Noch weiß niemand so genau, wie das Fahrerfeld 2010 aussehen wird

Formel 1 2009

— 21.08.2009

Transfermarkt: Wer fährt 2010 für welches Team?

Auch wenn die Teamchefs schweigen: Langsam zeichnet sich ab, wie sich die Teams nächstes Jahr fahrerisch aufstellen könnten

Im Rahmen der heutigen FIA-Pressekonferenz in Valencia wurden die anwesenden Teamchefs naturgemäß auch nach ihren Fahrern für die kommende Saison gefragt. Kein einziger Herr gab darauf eine klare Antwort. Trotzdem zeichnet sich nach Ende der August-Sommerpause langsam ab, wer 2010 wo fahren könnte. Zumindest stehen zahlreiche Spekulationen im Raum. Wir haben für unsere Leser einmal zusammengefasst, wie sich der Transfermarkt entwickeln könnte. Es versteht sich von selbst: Alle Angaben ohne Gewähr!

Brawn:

Das aktuell in der Weltmeisterschaft führende Team wird alles unternehmen, um Jenson Button zu halten. "Wir stehen in Verhandlungen mit unseren Fahrern", sagt Ross Brawn. "Wir sind mit ihrer Performance sehr zufrieden, aber es wäre nicht angemessen, jetzt schon darüber zu sprechen, was wir machen werden. Wir werden das aber in nicht allzu ferner Zukunft bekannt geben."

Seit sich Rubens Barrichello mit seinen teamkritischen Schimpftiraden bei vielen unbeliebt gemacht hat, gilt der in die Jahre gekommene Brasilianer als Wackelkandidat. Großes Plus des 37-Jährigen: Brawn hält trotz allem viel von ihm und zieht es wie man aus gemeinsamen Ferrari-Zeiten weiß vor, eine bequeme Nummer zwei im Team zu haben.

Potenzielle Kandidaten auf die Barrichello-Nachfolge wären theoretisch Nick Heidfeld, Nico Rosberg, Robert Kubica und Bruno Senna.

Red Bull:

Bei den rollenden Getränkedosen ist alles klar: Sebastian Vettel und Mark Webber haben schon für 2010 unterschrieben.

Ferrari:

Tatsache ist: Der rekonvaleszente Felipe Massa und Kimi Räikkönen stehen auch für kommende Saison bei der Scuderia unter Vertrag. Dennoch halten sich schon seit Monaten hartnäckige Gerüchte, dass Fernando Alonso bei Ferrari andocken könnte - Gerhard Berger ist sich da ebenso sicher wie Martin Whitmarsh. Nur Renault-Teamchef Flavio Briatore dementiert: "Fernando ist in meiner Managementfirma. Davon müsste ich wissen." Und Alonso selbst sagt: "Ich höre schon seit zwei Jahren, dass ich zu Ferrari gehe!" Bezahlen würde den Deal die spanische Großbank Santander, die in Monza als Sponsor präsentiert werden soll.

Massa gilt als gesetzt, doch dann wird es interessant. "Iceman" Räikkönen, kein Freund von Interviews und PR-Terminen, hat Lust am Rallyefahren bekommen. Kürzlich nahm er sogar an seiner ersten WM-Rallye teil - in einem Fiat Abarth. Dazu passt, dass man der Ferrari-Mutterfirma ernsthafte Gelüste nachsagt, werksseitig in die Rallye-WM einzusteigen. Auf diese Weise wäre Platz für Alonso im Formel-1-Team - und das Rallyeprogramm würde mit dem schnellen Finnen mehr Aufmerksamkeit erhalten als sonst.

Präsident Luca di Montezemolo träumt insgeheim sogar davon, dass die Teams bald drei Autos einsetzen dürfen. Er macht keinen Hehl daraus: "Ich würde mir Michael Schumacher in einen dritten Ferrari wünschen!" Und sollte der Altstar keine Lust auf ein Comeback haben, dann könnte man ja die alte Idee aufwärmen, Valentino Rossi vom Zwei- ins Vierrad zu holen...

Toyota:

Wer Toyota kennt, der weiß: Die Japaner sind immer für eine Überraschung gut. Doch die Option auf Timo Glock, der sich nur im Qualifying ein wenig steigern muss, kann jederzeit gezogen werden, und Jarno Trulli ist eine feste Größe. Eigentlich haben John Howett und Co. keinen Grund, an ihrer Besetzung etwas zu ändern.

McLaren-Mercedes:

Lewis Hamilton ist bis Ende 2012 an die Silberpfeile gebunden. Die Option auf Heikki Kovalainen hat das Team des Weltmeisters Ende Juli verstreichen lassen. Offiziell heißt es: Kovalainen hat nun Gelegenheit, sich mit guten Ergebnissen für einen neuen Vertrag zu empfehlen. Inoffiziell wird gemunkelt: Man will alle Möglichkeiten sondieren, weil der Finne sowieso nicht davonläuft.

Eine der silbernen Möglichkeiten heißt Nico Rosberg. Der Deutsche bezeichnet McLaren-Mercedes offen als "interessante Option", auch wenn Teamchef Martin Whitmarsh sagt: "Wir verhandeln derzeit mit keinen Fahrern außerhalb unseres Rennstalls."

Williams:

Frank Williams setzt alles daran, Nico Rosberg zu halten. Am Montag fand in der Fabrik in Grove ein Gipfeltreffen der beiden statt. Rosberg soll dabei um Bedenkzeit gebeten haben - wahrscheinlich, um mehr Zeit für Verhandlungen mit McLaren-Mercedes zu haben.

Entgegen des deutschen Wunschdenkens ist man bei Williams mit Nummer zwei Kazuki Nakajima recht zufrieden. Der Japaner ist kein kommender Weltmeister, lässt seinen Speed aber dann und wann aufblitzen und arbeitet körperlich härter als die meisten anderen Fahrer an sich. "Ich glaube, Kazuki ist der fitteste Fahrer im Feld", so Frank Williams. Weiteres Plus: Solange Nakajima Williams fährt, sind die Toyota-Motoren gratis.

Zum Kandidatenkreis auf ein Cockpit gehören jedoch auch zwei weitere Deutsche: Testfahrer Nico Hülkenberg, der bei Co-Teilhaber Patrick Head nicht das beste Standing genießt, wird von Starmanager Willi Weber in Position gebracht, während Nick Heidfeld mit seiner Routine einen etwaigen Rosberg-Abgang wohl am besten abfedern könnte. Außerdem kennt man sich: Schon 2005 fuhr "Quick Nick" für Williams.

Renault:

Fernando Alonso ist der Wunschkandidat von Flavio Briatore, der zur Fahrersituation nur sagt: "Wir arbeiten daran. Diese Frage wird mir seit dem ersten Rennen 2008 gestellt. Wenn wir bereit sind, unsere Fahrer bekannt zu geben, werden wir es tun." Nur: Zahlreiche Fahrerlagerquellen würden ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass der zweifache Renault-Weltmeister für 2010 längst bei Ferrari unterschrieben hat.

Sollte sich Romain Grosjean im letzten Saisondrittel bewähren, wird der junge Franzose auch 2010 an Bord bleiben. Bei den potenziellen Neuzugängen könnte es einen Kracher geben: Robert Kubica ist seit der Rückzugsankündigung von BMW vertragsfrei und könnte zu jenem Team zurückkehren, das ihm seinerzeit den ersten Formel-1-Test ermöglicht hat: Renault.

Nachfolgeteam von BMW:

In Hinwil muss man sich zunächst einmal darauf konzentrieren, das Team zu retten, erst dann kann man sich auf die Fahrerfrage konzentrieren. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: "Ich kann derzeit nur sagen, dass wir noch nicht einmal wissen, wie es nächstes Jahr weitergehen wird. Daran arbeiten wir und das wirkt sich natürlich auch auf die Fahrersituation aus."

Theoretisch könnte Testfahrer Christian Klien befördert werden - oder man kann rechtzeitig etwas auf die Beine stellen, um einen der beiden aktuellen Grand-Prix-Piloten zum Weitermachen zu überreden.

Toro Rosso:

Das Red-Bull-B-Team war immer dafür vorgesehen, junge Red-Bull-Junioren auszubilden. So gesehen sind Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari eine Idealbesetzung. Es gibt jedoch in Faenza auch Stimmen, die sich zumindest einen erfahrenen Mann wünschen würden. Sollte sich diese Ansicht durchsetzen, ist das Spektrum breit - von Nick Heidfeld bis Rubens Barrichello...

Force India:

Giancarlo Fisichella kann sich mangels Alternativen vorstellen, ein drittes Jahr im Team von Vijay Mallya anzuhängen: "Ich habe noch Spaß an der Formel 1!" Adrian Sutil will weg, ist aber auf bessere Angebote angewiesen. Wie immer bei kleinen Teams, kann bei Force India alles passieren.

Mallyas Traum, einen Inder in die Formel 1 zu holen, ist in unverändert weiter Ferne: Karun Chandhok hat sich nicht wie erhofft zu einem Überflieger entwickelt. Dafür bietet sich Routinier Narain Karthikeyan immer wieder an - bisher erfolglos. Auch Testfahrer Vitantonio Liuzzi würde sich über eine Beförderung freuen.

Campos:

Glaubt man der spanischen Presse, dann hat sich Adrian Campos bereits entschieden: Pedro de la Rosa wird als Nummer eins an Bord kommen, der GP2-Russe Vitaly Petrov wegen seiner Sponsorenmillionen als Nummer zwei. Bruno Senna wurde angeblich eine Absage erteilt. Dessen Sponsor Santander hätte sich nicht mit Campos-Geldgeber BBVA vertragen.

Manor:

Die große Unbekannte auf dem Transfermarkt: Manor könnte theoretisch Fahrer aus den eigenen Nachwuchsteams in die Formel 1 befördern, aber auch für Leute wie Jacques Villeneuve, die unbedingt in die Königsklasse wollen, eine Tür öffnen. Konkretes war vom zweiten neuen Rennstall bisher nicht zu hören.

US F1:

Ken Anderson und Peter Windsor haben von ihrer Fahrerbesetzung klare Vorstellungen: Einem Routinier soll ein junger Amerikaner zur Seite gestellt werden. Der US-Boy wird wohl Jonathan Summerton oder Alexander Rossi heißen - Überraschungen nicht ausgeschlossen. Die Idee, Danica Patrick zu verpflichten, hatten bisher nur erfinderische Journalisten. Anderson: "Wir haben nie mit ihr gesprochen."

Der Job des technisch versierten Teamleaders, der das Auto weiterentwickeln soll, könnte nach aktuellem Wissensstand an einen Österreicher vergeben werden: Alexander Wurz drängt sich wegen seiner langjährigen Erfahrung als Testpilot auf, Christian Klien gilt ebenfalls als Kandidat - und die Variante, den Nordamerikaner Jacques Villeneuve in einen US-Boliden zu setzen, hat zumindest einen gewissen Charme...

Fotoquelle: xpb.cc

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