Luca Badoer muss sich in Belgien steigern, sonst droht die Ablösung bei Ferrari

Formel 1 2009

— 25.08.2009

Coulthard: "Badoer hat eine zweite Chance verdient"

Der frühere Rennfahrer David Coulthard zeigt Verständnis für Luca Badoer, rechnet im Zweifelsfall aber auch mit einer Ablösung des Italieners

Der Große Preis von Valencia ist Geschichte und die Bilanz von Luca Badoer ernüchternd: Der italienische Ersatzmann von Ferrari kam auf dem schwierigen Stadtkurs nicht über Positionen im Hinterfeld hinaus und hatte nicht den Hauch einer Chance auf WM-Punkte. Schon an diesem Wochenende soll sich Badoer in Spa-Francorchamps beweisen, will er sein Cockpit behalten.

Angesichts der heftigen Kritik an der Leistung des 38-Jährigen darf man durchaus gespannt sein, wie der frühere Minardi-Fahrer mit diesem erhöhten Druck umgehen wird. In seiner Kolumne beim 'Telegraph' zeigt David Coulthard indes Verständnis für die Lage seines ehemaligen Konkurrenten: "Als Fahrer fand ich diese Kritik ungerechtfertigt", schrieb Coulthard nach dem Valencia-Rennen.

"Na klar hatte er ein absolut mieses Wochenende - aber das hätte wohl jeder von uns gehabt, wenn er zehn Jahre lang kein Rennen bestritten, mehrere Monate lang nicht mehr in einem Formel-1-Auto gesessen und noch niemals zuvor die Rennstrecke in Valencia besucht hätte", meint der schottische TV-Experte und fügt an: "Badoer hat tatsächlich einige elementare Fehler begangen."

Schon im Freien Training war der Italiener gleich mehrfach mit überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse "geblitzt" worden, im Rennen überfuhr Badoer prompt die weiße Linie am Ende der Boxengasse und kassierte dafür eine Durchfahrtsstrafe. Coulthard: "Badoer hat klarerweise nicht die Leistung erbracht, die er oder Ferrari sich von seinem Einsatz versprochen hatten."

"Nichtsdestotrotz hat Badoer in Spa eine zweite Chance verdient. Diesen Kurs kennt er sehr gut und dort kann er zeigen, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat", sagt der ehemalige Red-Bull-Pilot. "Wenn er am Sonntag noch immer nicht auf Touren kommt, dann habe ich keine Zweifel daran, dass Ferrari ihn ersetzen wird. In diesem Fall rechne ich mit Marc Gené als Nachrücker."

Fotoquelle: xpb.cc

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