Robert Kubica hat sich bezüglich seines Teams 2010 noch nicht entschieden

Formel 1 2009

— 27.08.2009

Kubica: "Habe mich noch nicht entschieden"

Robert Kubica vor dem Grand Prix in Spa-Francorchamps über Fortschritte mit dem Auto, die Suche nach einem Platz für 2010 und die Schonung von Motoren

Robert Kubica ist zu großen Teilen schon auf 2010 fixiert. Zwar konnte der Pole im BMW Sauber F1.09 beim vergangenen Rennen in Valencia endlich wieder einen Punkt holen, doch an große Taten ist derzeit nicht zu denken. Vielmehr hat Kubica seine Karriereplanung im Blick. Durch den angekündigten Rückzug der Münchener muss sich der Kanada-Sieger vom Vorjahr nun ein neues Team suchen. Vor dem Grand Prix in Spa-Francorchamps hielt sich Kubica jedoch bezüglich möglicher Optionen bedeckt.

Frage: "Robert, war euer Auto in Valencia wirklich verbessert?"
Robert Kubica: "Ja, in Valencia haben sich bei uns einige Faktoren recht positiv ausgewirkt. Wir hatten ein paar kleine Updates am Auto, außerdem passte die Strecke auch ganz gut zu unserem Wagen. Die Temperaturen spielten uns auch in die Karten. Wir müssen mal schauen, wie unser Auto hier in Belgien funktioniert. Es wäre schön, wenn wir die Leistung von Valencia hier in Spa wiederholen könnten. Aber vielleicht stellt sich alles ganz anders dar. Wir müssen es mal abwarten."

Kleine Erfolge haben großen Wert

Frage: "War dieser Fortschritt besonders auch vor dem Hintergrund des Rückzuges von BMW wichtig?"
Kubica: "Es ist immer gut, wenn man erfolgreiche Rennen fährt, vor allem aber in einer schwierigen Saison. Im Moment hat ein einziger Punkt für uns den gleichen Wert wie ein Podest im Vorjahr. Leider hat uns ein schlechtes Qualifying davon abgehalten, vielleicht noch zwei oder drei Punkte mehr zu holen. Unser Rennspeed war nämlich sehr gut. Im Qualifying habe ich einfach keine saubere Runde hinbekommen."

Frage: "Die Autos werden hier mit mittlerem Abtrieb fahren. Glaubst du, dass sich das bei den Teams unterschiedlich auswirken wird, also manche profitieren, andere verlieren?"
Kubica: "Ich glaube nicht. Es geht mehr um die Streckencharakteristik. Wir haben das bei Red Bull gesehen, die in schnellen Kurven extrem stark sind und in langsamen eher nicht. In Valencia hatten sie offenbar einige Probleme, aber hier erwarte ich sie wieder auf Silverstone-Niveau."

"Wie es bei anderen Teams aussehen wird, weiß ich nicht. Bei uns macht es auf jeden Fall keinen großen Unterschied. Wir werden nur leichte Veränderungen an Front- und Heckflügel haben. Es ist nicht wie früher, wo man mit einem komplett neuen Aerodynamikpaket auftauchte. Diese Autos haben nun viel weniger Abtrieb, die Marge zur Verringerung des Abtriebs auf solchen Strecken ist daher viel kleiner geworden."

Frage: "Gibt es bei dir persönliche neue Entwicklungen deine Zukunft betreffend?"
Kubica: "Nein. Da gibt es nichts."

Frage: "Wann wirst du bekanntgeben, wohin die Reise geht?"
Kubica: "Erst einmal muss ich mit jemandem einen Deal machen und wenn dann alles klar ist, werden wir das auch bekanntgeben. Jetzt ist es noch zu früh. Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden, also kann ich auch noch nichts verkünden."

Entscheidung über Teamwechsel steht noch aus

Frage: "Willst du auf jeden Fall bei einem Herstellerteam andocken, oder bist du da offen?"
Kubica: "Meine Entscheidung hängt nicht davon ab, ob es ein Hersteller ist oder nicht. Das ist weniger wichtig als andere Punkte. Es ist einfach kaum einzuschätzen, was in den kommenden fünf Monaten oder im nächsten Jahr passieren wird."

Frage: "Spielt die Vertragslaufzeit auch eine Rolle?"
Kubica: "Wenn ich mich in einem Team wohlfühle, dann will ich natürlich langfristig mit diesen Leuten zusammenarbeiten. Wenn man ein eingespieltes Team hat, dann kann man viel erreichen. Ich denke, das ist sehr wichtig."

Frage: "Wie schwierig ist es, die aktuelle Situation einzuschätzen?"
Kubica: "Es ist wirklich schwierig, weil gar nicht so viele Plätze frei sind. Es gibt Fahrer, die eindeutig unter Vertrag stehen, aber es gibt gleichzeitig auch viele Gerüchte. Wenn man sich die offiziellen Statements zu Herzen nimmt, dann sind nicht viele Plätze frei. Aber es kann alles passieren. Wir haben es in der Formel 1 oft erlebt, dass Vertragsangelegenheiten nicht vorhersehbar sind. Ich kann einfach noch nichts sagen. Ich brauche noch mehr Zeit. Wenn ich entschieden habe, dann gebe ich es bekannt."

Frage: "Spielt es eine Rolle, wer dein Teamkollege sein wird?"
Kubica: "Nicht wirklich. Das wird meine Entscheidung nicht beeinflussen. Ich würde einen erfahrenen Piloten einem Rookie vorziehen, aber ich habe keinerlei Probleme. Ich bin davon überzeugt, dass gute Rookies auch einen guten Job machen können. Das haben wir bei Lewis gesehen und sehen es nun bei Grosjean."

Viele Unsicherheiten bezüglich 2010

Frage: "Warten irgendwie alle zurzeit auf einen ersten Schritt auf dem Fahrermarkt?"
Kubica: "Nein, ich warte jedenfalls auf gar nichts. Meine Entscheidung hängt in keinster Weise davon ab, was andere Fahrer tun."

Frage: "Hast du nach dem Ausstieb von BMW das Gefühl, dass du so ewas nicht noch einmal erleben möchtest?"
Kubica: "Ja, natürlich. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn du morgens wach wirst und hörst, dass dein Team aufhören wird. Aber so etwas kann man nicht vorhersagen. Es gab keinerlei Hinweise darauf, dass sich BMW eventuell zurückziehen könnte. Genauso war es bei Honda. Wir haben zwei große Hersteller innerhalb von zehn Monaten oder sogar weniger verloren."

"Man kann einfach nicht wissen, wer bleiben und wer gehen wird. Eines Tages wird vielleicht jemand wach und beschließt: 'So, jetzt ist Schluss mit Formel 1'. Die aktuelle Situation ist nicht gut für mich und für die Jungs im Team ebenso nicht. Aber es gibt verschiedene Gründe, die dahinter stecken. Ich verstehe, dass je größer ein Hersteller ist, umso größer sind auch die Entscheidungen."

Frage: "Du hast genau wie Sebastian Vettel auch schon einige Motoren verschlissen. Beeinflusst dies deine Herangehensweise bei den Trainings?"
Kubica: "Ich bin da seit einiger Zeit nicht gerade in einer komfortablen Situation. Leider ist es aber nun einmal so und wir müssen daher damit klarkommen. Es ist ja kein Geheimnis, dass ein frischer Motor besser ist und weniger Risiko bedeutet als ein Triebwerk, das vielleicht schon 1.000 Kilometer oder mehr auf der Uhr hat. Wir benutzen unsere Motoren jetzt über einen längeren Zeitraum. Anstatt für drei oder vier Freitage, verlängern wir die Laufzeit nun."

"Das gilt auch in den Rennen. Anstatt bei zwei Rennen, muss ich einen Motor nun in drei Rennen verwenden. Wenn du deinen dritten Grand Prix mit einem Triebwerk fährst, dann ist das Risiko höher und der Leistungsverlust ebenso. Das ist nicht gerade ideal. Für mich ist das letztlich kein großes Drama, weil ich nicht um den Titel kämpfe, aber bei Sebastian ist das natürlich keine ideale Situation."

Fotoquelle: xpb.cc

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