Luca Badoer mit Michael Schumacher, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht

Formel 1 2009

— 22.08.2009

Schumacher: "Keiner hat Luca Druck gemacht"

Michael Schumacher nimmt seinen Ersatzmann Luca Badoer nach dem letzten Startplatz in Valencia in Schutz - Aufforderung an Niki Lauda

Nach dem letzten Platz von Luca Badoer im heutigen Qualifying in Valencia fragten sich viele: Hätte das Michael Schumacher nicht besser gekonnt? Reine Spekulation, denn der Gesundheitszustand des Rekordweltmeisters war für ein Comeback eben nicht gut genug. Insofern stellte er sich nach der Session demonstrativ hinter den nunmehr ältesten Piloten im Feld - und er konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf Niki Lauda nicht verkneifen. Der hatte im Vorfeld gesagt, anstelle von Badoer könne er sich auch selbst wieder ins Ferrari-Cockpit setzen...

Frage: "Michael, Luca Badoer hat nach dem Qualifying gesagt, er ruhe in sich selbst und er sehe das Wochenende hier nur als Erfahrung und Training. Wie siehst du das?"
Michael Schumacher: "Wir sehen das intern genauso. Montezemolo hat ihn vor dem Wochenende noch angerufen und genau das gesagt: 'Luca, niemand erwartet etwas von dir. Lerne das Auto kennen, lerne das Team kennen, bereite dich vor - Spa ist eine andere Sache, denn da hast du schon Referenzpunkte und Erfahrungswerte. Dort wird es dann wesentlich besser laufen.'"

"Die Strecke ist ganz schön schwierig. Es ist leicht dahergesagt, dass nun alle gewusst haben, dass er Letzter wird - es gibt auch viele, die denken, sie könnten es besser, aber es gibt nur wenige, die das beweisen können. Zu Niki Lauda habe ich schon gesagt, dass er sich doch wirklich selbst reinsetzen soll! Insofern bin ich selbst vorsichtig, denn ich kann es sehr gut einschätzen und ich weiß, wie schwierig das Ganze ist. Es hat ihm keiner Druck gemacht und er hat sich kontinuierlich gesteigert. Wir hoffen, dass er das morgen im Rennen genauso fortsetzen kann."

"Seine letzte Runde war in den ersten zwei Sektoren wesentlich besser, nur in der letzten Kurve kam ein Fehler zustande - sonst wäre er 19. oder 18. geworden. Das ist auch nicht so viel besser, aber natürlich hätten wir das Schlusslicht abgeben können. Fakt ist, dass wir morgen ein langes Rennen vor uns haben. Es kann viel passieren. Wer weiß, vielleicht kann er über Strategie und aufgebautes Vertrauen vielleicht doch noch ein annehmbares Resultat erzielen."

Frage: "Er hat sich über TV bei dir für alles, was du für ihn tust, bedankt..."
Schumacher: "Wir verstehen uns blind. Wir kennen uns lange genug - er war in meiner aktiven Zeit lange an meiner Seite. Da war er extrem hilfreich, da hat er sich immer wieder ins Zeug gelegt, Kilometer geschrubbt, Testfahrten gemacht ohne Ende. Das darf man nicht vergessen. Man hätte mir hier beim ersten Rennen nicht allzu viel zugetraut, also darf man auch Luca nicht allzu viel zutrauen. Man muss ihm Zeit geben."

Frage: "Du wärst beinahe hier gefahren. Bist du auf dem Kommandostand gesessen und hast du dir gedacht, dass du eigentlich schon gerne im Auto sitzen würdest?"
Schumacher: "Das Thema ist abgehakt für mich. Ich weiß ja, warum ich nicht fahren kann."

Frage: "Wirklich?"
Schumacher: "Dafür bin ich zu erfahren und zu sehr Realist. Es hätte für mich keine Möglichkeit gegeben, also konzentriere ich mich auf den Job, den ich vorher schon hatte. Für mich ist die Vergangenheit eine Sache, über die ich mir keinen großen Kopf mache - ich denke gleich einen Schritt weiter. Das habe ich früher auch schon getan, aber natürlich erst ab einem gewissen Alter. Das kommt ein bisschen mit der Zeit."

Frage: "Auch wenn du diese Frage sicher nicht hören willst: Wo wärst du heute gelandet?"
Schumacher: "Irgendwo da (deutet auf den Zeitenmonitor; Anm. d. Red.)!"

Frage: "Zwischen Kimi Räikkönen und Luca Badoer ist aber viel Platz..."
Schumacher: "Kimi ist Sechster, wenn mich nicht alles täuscht, oder? Wir sind auf der dreckigen Seite - das ist unser Problem. Er hat zwar am Ende eine Superrunde gefunden, aber ist damit auf die dreckige Seite gerutscht, was für den Start nicht gerade sehr hilfreich sein wird. Dennoch machen wir das Beste draus und schauen, was letzten Endes draus zu machen ist."

Fotoquelle: xpb.cc

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