Die Senke Eau Rouge ist die wohl berühmteste Kurve im Formel-1-Zirkus

Formel 1 2009

— 26.08.2009

"Fritten und Bier, dafür sind wir hier!"

Und nebenbei wird noch ein wenig Formel 1 gefahren: Vorschau auf den spektakulären Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps

Eine Umfrage unter den Rennfahrern würde ergeben: Spa-Francorchamps ist die beliebteste Strecke im Formel-1-Kalender. Die Mehrheit der Piloten fährt gerne auf der "Ardennen-Achterbahn", die Fans lieben den Kurs gleichermaßen.

Die belgische Rennstrecke - nur eine gute Autostunde von der Heimat der Schumacher-Brüder entfernt, 50 Kilometer südlich von Aachen an der belgischen Grenze gelegen - ist ein Kurs der "alten Garde". Die aufregende Kombination aus schnellen Kurven, Bergab- und Bergaufstücken sowie die traumhafte Lage inmitten der Ardennen macht das besondere Flair der Rennstrecke aus.

Mit einer Länge von neuerdings 7,004 Kilometern ist Spa-Francorchamps - oder "Spa", wie man kurz und bündig sagt - die längste Strecke im Rennkalender. Neben Monaco gehört der belgische Kurs zu den ausgesprochenen Fahrerstrecken. Gerade die herausfordernden Kurvenkombinationen trennen in Belgien die Spreu vom Weizen. "Spa unterscheidet die Männer von den Buben", meinte einst Denny Hulme, Weltmeister von 1967.

Regenschlachten mit großen Folgen

Richtig aufregend wird es in Spa, wenn der typische Ardennenregen niedergeht. Ein ganzes Wochenende ohne einen einzigen Regentropfen hat auf dem Kurs, der zum Teil aus öffentlichen Straßen besteht, Seltenheitswert. Im Schnitt ist jedes dritte Rennen ein Regenrennen. Und da die Strecke mitten in einer Berglandschaft liegt und zudem auch noch so lang ist, kann es vorkommen, dass ein Teil der Piste nass ist, ein anderer die Piloten hingegen mit Sonnenschein verwöhnt.

Das spektakulärste Regenrennen fand 1998 statt. Eine feuchte Strecke und leichter Regen zwangen die Fahrer dazu, beim ersten Start auf Regenreifen zu setzen. Ferrari-Pilot Michael Schumacher auf Startposition vier gehörte zu den wenigen Fahrern, die das Risiko eingingen, auf Intermediates zu starten. Der Start verlief reibungslos, doch auf der Geraden nach La Source kam es zur bisher größten Massenkarambolage in der Geschichte der Formel 1.

Auslöser war der damalige McLaren-Mercedes-Pilot David Coulthard, der nach einer Berührung eines Gegners quer über die ganze Strecke rutschte, in die Boxenmauer einschlug, zurückgeworfen wurde und dadurch weitere Autos in eine Karambolage zwang. Durch die starke Gischt behindert konnten viele Fahrer nicht ausweichen, da sie die Gefahr zu spät erkannten, und rasten in das Chaos hinein. Sage und schreibe 13 Fahrzeuge hatten nachher nur noch Schrottwert.

Zahlreiche Reifen flogen durch die Luft, verfehlten einen Zuschauer am Kopf nur ganz knapp und auch die Fahrer in ihren offenen Cockpits wurden teilweise von den Geschossen nur mit viel Glück nicht getroffen - nach dem Rennen entschied man sich aus diesem Grund, ab der folgenden Saison Halteseile einzuführen, die das Wegfliegen der Räder verhindern sollen. Außerdem werden Regenrennen seitdem hinter dem Safety-Car gestartet, wenn dies die Bedingungen erfordern.

Unfallschrecken in Spa

Auch in den Jahren danach machte Spa dem Ruf alle Ehre, eine gefährliche Rennstrecke zu sein. Weil er in der Regengischt nichts sah, krachte Michael Schumacher 1998 in Führung liegend mit voller Wucht dem überrundeten David Coulthard in das Heck. 1999 flogen die BAR-Piloten Jacques Villeneuve und Ricardo Zonta in der Eau Rouge bei rund 280 km/h ab, überschlugen sich mehrfach und kamen wie durch ein Wunder unverletzt davon. "Ich habe Eau Rouge überlebt", kritzelte Villeneuve an jenem Tag auf seine Autogramme.

Zahlreiche weitere Piloten machten in den vergangenen Jahren unliebsame Begegnungen mit den Leitplanken, doch auch wenn die Autos wie im Jahre 2000, als Giancarlo Fisichella im Warmup mit seinem Benetton "auf dem Dach" liegen blieb, völlig zerstört wurden, kamen die Fahrer meist mit einem blauen Auge davon. "Eau Rouge kann man am ehesten mit einem Starfighter vergleichen", so Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger. "Du fährst erst runter, wobei du den Magen spürst, dann wieder hoch. Wenn du unten in der Senke bist, siehst du überhaupt nichts - nur den Himmel. Dort den Gasfuß durchgedrückt zu lassen ist das Geilste, was es gibt."

2001: Horrorcrash von Luciano Burti

Ein weiterer Horrorcrash mit glimpflichem Ausgang ereignete sich 2001. Mit rund 300 Stundenkilometern kam Prost-Pilot Luciano Burti nach einem gescheiteren Überholversuch an Eddie Irvine kurz vor der Blanchimont-Kurve von der Strecke ab und rutschte mit noch rund 250 km/h in die Reifenstapel.

Der Brasilianer war seinem irischen Rivalen in das Heck gefahren und hatte sich dabei den Frontflügel abgefahren. Dadurch fehlte Burti auf der Vorderachse der Anpressdruck und so raste er fast ohne Lenk- und Bremswirkung auf die Reifenstapel zu. Wie durch ein Wunder kamen beide Fahrer nach dem heftigen Einschlag bis auf Prellungen unverletzt davon - die ersten Bilder ließen Schlimmeres befürchten.

Bereits in den 1950er-Jahren galt Spa als Mutstrecke. Durch ihre zahlreichen Vollgaskurven und ungesicherten Waldabschnitte gab es viele Unfälle, so auch am 19. Juni 1960: An diesem Tag kam der Lotus-Pilot Alan Stacey, der an einer körperlichen Behinderung litt, beim Großen Preis von Belgien ums Leben. Ein Vogel traf ihn bei voller Fahrt am Visier, er verlor daraufhin die Kontrolle über seinen Lotus 18, der in Flammen aufging. Trotz sofortigen Lösch- sowie Rettungsmaßnahmen kam jede Hilfe zu spät. An diesem Sonntag verunglückte sein Landsmann Chris Bristow ebenfalls tödlich.

Streckensicherheit in Frage gestellt

In den Kurven, in denen sich in der Vergangenheit die meisten Unfälle ereignet haben, hat man in den letzten Jahren die Auslaufzonen vergrößert oder durch Asphaltflächen ersetzt, um das Risiko zu senken. Dennoch halten einige Fahrer die Strecke für nicht mehr zeitgemäß.

Als atemberaubend gelten vor allem zwei Kurven. Zum einen zählt dazu die Eau Rouge, eine Senke, die mit rund 300 km/h angefahren wird. Wenn die Fahrer einlenken müssen, führt die Strecke steil nach oben, was die Autos leicht werden lässt. Oft beschreiben die Piloten das Gefühl, in die Sitze gedrückt zu werden, mit Achterbahnfahren. Seitdem die Formel 1 mit V8-Motoren fährt, hat dieser Streckenabschnitt viel an Reiz verloren, geht er doch nun locker voll.

Dennoch erfordert die ansteigende Rechtskurve höchsten Einsatz und Präzision. Die Fahrer müssen hier so schnell wie möglich durchkommen, um auf der anschließenden Geraden in Richtung Les Combes, auf der rund 315 km/h erreicht werden, den maximalen Speed zu erzielen. Wer gut aus Eau Rouge herausbeschleunigt, hat eine Chance, beim Anbremsen der folgenden Rechtskurve das vor ihm liegende Auto zu attackieren. In Eau Rouge wirken starke Fliehkräfte von über fünf g und beim Durchfahren der Senke in den folgenden, 18 Prozent steilen Anstieg die Kompression auf die Fahrer ein. Zudem werden Auto und Motor strukturell stark belastet.

Bekannt ist auch die Blanchimont, eine 300-km/h-Linkskurve, an deren Stelle man besser nicht abfliegen sollte. Ganz und gar nicht in die ansonsten schnellen und flüssigen Kurven passen die Bus-Stop-Schikane auf Höhe der Boxeneinfahrt sowie die La-Source-Haarnadelkurve am Ende der Start- und Zielgerade, die zwar mit ihren 60 km/h eine gute Überholmöglichkeit darstellt, in der es aber auch immer wieder zu Unfällen kommt.

Die Bus-Stop-Schikane wurde vor dem Grand Prix 2007 umgebaut und quasi umgedreht. Da die Autos dort in gerader Fahrt ankommen, kann dort gut überholt werden. Die neue Boxeneinfahrt bei der Bus-Stop ist aber gar nicht nach dem Gefallen der Piloten. Sie ist so schmal, dass kein Auto mehr an die Box fahren kann, sollte ein Auto in der Boxeneinfahrt stehen bleiben.

Eher mehr als wenig Flügel

Obwohl Spa eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ist, wird man mit mittlerem Abtrieb ausrücken. Und wenn das Wetter wechselhaft ist, kann es sich als goldene Entscheidung auszahlen, im Trockenen mit einem Regensetup losgefahren zu sein. Aus diesem Grund sind auch Zweistopprennen Gang und Gebe, da man wegen dem häufigen Regen meist sowieso stoppen muss.

Bei wechselhaftem Wetter muss man einen Kompromiss eingehen und so kann man bei einsetzendem Regen den Frontflügel nur so verstellen, dass das Auto auf der Geraden um drei km/h langsamer wird, ansonsten würde man das komplette Setup aus der Balance werfen. Ein reines Regensetup wäre auf der Geraden um rund 15 km/h langsamer als ein Trockensetup. Die Suche nach dem richtigen Setup wird durch die Tatsache erschwert, dass die Strecke aus unterschiedlichen Asphalttypen besteht.

Rennen mit großer Tradition

Das erste Rennen in Spa sollte 1921 ausgetragen werden, doch es meldete sich nur ein einziger Starter. Das erste Autorennen in den Ardennen gab es deshalb erst 1922. Die Formel 1 gastiert schon seit 1950 in Spa, seitdem wurden dort 38 Rennen ausgetragen.

1950 siegte nach 492,8 Kilometern Juan Manuel Fangio auf Alfa Romeo. Der Argentinier wiederholte diesen Erfolg zweimal - 1954 auf Maserati und 1955 auf Mercedes. Bis 1970 wurde auf einer 14,08 Kilometer langen Strecke gefahren, die überwiegend aus öffentlichen Straßen bestand. 1972 und 1974 startete die Formel 1 in Nivelles bei Brüssel, 1973 und von 1975 bis 1982 sowie 1984 war Zolder der Austragungsort des Belgien-Grand-Prix.

So richtig Formel-1-tauglich wurde der Kurs beim Comeback 1983, als man den Kurs auf 6,949 Kilometer Länge kürzte. Sogar die "alten Hasen" konnten sich mit dem neuen Spa anfreunden. Einzigartig 1983: Start und Ziel lagen 660 Meter auseinander. Weil die eigentliche Start-Ziel-Gerade zu abschüssig war und die Formel-1-Fahrer gleichzeitig Gas, Bremse und Kupplung hätten bedienen müssen, wurde, wie immer seitdem, auf der Geraden vor der Spitzkehre La Source gestartet, das Ziel lag jedoch erst hinter dieser Kurve.

Von 1985 bis 2002 gastierte die Formel 1 ununterbrochen auf dem belgischen Kurs, seitdem hat man den Kurs sieben Mal modifiziert, jedoch jeweils nur um ein paar wenige Meter. Erst seit 1985 wird auch die Zielflagge vor La Source geschwenkt. In jenem Jahr konnte der Belgien-Grand-Prix erst im zweiten Anlauf durchgeführt werden: Weil sich der damals neu aufgetragene Belag als zu rutschig erwies, wurde die Veranstaltung nach dem Training abgesagt und verschoben.

2003 und 2006 kein Belgien-Grand-Prix

2003 musste die Formel 1 auf ihren Auftritt in Belgien ebenso verzichten wie 2006. Der Grund für die Absage 2003 war das vorgezogene Tabakwerbeverbot durch die Regierung. Die Teams waren nicht gewillt, die zusätzlichen Kosten zu übernehmen, die ihnen bei einer Teilnahme ohne Tabaksponsoren entstanden wären. 2006 musste das Rennen gekippt werden, nachdem der Veranstalter Insolvenz angemeldet hatte.

Umbau für die Rückkehr

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist nun der Promoter, er forderte jedoch Modernisierungsarbeiten, bevor er das Rennen wieder in den Kalender aufnimmt. Das ist geschehen: Umgebaut wurden die Boxeneinfahrt, die Bus-Stop-Schikane und die Haarnadelkurve La Source unmittelbar nach dem Start sowie die Einrichtungen in der Boxengasse und im Fahrerlager.

Mit den Änderungen an der Streckenführung wurden die Überholmöglichkeiten verbessert und gleichzeitig Raum für die neuen Anlagen geschaffen. Durch die Verlagerung der Streckenbegrenzung wurde die Anfahrt zur La Source verlängert. Die breite Auslaufzone, die von den Fahrern gern bei Positionskämpfen, gerade nach dem Start, genutzt wurde, ist jetzt mit Randsteinen und Kunstrasen versehen.

Die Bus-Stop-Schikane wurde vorverlegt in Richtung der lang gezogenen Linkskurve Blanchimont. Die Schikane ist jetzt eine Rechts-Links-Kurve, also umgekehrt als zuvor. Die Fahrer passieren diese Stelle mit etwa 80 km/h und werden die Kerbs nutzen, um möglichst schnell durchzukommen. Der breite Kurveneingang soll das Überholen erleichtern.

Schumacher hatte am meisten Spa(ß)

Mit sechs Siegen ist Michael Schumacher vor Ayrton Senna (fünf Siege) und Jim Clark (vier Siege), Juan Manuel Fangio und Damon Hill (beide drei Siege) der erfolgreichste Fahrer in Spa. Bemerkenswert: Während Fangio und Senna die Statistik mit vier Pole-Positions anführen, konnte Michael Schumacher in seiner Karriere nur ein einziges Mal (2002) von der Pole aus ins Rennen gehen.

Bei den Teams haben McLaren und Ferrari mit zehn Siegen vor Lotus (fünf Siege) und Williams (dreimal auf dem ersten Platz) die Nase vorn. Auch nach Punkten ist Michael Schumacher mit 80 Zählern der mit Abstand erfolgreichste Fahrer im Feld. Der Deutsche hatte eine besondere Beziehung zu seinem "Wohnzimmer". Hier gab er 1991 sein beeindruckendes Formel-1-Debüt und gewann ein Jahr später sein erstes Formel-1-Rennen.

Zur Geschichte der Region

Die Bezeichnung Ardennen geht auf den Namen der keltischen Jagd- und Waldgöttin - Arduinna - zurück. Die Ardennen sind eines der größten zusammen hängenden Waldgebiete Europas und erstrecken sich durch Belgien, Luxemburg und einen kleinen Teil Frankreichs - von der Eifel im Osten bis zur Maas im Westen.

Erste Siedlungen der Kelten in den Ardennen gab es bereits im 7. Jahrhundert vor Christus. Die Römer haben sich später weitgehend aus dem wilden Bergland heraus gehalten und siedelten hauptsächlich am Ardennenrand. Durch ihre Lage zwischen mehreren Herrscherhäusern im früheren Europa gehörten die Ardennen im Laufe der Jahrhunderte mal der einen, mal der anderen Seite. In Malmédy nahe der Rennstrecke erinnern daran heute noch die zweisprachigen Straßenschilder.

Schon früh haben sich die Belgier und ihre Nachbarn um den Erhalt der Natur in den Ardennen bemüht. Heute gibt es im belgischen Bereich der Wälder 16 Naturschutzgebiete, in denen für Besucher nur bestimmte Wege frei gegeben sind.

Sehenswürdigkeiten

Ende des 19. Jahrhunderts war Spa ein Bade- und Kurort von Weltruf. Noch heute steht das Wörtchen Spa in der englischen Sprache für Kurort oder Heilwasser. Die Thermalbäder am Place Royale kann man besichtigen, ebenso den Pouhon Pierre le Grand, den Brunnen, der nach Zar Peter dem Großen benannt ist.

In Stavelot steht das Museum der Rennstrecke von Spa-Francorchamps, in dem die Geschichte vor allem des alten Kurses noch einmal lebendig wird. In Malmédy steht die ehemalige Abteikirche mit zwei von Kuppeln gekrönten Türmen. Im Inneren sind die Madonna aus dem 18. Jahrhundert und ein vergoldetes Reliquiar von 1698 sehenswert.

Essen und Trinken

"Schumi, Fritten und Bier, darum sind wir hier", hieß es einst auf einem Fanplakat und damit hatten die deutschen Fans gar nicht so unrecht. Neben den bekannten belgischen Pommes Frites ist das Land auch für die über 300 verschiedene Biersorten berühmt. Die meisten davon gibt es im Mort Subite in der rue de Montagnes 7 aux Herbes Potagères in Brüssel, ein echtes Szenerestaurant, wo sich die Schönen der Stadt und viele Businesskunden die Klinke in die Hand geben.

Die belgische Hauptstadt ist ohnehin ein gutes Ziel für Partylöwen und Nachtschwärmer. So finden sie in Brüssel an der Place Rouppe 23 das comme chez soi, eines der besten Restaurants des Landes. Dort gibt es Gourmetküche bis spät in die Nacht, angenehmes Publikum mit vielen hübschen Frauen und gesalzene Preise. Hier zählt das Sehen und Gesehen werden. Fast logisch, dass das comme chez soi auch Formel-1-Fahrer, die hier in unregelmäßigen Abständen auftauchen, anzieht.

Cocktails, Cohiba und Klavier

Ein Drink nach dem Dinner ist immer gut. Die beste Location in Brüssel zu später Stunde ist die Pianobar L'Archiduc in der Rue Antoine Dansaert 6. Hier hauen begnadete Musiker wie Tori Amos oder Espen Lind in die Tasten. Im L'Archiduc kann man genüsslich an einem sehr guten Whisky nippen und sich die passende Zigarre reichen lassen. Übrigens: Wer die Liebste daheim für das entgangene Wochenende ("Immer bist du unterwegs!") entschädigen will, sollte in der Chocolaterie Gallier in der Rue de la Station 39 ein paar leckere Trüffel einkaufen.

Das sagt David Coulthard über Spa-Francorchamps:

"Ich würde sagen, dass mindestens 90 Prozent aller Fahrer angeben, dass Spa-Francorchamps ihre Lieblingsstrecke ist. Das liegt an der einmaligen Herausforderung, welche diese Strecke mit ihren Hügeln bietet. Der berühmteste Anstieg ist wohl die Eau Rouge. Den Hügeln folgen zur Rundenmitte einige Bergabpassagen wie Pouhon. Nach dem Start rast man auf die klassische Haarnadel La Source zu."

"Sobald du dieses Nadelöhr passiert hast, denkst du eigentlich sofort an die beängstigende Vollgaskurve Eau Rouge, die du im sechsten Gang nehmen wirst. Dort durchzufahren ist noch immer ein absolut erstaunliches Gefühl, auch wenn es heutzutage aufgrund der verschiedenen Verbesserungen an den Autos deutlich einfacher ist als noch vor einigen Jahren. Das Gefühl, in den Asphalt gepresst zu werden und die seitlichen Kräfte auf die Reifen zu spüren ist einfach unglaublich."

"Um das alles noch zu toppen hast du beim Kurvenausgang von Eau Rouge keine Sicht und keine Ahnung, was vor dir liegt - und das bei rund 270 Kilometern pro Stunde. Wenn es in diesem Abschnitt einen Zwischenfall gibt, dann musst du dich vollkommen auf die Streckenposten verlassen können. Eau Rouge wird ihrem Ruf zweifelsohne noch immer gerecht. Es verpasst dir einfach einen Kick, wenn du einen Rennwagen mit einer solchen Geschwindigkeit durch diese Senke und die Anhöhe hinaufjagst."

Die letzte Achterbahnfahrt der Formel 1

"Das ist wirklich eine Achterbahnfahrt. Du weißt ganz genau: Versagt der Wagen an dieser Stelle, dann folgt ein schwerer Unfall. Mir ist egal, was andere Fahrer dazu sagen, aber du nimmst keine Änderungen vor, während du durch diese Passage fährst. Du hast beide Hände am Lenkrad und bist vollkommen konzentriert. Das verschafft dir gewiss einen Adrenalinschub, der über die gesamte Runde hinweg anhält."

"Die nächste Schlüsselstelle ist die Talfahrt Richtung Kurve zehn. Das ist ein sehr schneller Linksknick, der im fünften Gang befahren wird. Das fühlt sich so an, als würde dein Kopf von den Schultern gerissen. Dann folgen die schnellen Schikanen bei den Kurven zwölf, 13 und14, wo Schumacher 1994 den berühmten Dreher über die Kerbs hingelegt hat. Später wurde er bekanntermaßen disqualifiziert, weil seine Bodenplatte zu dünn war."

"Der Schlussabschnitt einer Runde wird vom Ausgang von Kurve 14 bestimmt, denn diese Stelle gibt das Tempo für die folgenden Vollgaskurven 15, 16 und 17 vor. Das ist eine sehr lange Bleifußpassage, die erst an der alten Bus-Stop-Schikane endet. Leider wurde diese Schikane vor ein paar Jahren verändert und ist nun nicht einmal annähernd so aufregend wie früher. Immerhin musst du dort auf ein langsames Tempo herunterbremsen und kommst schließlich zurück auf die Zielgerade, wo du hoffentlich eine gute Rundenzeit registrieren kannst."

"Eine Runde in Spa ist sehr lang, du triffst auf hohe Geschwindigkeiten und die Regenwahrscheinlichkeit ist groß. Die Landschaft ist sehr schön, aber sehr ländlich. Glanz und Glamour wie in Monte Carlo hat man dort eben nicht. Spa ist allerdings schon seit vielen Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Rennkalenders und hat diesen Status wirklich verdient. Es ist eine großartige Strecke und es ist schön, solch unterschiedliche Gegenden zu besuchen. Schließlich müssen nicht alle Orte Saunas sein..."

Zeitraffer:

2008:
Der Grand Prix stand im vergangenen Jahr ganz im Zeichen des typischen Ardennenwetters. Auf leicht feuchter Strecke ging's los und der Großteil des Rennens wurde auf trockenem Asphalt ausgetragen. Fünf Runden vor Schluss dann die große Überraschung: Der Regen setzte ein. Kimi Räikkönen (Ferrari) führte vor Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes), der dem Finnen in den turbulenten Schlussrunden ordentlich zusetzte. In der Bus-Stop-Schikane drückte sich Hamilton an Räikkönen vorbei, musste abkürzen und seinen Rivalen wieder vorbeilassen - um in La Source noch einmal zum Überholmanöver anzusetzen. Diese Szene sollte noch ernste Folgen haben. Auf den Schlussmetern rodelten erst Hamilton, dann Räikkönen von der Piste, wobei der Ferrari-Pilot seinen Rennwagen in die Mauer jagte. Damit war der Weg frei für Hamilton, der wenig später als Erster im Ziel ankam - vor Titelkonkurrent Felipe Massa (Ferrari). Eine sehenswerte Fahrt bot auch Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team): Der deutsche Rennfahrer riskierte einen Wechsel auf Intermediates und pflügte in den letzten Rennrunden noch an zahlreichen hilflosen Kollegen vorbei - bis auf Rang drei! Über seinen Sieg konnte sich Hamilton allerdings nicht lange freuen: Die Rennkommissare belegten den Briten aufgrund des Manövers gegen Räikkönen nachträglich mit einer Strafe - Hamilton fiel auf Rang drei zurück und Massa war plötzlich der Sieger und wieder auf WM-Kurs...

2007:
Nach dem Umbau konnte Spa-Francorchamps nicht ganz das halten, was man sich davon versprochen hatte: Kimi Räikkönen und Felipe Massa feierten einen ungefährdeten Doppelsieg für Ferrari und wahrten damit ihre WM-Chancen. Fernando Alonso und Lewis Hamilton folgten auf den weiteren Positionen - spannend wurde es zwischen den McLaren-Mercedes-Piloten nur am Start, als Alonso seinen Teamkollegen ein wenig nach außen drängte, was für weiteren Zündstoff sorgte. Mit Nick Heidfeld (5./BMW Sauber F1 Team) und Nico Rosberg (6./Williams) kamen auch zwei Deutsche in die Punkte.

2005:
Auf feuchter Strecke hatten die Bridgestone-Teams gegen die Michelin-bereiften Fahrer keine Chance. Juan Pablo Montoya ging im McLaren-Mercedes von der Pole-Position ins Rennen und verteidigte diese zunächst. Renault-Pilot Giancarlo Fisichella flog in der Eau Rouge böse ab, konnte seinem Auto jedoch unverletzt entsteigen. Für Michael Schumacher war das Rennen nach einer Kollision in der La Source mit Takuma Sato vorzeitig beendet. Für viele Diskussionen sorgte auch der Ausfall von Montoya, der in Führung liegend vom überrundete Antonio Pizzonia im Williams angeschoben wurde. Am Ende gewann Kimi Räikkönen im zweiten McLaren-Mercedes das Rennen vor Fernando Alonso (Renault), Jenson Button (BAR), Mark Webber (Williams), Jacques Villeneuve (Sauber), Ralf Schumacher (Toyota) und Tiago Monteiro (Jordan).

2004:
Nach einem Jahr Zwangspause wegen des Tabakwerbeverbots kehrte die beliebte Rennstrecke im Jahr 2004 in den Kalender zurück. Beim Start konnte sich Polesetter Jarno Trulli im Renault zunächst vorne halten. Typisch Spa: In der ersten Runde waren gleich sieben Autos in Unfälle verwickelt. Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes schnappte sich in der Eau Rouge Michael Schumacher im Ferrari und verwies den Champion auf den zweiten Platz. Zwei Safety-Car-Phasen machten das Rennen spannend, indem vor allem zahlreiche Reifenschäden bei Michelin für Aufsehen sorgten, die durch die scharfe Kante eines Randsteins verursacht wurden. Den dritten Rang belegte Rubens Barrichello im Ferrari.

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Rosberg-Rücktritt & Co.: Der Freitag in der Chronologie

News

Nico Rosberg: Die schönsten Jubelfotos

News

Formel-1-Titel, die nicht verteidigt wurden

News

Formel-1-Live-Ticker: Droht Hamilton eine Suspendierung?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.