Sebastian Vettel hat sich für Spa ein klares Ziel gesetzt: Er will gewinnen

Formel 1 2009

— 27.08.2009

Jäger Vettel hofft auf maximale Ausbeute

Sebastian Vettel hofft, dass der Kurs in Spa seinem Red Bull entgegenkommt und nimmt jedes Wetter an, solange die Bedingungen ihm zum Sieg verhelfen

Sebastian Vettel ist in der Rolle des Jägers. Im Saisonendspurt gilt es für den Red-Bull-Piloten, trotz seiner nun limitierten Motoren wieder Boden gutzumachen. Damit will er gleich an diesem Wochenende in Spa beginnen. In der Pressekonferenz sprach Vettel über die ärgerlichen Motorschäden, Kaffeetrinken statt Trainingsrunden, seine weiterhin bestehenden Titelchancen und die Rangelei mit Rivale Jenson Button nach dem Start in Valencia. Außerdem erklärte er, warum man erst zu alt zum Rennfahren ist, "wenn man grau und fett wird":

Frage: "Sebastian, das vergangene Wochenende lief nicht besonders gut für dich. Vor allem bedeuten zwei Motorschäden, dass du nun für den Rest der Saison zwei Motoren weniger hast. Welche Auswirkungen könnte das auf dich haben?"
Sebastian Vettel: "Das werden wir sehen. Gut ist es natürlich nicht, wenn man innerhalb von zwei Tagen zwei Motorschäden hat. Sicher hat das Auswirkungen auf das Programm in der restlichen Saison. Das letzte was wir wollen, ist eine Strafe zu kassieren. Deshalb stellt sich jetzt die Frage, was wir tun können. Wir wägen nun alle Optionen ab. Eine ist, dass ich am Freitag weniger fahre, also weniger Training habe - was sicher auch kein Vorteil ist."

"Aber will man eine Strafversetzung? Ich denke, dass es besser ist, ein bisschen Freizeit zu haben und in der Pause ein bisschen Kaffee zu trinken, als bei einem Rennen zehn Plätze weiter hinten zu starten. Wir werden sehen. Aber eines ist sicher: Ab sofort dürfen wir keine Fehler oder Defekte mehr haben."

Frage: "Wie beurteilst du nun deine Titelchancen?"
Vettel: "Es ist noch möglich. Ich gebe definitiv noch nicht auf. 25 Punkte sind natürlich nicht einfach aufzuholen, aber wir haben gesehen, wie schnell sich die Dinge ändern können. Was mir extrem hilft, ist dass Jenson in den letzten Rennen nicht besonders konstant war. Er hat nicht viele Punkte geholt. Ich weiß nicht, was da falsch gelaufen ist, aber uns hat es geholfen. Wir selbst hätten in den letzten Rennen punkten sollen. Das haben wir nicht getan. Das hilft uns nicht, aber noch ist es offen, Wir werden pushen und wir werden kämpfen. Wir sind die Jäger, also müssen wir viele Punkte holen."

Frage: "Sébastien Buemi hat darüber gesprochen, wie stark der Red Bull in Silverstone war. Denkst du, dass das hier auch der Fall sein wird?"
Vettel: "Die Strecke sollte unserem Auto besser liegen als Valencia, aber das müssen wir erst noch herausfinden. Rein vom Layout und dem Kurvenspeed sollte sie unserem Auto entgegenkommen, aber wir müssen noch abwarten, wie schnell wir hier sind. Ich hoffe, dass wir extrem schnell sind."

"Ich hoffe, dass, dass auch das Wetter so ist, wie wir es brauchen und es uns entgegenkommt. Wenn das bedeutet, dass es regnen soll, eben Regen. Wenn es trocken sein soll, dann trockene Bedingungen. Wir werden sehen. Auf alle Fälle sind wir in der Weltmeisterschaft in der Rolle der Jäger und wir müssen Rennen gewinnen und viele Punkte holen. Deshalb ist unser Ziel für dieses Wochenende, zu gewinnen. Bisher sieht es ganz gut aus, denke ich. Aber wir sind noch keine einzige Runde gefahren, es wird sich also erst noch zeigen."

Frage: "Du hast gesagt, du würdest am Sonntag jedes Wetter nehmen. Doch da die Strecke deinem Auto liegt - hättest du lieber ein ereignisreiches Rennen im Trockenen als den von dir bevorzugten Regen?"
Vettel: "Unser Ziel ist letzten Endes, die maximale Punktzahl zu holen. Deshalb wollen wir gewinnen. Ich wünsche mir also für Sonntag Bedingungen zum Siegen. Mir ist es egal, ob es nass oder trocken oder beides ist. Schließlich muss man immer schnell sein, egal wie die Bedingungen sind."

Frage: "Nach dem Rennen in Valencia war Jenson Button nicht gerade happy. Er hat gesagt, dass du ihn in der ersten Kurve geschnitten hättest und er dann auf Platz neun zurückgefallen ist. Er hat gesagt, dass es Aggressivität gibt und Überaggressivität. Hat er mit dir darüber gesprochen und hattest du das Gefühl, überaggressiv zu sein?"
Vettel: "Davon habe ich nichts gehört. Ich denke, wir sind hier, um Rennen zu fahren. Vielleicht muss ich später mit ihm reden, wenn das ein Problem für ihn war. Wir versuchen, Rennen zu fahren und unsere Position zu verteidigen. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Frage: "Spielt der Titelkampf da eine Rolle? Er ist derjenige, gegen den du kämpfst?"
Vettel: "Wie Sie wissen, sitzen wir nicht im Auto und geben unsere Position freiwillig an jemanden ab, der hinter uns startet. In diesem Moment ist ganz egal, wie viele Punkte man hat. Man versucht, seine Position zu verteidigen und so weit wie möglich nach vorn zu kommen. Ich hatte in Valencia am Start keine Chance, vor Kimi Räikkönen zu bleiben, denn er hatte einen Knopf zum Drücken und hat mich ganz easy außen überholt."

"Ich stand auf der dreckigen Seite und ich wusste, dass es ganz wichtig ist, in der ersten und vor allem in der zweiten Kurve innen auf der sauberen Seite zu sein. Deshalb habe ich versucht, so schnell wie möglich nach innen zu kommen. Ich finde, es war okay und ich denke nicht, dass es ein Problem war. Aber vielleicht muss ich später mit Jenson reden. Ich weiß es nicht."

Jungstar über Routinier

Frage: "Was sagst du als junger Fahrer zur Motivation von Rubens Barrichello, weiter Rennen zu fahren und auch gewinnen zu wollen? Kannst du dir vorstellen, in 15 Jahren selbst noch so motiviert in der Formel 1 zu fahren?"
Vettel: "Ich genieße es, das Auto zu fahren. Deshalb kann ich mir vorstellen, welches Vergnügen er jedes Mal hat, wenn er ins Auto steigt. Aber zehn, 15 Jahre sind schon eine sehr lange Zeit. Ich weiß es nicht. Ich denke, das geht Schritt für Schritt."

"Wenn jemand zu Rubens bei seinem ersten oder zweiten Grand Prix gesagt hätte: 'Du wirst mehr als 260 Grand Prix in der Formel 1 fahren', hätte er sich auch schwer vorstellen können, was das bedeutet oder wie lange das ist. Man muss einen Schritt nach dem anderen machen und so lange man dabei glücklich ist, ist es egal, wie jung oder alt man ist. Wie hat David Coulthard einmal gesagt: So lange du schnell genug bist, bist du nicht zu alt und sobald du schnell genug bist, bist du nicht mehr zu jung. Ich denke nicht, dass das Alter eine Rolle spielt. Ab einem gewissen Zeitpunkt schon, wenn man grau und fett wird, aber er ist ja noch gut in Form."

Fotoquelle: xpb.cc

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