Force India will in Spa einen neuen Angriff auf die ersehnten Punkteränge starten

Formel 1 2009

— 26.08.2009

Force India: Von den Top 12 aus endlich in die Punkte?

Nach der Steigerung in Valencia will Force India in Spa weiter nachlegen: Mit neuem Heckflügel soll die Jagd auf die Punkteränge eröffnet werden

Force India will den Schwung aus Valencia gleich mitnehmen in die belgischen Ardennen. Beim Großen Preis von Europa am vergangenen Wochenende konnte das Team dank neuer Upgrades erneut zulegen. Der Lohn der Arbeit: Adrian Sutil zog wieder in Q2 ein, im Rennen kamen beide Piloten in die Top 12. "Ich war mit unserer Performance das ganze Wochenende über sehr zufrieden, vom ersten Training an", erklärt Teambesitzer Vijay Mallya rückblickend.

"Von unserem neuen Aerodynamikpaket hatten wir uns eine Steigerung von über einer halben Sekunde erwartet, aber man weiß ja nie, was die anderen Teams mitbringen und wie wir in Relation dastehen", so Mallya. "Ich denke, dass wir auf die gemachten Fortschritte sehr stolz sein können. Wir waren auf Anhieb schnell und haben das Maximum herausgeholt. Zwei Plätze in den Top 12 könnten auf den ersten Blick frustrierend sein, da wir noch außerhalb der Punkte waren. Aber wenn man sieht, wer vor uns und wer hinter uns war, dann darf man überhaupt nicht enttäuscht sein! Ich glaube, wir haben uns noch nie auf ein Rennen so gefreut wie auf Spa!"

Sutil war in Valencia der Pilot, der sich im Vergleich zu 2008 am meisten steigern konnte. Während das Feld durchschnittlich sechs Zehntelsekunden langsamer unterwegs war als im Vorjahr, war der Deutsche in diesem Jahr acht Zehntelsekunden schneller als 2008. Auch die beiden früheren Honda- und jetzigen Brawn-Piloten Rubens Barrichello und Jenson Button konnten ihre Valencia-Zeiten im Vergleich zu 2008 verbessern, aber nicht um so viele Zehntelsekunden wie der Force-India-Pilot. Sutil ist damit zudem der einzige Pilot im Feld, der sich 2009 im Vergleich zum Vorjahr in jedem einzelnen Qualifying steigern konnte.

"Wir haben in Valencia maximale Performance gezeigt. Es war bei den sehr hohen Temperaturen ein wirklich hartes Rennen, aber das gesamte Team hat einen fantastischen Job gemacht", so Sutil. "Unsere Stopps waren hervorragend, damit konnte ich Nick Heidfeld in der Box überholen. Im letzten Renndrittel lag ich direkt hinter Mark Webber - das war sehr ermutigend, wenn man bedenkt, welche Performance Red Bull in dieser Saison zeigt. Dass ich am Samstag im Training P1 geholt habe, war ein Bonus, aber die Top 12 entsprechen dem, wo wir gerade stehen. Das gibt allen enormen Auftrieb, nach dem wir so lange hinten waren."

Für Spa ist ein weiteres Upgrade geplant. Force India wird in den Ardennen einen neuen Heckflügel für geringe Downforce einsetzen. Denn Spa ist der erste richtige Low-Downforce-Kurs der Saison und dient gleichzeitig der Vorbereitung auf Monza, wo mit der niedrigsten Downforce gefahren wird. Zudem kommen auch die Upgrades aus Valencia wieder zum Einsatz, allerdings fährt Force India in Spa mit einem anderen Frontflügel, da der aus Valencia nicht zum Downforce-Niveau in Belgien passt.

Sutil fuhr 2005 in der Formel-3-Euroserie als Teamkollege von Lewis Hamilton in Spa den Rundenrekord, gewann eines der beiden Rennen und wurde im anderen Zweiter. "Neben Monaco gehört Spa zu meinen Lieblingsstrecken". erklärt der Bayer. "Es ist eine echte Naturstrecke in den Wäldern und man bekommt einen guten Rhythmus für die Kurven. Dort ist auch immer für spannende Rennen gesorgt - im vergangenen Jahr war es bis zwei Runedn vor Schluss trocken und dann hat sich plötzlich alles geändert."

"In diesem Jahr sind wir gut aufgestellt", prognostiziert Sutil. "Wir haben mit unserem neuen Aerodynamikpaket einen großen Schritt nach vorn gemacht. Zudem waren wir bisher auf Strecken mit niedriger Downforce immer schnell unterwegs. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass uns wieder ein gutes Ergebnis gelingt. Ich hoffe auf einen Platz in den Top 10 - oder noch weiter vorn."

Teamkollege Giancarlo Fisichella hat in Spa bereits zwei Mal Podiumsluft geschnuppert. 1997 wurde er im Jordan Zweiter, 2001 fuhr er als Renault-Pilot erneut auf das Podest. "Ich bin zum ersten Mal 1997 mit Jordan in Spa gefahren und hatte gleich ein tolles Ergebnis. Ich wurde Zweiter, direkt hinter Mika Häkkinen," erinnert er sich. "Ich habe dort dann weiter gute Resultate geholt und wurde 2001 mit Renault Dritter. Damals war das Auto nicht so gut, aber wir hatten für Spa Upgrades dabei. Ich hatte von Startplatz acht aus einen tollen Start und war in der ersten Kurve schon Vierter."

Fisichella gerät ins Schwärmen

"Jeder Fahrer liebt Spa und für mich ist es die tollste Strecke des Jahres", schwärmt der Italiener. "Der Kurs ist sieben Kilometer lang, deshalb gibt es viele verschiedene Kurven, von Haarnadeln über schnelle Abschnitte bis hin zur besten Kurve des Jahres, Eau Rouge." Die berühmte Eau Rouge sei aber inzwischen nicht mehr so aufregend wie noch vor ein paar Jahren, als man sie nur im Qualifying mit Vollgas gefahren ist: "Wir haben jetzt mehr Donwforce und etwas weniger Power in den V8-Motoren, deshalb fährt man sie jetzt fast immer voll", so Fisichella.

"Aber auch wenn sie nicht mehr so herausfordernd ist, ist sie immer noch sehr interessant. Beim Einfahren in die Senke spürt man viel Kompression und dann muss man links und rechts fahren - diese Kurve hat alles", erklärt er. "Auch das Wetter ist in Spa immer unberechenbar. Es ist möglich, dass es in Sektor eins regnet und in Sektor drei die Sonne scheint. Da kann alles passieren. Auch wenn wir dort in diesem Jahr Ende August fahren, können wir jede Art von Wetter haben!"

Auch Fisichella will den Schwung aus Valencia mit nach Spa nehmen: "In Valencia hat Force India ein hervorragendes Ergebnis geholt. Wir konnten im Mittelfeld mithalten und schienen ein paar Teams und Fahrern überlegen zu sein. Die Upgrades haben viel ausgemacht und das Auto war sehr gut zu fahren. Spa ist zwar etwas anders als Valencia, aber immer noch eine sehr schnelle Strecke. Wir hoffen, dass wir die Performance an diesem Wochenende wiederholen können. Mein Ziel ist, einen guten Startplatz zu holen, damit wir ein bisschen weiter vorn losfahren können. Dann will ich ein starkes Rennen abliefern und endlich ein paar Punkte holen."

Liegt Spa dem VJM02?

Laut Force-India-Chefingenieur Dominic Harlow ist Spa ein Streckenklassiker, der "Motorsport in seiner reinsten Form", bietet: "Der Kurs beinhaltet drei der anspruchsvollsten Highspeed-Kurven des Kalenders. In Kombination gibt es fast sieben Kilometer flüssiger Kurven und Höhenunterschiede, von der Haarnadel La Source, die im ersten Gang gefahren wird, bis zur neuen Bus-Stop-Schikane."

"Wir können eigentlich sicher davon ausgehen, dass es irgendwann regnen wird, auch wenn das Rennen in diesem Jahr etwas früher stattfindet und wir nicht die herbstlichen Wetterbedingungen haben", so Harlow weiter. "Die Strecke sollte dem Technikpaket des VJM02 gut liegen. Wir haben einen neuen Heckflügel dabei, der Spitzengeschwindigekeiten von bis zu 330 Kilometer ermöglicht. Auf den langen Geraden hat der Motor vom Drehmoment her ganze Arbeit zu leisten. Deshalb werden wir mit unseren Mercedes-Benz-Motoren sorgsam umgehen."

Auch die Zeit nach Spa ist bereits verplant: Testpilot Tonio Liuzzi wird am 3. September auf dem Flugplatz im britischen Kemble einen weiteren Aerodynamik-Test absolvieren.

Fotoquelle: xpb.cc

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