnis habe ich sehr genossen - abgesehen vom Ergebnis", meint der Finne, dessen WRC-Event nach einem Crash frühzeitig beendet war. "Es war toll, mit einem Rallyeauto in meiner Heimat am Maximum zu fahren und dabei so viele Ferrari-Fans zu sehen. Ich habe anschließend viel Zeit mit meiner Familie und meinen engsten Freunden verbracht. Außerdem stand Sport auf dem Programm, damit ich für die kommenden Rennen fit bin."

Auch Räikkönen wünscht seinem etatmäßigen Teamkollegen Massa noch einmal gute Besserung. "Jetzt werde ich mit Luca Badoer fahren. Er ist seit vielen Jahren offizieller Testfahrer und ich bin froh, dass er endlich mal die Chance bekommt, den Ferrari in einem Rennen zu bewegen. Ich wünsche ihm viel Glück dafür und ich bin sicher, dass wir gut zusammenarbeiten werden. Wir kommen mit einem guten Resultat aus Ungarn nach Valencia."

Räikkönen will auf das Podium

"Wir sehen den dritten Platz bei den Konstrukteuren als realistisches Ziel", so der Finne weiter. "Für mich selbst wünsche ich mir wenigstens noch einen Sieg in diesem Jahr, nach Platz drei in Monaco und Rang zwei in Ungarn. Dort haben wir endlich mal wieder das Duell der vergangenen Zeiten erlebt: Ferrari gegen McLaren. Ich glaube aber nicht, dass wir das auch in Valencia erleben werden. Wir fahren zwar auf einem Stadtkurs, aber der ist schneller als Monaco, Singapur oder auch zuletzt die Strecke in Budapest."

Zusätzlichen Optimismus bezieht Räikkönen aus dem Blick auf den Saisonstart. "Wir sind auf solchen Strecken gut. Man muss sich nur mal Melbourne anschauen. Dort hätte ich auf das Podest fahren können. Im vergangenen Jahr bin ich wegen eines Motorschadens in Valencia nicht ins Ziel gekommen. Ich will in diesem Jahr zurückschlagen und möglicherweise kann ich auf dem Podest landen. Das ist realistisch, aber gleichzeitig auch schwierig."

Das Debütjahr in Valencia hatte gezeigt, dass die Rennen dort schnell zur großen Prozession werden können. Überholmanöver waren Mangelware, daher wird auch 2009 das Qualifying entscheidend sein, so der Weltmeister von 2007: "Wir müssen in die ersten Reihen kommen, am besten auf die saubere Seite. Die schmutzige Seite ist ein erheblicher Nachteil, denn dort wird fast nie gefahren. Man muss im Rennen kosntant sein. Ich erwarte hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Das macht es noch schwieriger."

Fotoquelle: Ferrari

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