Trotz Kollision war Fernando Alonso heute klar der schnellste Mann

Formel 1 2009

— 21.08.2009

Lokalmatador Alonso am Freitag überlegen

Trotz einer spektakulären Kollision mit Nick Heidfeld sicherte sich Fernando Alonso in Valencia die Freitagsbestzeit - Probleme bei Lewis Hamilton

Viele Spanier nutzten das herrliche Sommerwetter in Valencia, um statt auf einer Formel-1-Tribüne zu schmoren lieber am benachbarten Sandstrand zu baden, dabei wurde am Nachmittag eine wesentlich bessere Show geboten als noch im ersten Freien Training. Nach der zweiten 90-minütigen Session hatte mit Fernando Alonso (Renault) sogar der Lokalmatador die Nase vorne.

Alonso sorgte während seiner 33 Runden nicht nur durch die überlegene Bestzeit von 1:39.404 Minuten für Furore - damit ist die Königsklasse in Valencia übrigens knapp schneller als am Freitag vor einem Jahr -, sondern vor allem auch durch eine Kollision mit Nick Heidfeld (17./+ 1,946/29 Runden). Der BMW Sauber F1 Team Pilot rollte langsam die letzte Kurve an, als Alonso innen angeschossen kam und mit stehenden Rädern nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte.

Heidfeld sauer auf Alonso

Heidfeld hob weit vom Boden ab, Alonso verlor seine Frontpartie - ansonsten ging der Zwischenfall zum Glück glimpflich aus. Doch Heidfeld war ein bisschen sauer: "Das war einfach dumm von ihm! Es hat nicht viel zum Überschlag gefehlt. Ich habe im Spiegel gesehen, dass er mit stehenden Reifen ankam. Ich habe gehofft, dass er die Kurve noch irgendwie kriegt, aber er ist voll in mich reingeknallt. Fernando sollte wissen, dass das Rennen erst am Sonntag ist."

Beim Aufprall bekam "Quick Nick" einen "Schlag auf den Kopf" ab, "aber das ist kein Problem". Alonso nahm sein Programm ein paar Minuten später wieder auf, markierte die Bestzeit - und lag in der zweiten Runde auf weichen Reifen noch einmal zwei Zehntelsekunden voran, ehe er sich drehte und abbrechen musste. Aber nach dieser Performance des Lokalmatadors dürfte klar sein, dass die Pole-Position vom Hungaroring keine Eintagsfliege war.

Deutlich stärker als zuletzt präsentierte sich das in der Weltmeisterschaft führende Brawn-Mercedes-Team, das in der Sommerpause a) etwas gefunden oder b) seine konservative Herangehensweise an den Trainingsfreitag über den Haufen geworfen hat. Wie dem auch sei: Jenson Button (2./+ 0,774/33 Runden) und Rubens Barrichello (3./+ 0,805/34 Runden) lagen permanent im Spitzenfeld und hatten vor allem die direkte Konkurrenz von Red-Bull-Renault sicher im Griff.

Red Bull noch nicht in Bestform

Denn Sebastian Vettel (+ 1,319/33 Runden) und Mark Webber (+ 1,552/37 Runden) kamen heute nicht über die Ränge neun und 14 hinaus. Webber war zu Beginn der Session der erste Fahrer, der einen Run auf der weicheren der beiden weichsten Bridgestone-Reifenmischungen ausprobierte. Vettel war zwar konstant und ohne Probleme unterwegs, doch auf die Überform der vergangenen Wochen deutete in Valencia zunächst nichts hin.

Dafür setzte das Williams-Toyota-Team seinen Aufwärtstrend fort - Nico Rosberg (+ 0,981/39 Runden) Vierter, Kazuki Nakajima (+ 1,099/35 Runden) Fünfter. Sensationell indes die Form von Adrian Sutil: Der Force-India-Mercedes-Pilot absolvierte 23 Runden und konnte sich am Ende mit 1,192 Sekunden Rückstand auf den sechsten Platz steigern. Zwischendurch schien er sogar einmal auf Position drei auf.

Besonders bemerkenswert: Sutil klagte am Funk zu Beginn der Session noch über ein instabiles Fahrverhalten und nervöse Bremsen. Doch zumindest erging es ihm besser als seinem Kumpel Lewis Hamilton (20./+ 3,810/3 Runden), denn der Weltmeister touchierte mit seinem McLaren-Mercedes früh eine Mauer, beschädigte sich dabei den brandneuen Frontflügel und konnte anschließend nicht mehr auf die Strecke gehen.

Haug kündigt Steigerung an

"Der einzige neue Frontflügel, den wir hier haben, war nach dem Zwischenfall zwar nur leicht beschädigt, aber nicht mehr reparabel", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der jedoch weiterhin zuversichtlich ist: "Da kommt noch mehr morgen. Es war ein schlechter Auftakt für Lewis. Er streifte beim Dreher in seiner ersten gezeiteten Runde die Mauer, was den Frontflügel beschädigte und das Ende der Sitzung bedeutete. Wir konnten heute nicht zeigen, was möglich ist."

Heikki Kovalainen (+ 1,334/31 Runden) im zweiten Silberpfeil schaffte als Zehnter zumindest ein anständiges Ergebnis und war um eine Tausendstelsekunde schneller als sein finnischer Landsmann Kimi Räikkönen (39 Runden) im Ferrari. Zwölfter wurde Jarno Trulli (Toyota/+ 1,366/32 Runden), 13. der solide Renault-Debütant Romain Grosjean (+ 1,383/35 Runden). Bis auf einen kleinen Dreher fuhr Grosjean heute fehlerfrei.

Kurioses Problem bei Buemi

Timo Glock (15./Toyota/+ 1,581/30 Runden) blieb im zweiten Training eher farblos und landete unmittelbar vor Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,752/34 Runden), der im Finish damit zu kämpfen hatte, dass sich seine Füße an irgendeiner Komponente extrem aufheizten. Buemis noch unerfahrener Stallgefährte Jaime Alguersuari (19./+ 2,685/34 Runden) blieb vor eigenem Publikum fehler-, aber auch farblos.

Die große Enttäuschung des Tages war jedoch Felipe-Massa-Ersatzmann Luca Badoer: Das 38-jährige Ferrari-Urgestein fand in 37 Runden nie einen schnellen Rhythmus, lag lange Zeit sogar an letzter Stelle und kam erst im Finish bis auf 2,613 Sekunden an die Spitze heran. Das bedeutete Platz 18. Teamberater Michael Schumacher konnte darüber am Kommandostand weniger lachen als über die Alonso/Heidfeld-Kollision...

Aufgrund der knappen Abstände - die Topzeit von Alonso einmal ausgeklammert - ist für morgen ein spannendes Qualifying zu erwarten. Besonders interessant könnte das Zeitfahren werden, weil die weicheren Reifen heute mehr als nur eine schnelle Runde zuließen. Das spielt im WM-Kampf offenbar dem zuletzt leicht strauchelnden Brawn-Team etwas mehr in die Hände als den "roten Bullen" Webber und Vettel...

Fotoquelle: xpb.cc

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