Zwei Silberne und ein Weißer: Freude bei den besten Drei nach dem Qualifying

Formel 1 2009

— 22.08.2009

Silber in Reihe eins - Kovalainen vergibt Pole

Lewis Hamilton entschied das silberne Qualifyingduell in Valencia knapp für sich - Sebastian Vettel im Brawn-Sandwich auf Startplatz vier

Nach dem Sieg am Hungaroring befinden sich die Silberpfeile weiterhin auf der Erfolgswelle: Trotz der Probleme im gestrigen Training sicherte sich Weltmeister Lewis Hamilton heute die Pole-Position - und Heikki Kovalainen komplettierte als Zweiter den Triumph des McLaren-Mercedes-Teams. Dabei wäre für den Finnen im sonnigen Valencia noch mehr drin gewesen.

Denn Kovalainen erzielte in den ersten beiden Sektoren seines allerletzten Versuchs Bestzeit, ehe er sich wegen eines kleinen Fehlers in der Zielkurve nicht mehr steigern konnte. Somit blieb er bei 1:39.532 Minuten stehen - 34 Tausendstelsekunden hinter seinem Stallgefährten. Hamilton konnte es sich seinerseits sogar leisten, den letzten Run abzubrechen, weil nach Kovalainens gescheitertem Versuch klar war, dass ihn niemand mehr gefährden würde. Das sparte Benzin für das Rennen.

Große Freude bei den Silberpfeilen

"Sensationell", jubelte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Qualifying. "Wir wissen nicht, wer wie viel Sprit fährt, aber bemerkenswert ist, dass heute kein Fahrer weniger Runden hat als Lewis. Wir haben ganz wenig Erfahrung, stehen aber vorne. Das spricht für Lewis und das Team. Gerade im Mittelsektor war er eine Klasse für sich. Heikki hätte es auch drauf gehabt. Mehr kann man sich für den Samstag nicht wünschen."

Kovalainen trauerte der entgangenen Pole-Position nur kurz nach: "Ich bin einfach über das Limit hinausgegangen. Im Qualifying muss man eben alles auf eine Karte setzen", sagte der unter Druck stehende 27-Jährige. Immerhin: Seine Zeit hielt der Attacke von Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes) stand, dem auf Platz drei nur 31 Tausendstelsekunden fehlten, um den Sprung in die erste Startreihe zu schaffen und die Silberpfeile zu splitten.

"Schön, dass wir nach einigen schwierigen Wochenenden hier wieder konkurrenzfähig sind", strahlte Barrichello, der die beiden heißesten Titelaspiranten hinter sich stehen hat: Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 0,291) wurde Vierter, Barrichellos Teamkollege Jenson Button (+ 0,323) Fünfter. Vettels Leistung ist besonders hoch einzuschätzen, weil der Deutsche nach dem Motorschaden am Vormittag quasi ins kalte Wasser springen musste.

Nur zwei Deutsche in den Top 10

Ebenfalls für das Top-10-Finale qualifiziert waren Kimi Räikkönen (Ferrari/+ 0,646), Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 0,687), Fernando Alonso (Renault/+ 0,738), Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,741) und Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 1,014). Alonso konnte an die Performance von gestern nicht ganz anknüpfen und wirkte schon im ersten und zweiten Segment etwas wackelig. Webber wird es morgen gegen seine direkten WM-Konkurrenten schwer haben.

Auf einen einfachen Start darf sich hingegen Polesetter Hamilton gefasst machen, denn mit KERS an Bord sollten die Silberpfeile bis zur ersten Kurve keine Mühe haben: "Eine tolle Leistung des Teams - erst Ungarn, jetzt das. Wir wussten nicht, ob wir die Pace von Ungarn hier wiederholen können, aber es ist uns gelungen", jubelte der Titelverteidiger. "Heikki hat mir ordentlich zugesetzt. Klasse, dass wir beide da vorne stehen, denn eine Doppelpole hatten wir schon lange nicht mehr."

Gleich vier deutschsprachige Vertreter erwischte es im zweiten Qualifying: Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team) fehlten nur 44 Tausendstelsekunden auf die Top 10, was wieder einmal Rang elf bedeutete, während es für Adrian Sutil (Force-India-Mercedes) trotz einer Verbesserung am Ende nur zu Platz zwölf reichte - nach der Bestzeit im dritten Freien Training hatte man ihm mehr zugetraut. Auch Timo Glock (13./Toyota) und Sébastien Buemi (15./Toro-Rosso-Ferrari) schieden in Q2 aus.

Grosjean solide, Badoer enttäuschend

Bester der Neulinge war einmal mehr Romain Grosjean: Der junge Franzose nahm es in Q1 sogar mit seinem Teamkollegen Alonso auf und erreichte mit dem Überstehen der ersten Phase sein erklärtes Ziel. Am Ende wurde er solider 14. Der spanische Lokalmatador Jaime Alguersuari (Toro-Rosso-Ferrari), der morgen seinen zweiten Grand Prix bestreiten wird, musste mit Rang 19 Vorlieb nehmen - immerhin nur 0,118 Sekunden hinter dem enttäuschenden Jarno Trulli (Toyota).

Ferrari-Ersatzmann Luca Badoer kam erwartungsgemäß nicht über den letzten Platz hinaus: "Die Strecke ist merkwürdig, damit komme ich nicht zurecht", seufzte der routinierte Italiener, fügte aber relativierend an: "Das Ziel war, hier für Spa und Monza zu lernen." Berater Michael Schumacher nahm ihn in Schutz: "Wir sehen das intern genauso. Er hat sich kontinuierlich gesteigert. Wir hoffen, dass er das morgen im Rennen fortsetzen kann."

Nun gilt es, die Veröffentlichung der Rennbenzinmengen abzuwarten, doch um den Sieg scheint sich ein Fünfkampf zwischen den Silberpfeilen, Brawn und Vettel abzuzeichnen. Nach dem Triumph in Ungarn wirkt Hamilton wie ausgewechselt - und Kovalainen könnte zum Geheimfavoriten werden, weil er sich seit einem ernsten Gespräch mit Teamchef Martin Whitmarsh derzeit so schnell präsentiert wie nie zuvor in der laufenden Saison...

Fotoquelle: xpb.cc

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