Mit einer tollen Bestzeit sorgte Adrian Sutil für eine große Überraschung

Formel 1 2009

— 22.08.2009

Abbruch wegen Vettel: Sutil Trainingsschnellster!

Sebastian Vettel sorgte im Abschlusstraining in Valencia für eine lange Unterbrechung, die am Ende ein ungewöhnliches Ergebnis hervorbrachte

Kuriose Bilder am Hafen von Valencia: Während ein paar Meter weiter am Strand bei 28 Grad Hitze gebadet wurde, wirbelten die Formel-1-Stars auf der angrenzenden Rennstrecke Schnee auf! Oder doch nicht? Bei dem weißen Pulver, das in den letzten fünf Minuten des dritten Freien Trainings, handelte es sich natürlich nicht um gefrorenes Wasser, sondern um Ölbindemittel.

Dieses musste ausgerechnet wegen Sebastian Vettel (18./Red-Bull-Renault/+ 1,773/6 Runden) angewendet werden: Der Deutsche verlor nach knapp einer halben Stunde Vortrieb, rollte noch ein paar Meter weiter, musste dann aber endgültig mit Motorschaden abstellen. Was er im Cockpit zunächst nicht mitbekam: Er zog im zweiten und dritten Sektor eine lange Ölspur hinter sich her und sorgte somit für eine ausgedehnte Unterbrechung.

Vettel nach Defekt enttäuscht

"Ich habe ausgangs Kurve 18/19 an Leistung verloren und wollte das Auto zurückbringen. Ich war ganz langsam unterwegs", schilderte Vettel den Zwischenfall. "Auf keinen Fall wollte ich stehen bleiben, denn die Stelle ist ziemlich gefährlich. Aber auf einmal haben die Hinterräder blockiert und dann war Schicht im Schacht. Ich konnte das Auto leider nicht mehr an die Box retten. Jetzt müssen wir schauen, was passiert ist."

Fünf Minuten vor dem Ende der Session wurde die Strecke wieder freigegeben - und alle nutzten die Gelegenheit, um zumindest noch die Daten eines finalen Runs mitzunehmen. "Das wirft die Pläne über den Haufen", erklärte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Wir wollten noch einen Run auf harten Reifen für die Abstimmung fahren und einen auf weichen Reifen für das Qualifying. Einer von den beiden Runs wird über die Klinge springen."

Doch wider Erwarten ließ der 5,440 Kilometer lange Stadtkurs ganz zum Schluss doch noch Zeitenverbesserungen zu. So flog Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/12 Runden) zunächst vom ersten Platz, doch mit seiner allerletzten Attacke konnte der junge Deutsche noch einmal kontern: 1:39.143 Minuten - so schnell war an diesem Wochenende noch niemand! "Ich bin sehr glücklich, das sieht man an meinem Grinsen", freute er sich zurecht über die Topleistung.

BMW vorne mit dabei

Auf den vorderen Rängen landeten mehrere Fahrer, mit denen man nicht gerechnet hätte. Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/+ 0,104/12 Runden) wurde Zweiter, Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 0,370/12 Runden) Dritter. Das spricht für eine Aufwärtstendenz bei BMW: "Es sieht gut aus - sicher nicht so, wie es die Tabelle darstellt, aber beide Fahrer äußern sich positiv über die Neuentwicklungen. Wir werden hier besser abschneiden als in den letzten Rennen", so Theissen.

Als bester McLaren-Mercedes-Pilot wurde Heikki Kovalainen (+ 0,410/8 Runden) Vierter; Lewis Hamilton (0,807/12 Runden) landete auf Rang acht. Dem Weltmeister tat die 27-minütige Unterbrechung besonders weh, weil er schon gestern Nachmittag wertvolle Fahrzeit eingebüßt hatte. Aber: "Wir können das nicht beeinflussen. Lewis ist gut drauf und kann das, wenn das Auto gut ist, auch wenn der Feinschliff fehlt", erklärte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Sutil-Teamkollege Giancarlo Fisichella (+ 0,621/12 Runden) erzielte als Sechster ein Topergebnis und reihte sich damit unmittelbar vor dem erneut soliden WM-Leader Jenson Button (Brawn-Mercedes/+ 0,740/10 Runden) ein. Buttons Stallgefährte Rubens Barrichello (+ 1,049/10 Runden) landete auf Position neun. Im direkten Duell mit Red Bull scheint das Brawn-Team an diesem Wochenende die Nase weiterhin vorne zu haben.

Rosberg wieder im Spitzenfeld

Zweitbester Deutscher hinter Sensationsmann Sutil wurde im Abschlusstraining vor dem Qualifying Nico Rosberg (5./Williams-Toyota/+ 0,589/11 Runden). Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 1,087/12 Runden) wurde 13., Timo Glock (Toyota/+ 1,300/10 Runden) 16. - einen Platz hinter Lokalmatador Fernando Alonso (Renault/+ 1,259/9 Runden), der eine mögliche Verbesserung im Finish mit einem Ausflug in den Notausgang zunichte machte.

Von den drei noch relativ neuen Gesichtern im Paddock machte sich Renault-Rookie Romain Grosjean am besten: Der Franzose absolvierte elf Runden, verlor 0,945 Sekunden auf die Spitze und war als Zehnter sogar schneller als Alonso. Jaime Alguersuari (19./Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,982/12 Runden) und vor allem Ferrari-Ersatzmann Luca Badoer (20./+ 3,055/14 Runden) konnten hingegen einmal mehr keine Akzente setzen.

Was diese Zeiten für heute Nachmittag zu bedeuten haben, ist wegen der fast komplett gestrichenen zweiten Hälfte des Abschlusstrainings äußerst schwierig einzuschätzen. Anhand der Sektorenzeiten konnte man erkennen, dass McLaren-Mercedes gut gerüstet zu sein scheint - und auch Sutil ist nach der tollen Bestzeit eine Sensation in Form einer Top-10-Platzierung zuzutrauen. Auf jeden Fall sollte es richtig spannend werden!

Fotoquelle: xpb.cc

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