Für Rubens Barrichello begann das Wochenende genau nach Plan

Formel 1 2009

— 21.08.2009

Auftakt in Valencia: Barrichello vor Silberpfeilen

Während Luca Badoer bei seinem Comeback nicht überzeugen konnte, sicherte sich mit Rubens Barrichello ein anderer Altstar die Bestzeit

In Abwesenheit des angekündigten Superstars Michael Schumacher entschieden sich heute Morgen viele potenzielle Formel-1-Zuschauer dafür, auf das Freie Training zu pfeifen und sich stattdessen bei bis zu 27 Grad an den benachbarten Strand zu legen. Keine schlechte Entscheidung, wie man im Nachhinein sagen muss, denn allzu viel Spektakel wurde in den ersten 90 Minuten nicht geboten.

Die meiste Aufmerksamkeit galt natürlich dem 38-jährigen Massa-Ersatzmann Luca Badoer im Ferrari, der jedoch keine Bäume ausreißen konnte. Badoer drehte vor Schumachers Augen 25 Runden zwar ohne nennenswerte Fehler, war aber auch am Ende noch um 3,380 Sekunden langsamer als die Spitze und belegte damit den 20. und letzten Platz. Ernüchternd: Selbst auf die beiden vor ihm klassierten Toyotas fehlte dem Italiener mehr als eine Sekunde.

Altstar Barrichello in Topform

Wesentlich besser machte seine Sache ein anderer Routinier, der schon 1999 gegen Badoer gefahren ist, nämlich Rubens Barrichello. Der Brawn-Mercedes-Pilot schob sich nach 19 Runden mit einer Bestzeit von 1:42.460 Minuten an die Spitze des Feldes. Aufgrund der vor allem zu Beginn noch sehr staubigen Strecke blieb er jedoch um zwei Sekunden hinter der Freitagmorgenbestzeit der vergangenen Saison zurück.

Mit Barrichello mithalten konnten nur die beiden McLaren-Mercedes-Fahrer Heikki Kovalainen (+ 0,176/16 Runden) und Lewis Hamilton (+ 0,194/18 Runden), die unterschiedliche Neuerungen testeten. Hamilton klagte anfangs über Einstellungsprobleme mit seinem KERS und fing einmal einen spektakulären Pendler noch vor der Betonmauer ab, während Kovalainen nach seiner Aussprache mit Teamchef Martin Whitmarsh besonders motiviert wirkte - schließlich geht es für den Finnen um die Zukunft.

Hinter den Top 3 klassierten sich die beiden WM-Mitfavoriten Jenson Button (Brawn-Mercedes/+ 0,614/19 Runden) und Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 0,628/17 Runden); Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,783/19 Runden) wurde Achter. Dazwischen landeten der deutsche Überraschungsmann Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/+ 0,749/13 Runden) und Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/+ 0,765/25 Runden) aus Japan.

Solides Debüt von Grosjean

Die beiden spanischen Lokalhelden eröffneten unterschiedlich: Fernando Alonso (9./Renault/+ 0,885/18 Runden) begann sehr stark, fiel dann nach einem kleinen Dreher aber etwas zurück, während sich Rookie Jaime Alguersuari (13./Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,177/30 Runden) erst im Finish steigern konnte. Alonsos neuer Teamkollege Romain Grosjean lieferte als 17. mit 1,896 Sekunden Rückstand über 23 Runden einen soliden Einstand ab.

Konkurrenzfähig wirkte zu Beginn der Session das BMW Sauber F1 Team, Robert Kubica (12./+ 0,959/20 Runden) und Nick Heidfeld (15./+ 1,580/23 Runden) konnten in den Schlussminuten aber nicht mehr entscheidend zulegen. Gleiches gilt für Nico Rosberg (14./Williams-Toyota/+ 1,286/22 Runden), der sich an diesem Wochenende Chancen auf seinen ersten Podestplatz in der laufenden Saison ausrechnet.

Davon ist Timo Glock (19./+ 2,272/28 Runden) derzeit meilenweit entfernt: Zwar blieb er nur marginal hinter seinem Teamkollegen zurück, aber Toyota erwischte einen mäßigen Start ins Wochenende. Bis auf den leichten Formanstieg bei Brawn und den Rückfall von Toyota scheint das Kräfteverhältnis aber unverändert zu sein. Mehr weiß man freilich erst nach dem zweiten Freien Training am Nachmittag, wenn auch die weichen Reifen ausprobiert wurden.

Fotoquelle: xpb.cc

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