Der Silberpfeil von Lewis Hamilton funktioniert plötzlich auf allen Strecken

Formel 1 2009

— 28.08.2009

Bestzeit: Hamilton überrascht in Spa-Francorchamps

Bei trockenen Bedingungen sicherte sich Lewis Hamilton die Freitagsbestzeit - Timo Glock vor Kimi Räikkönen Zweiter - Luca Badoer Schlusslicht

Trotz der zuletzt starken Leistungen hatte für den schnellen Ardennenkurs in Spa-Francorchamps kaum jemand McLaren-Mercedes auf der Rechnung, aber die Silberpfeile scheinen auch an diesem Wochenende vorne mitzumischen. Denn im (trockenen) zweiten Freien Training zum Grand Prix von Belgien sicherte sich überraschend Lewis Hamilton die Bestzeit.

Der Weltmeister war zwar ganz zum Schluss einmal neben der Strecke, absolvierte aber 29 konstante Runden und setzte sich mit einer Bestzeit von 1:47.201 Minuten an die Spitze - damit unterbot er sogar die 2008er-Freitagsbestzeit von Felipe Massa, der an diesem Wochenende fehlt, knapp. Mit konventionellem Radstand unterstrich Hamilton damit seine Ambitionen auf den zweiten Saisonsieg. Teamkollege Heikki Kovalainen (+ 0,542/33 Runden) wurde Zwölfter.

Silberpfeile erstaunlich stark

"Eine positive Überraschung - das geht bisher besser als gedacht", freute sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug. "Aber alles liegt eng beisammen, zwischen Platz eins und zehn ist keine halbe Sekunde Unterschied. Auf den Longruns über mehrere Runden sind wir relativ vergleichbare Runden mit ein paar anderen gefahren." Genau wie übrigens auch Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (3./+ 0,084/26 Runden), der einen sehr soliden Eindruck hinterließ.

Zwischen Hamilton und Räikkönen reihte sich Timo Glock (+ 0,016/29 Runden) ein, dessen Toyota-Team die Ankündigung wahr machte, sich fortan intensiver als früher auf das Qualifying zu konzentrieren. Dies wurde auch vom zweiten Toyota-Piloten Jarno Trulli (7./+ 0,358/33 Runden) bestätigt, der mitten im eng beisammen liegenden ersten Pulk lag - knapp hinter Überraschungsmann Giancarlo Fisichella (Force-India-Mercedes/+ 0,305/27 Runden).

Mit gut einer halben Sekunde Rückstand wurde Fisichellas Stallgefährte Adrian Sutil (29 Runden) 13., dabei hätte der Deutsche viel weiter vorne landen können, wäre ihm nicht wegen Abkürzens der Schikane die schnellste Zeit aberkannt worden. Überhaupt gab es mehrere Ausritte, darunter zwei von Valencia-Sieger Rubens Barrichello (18./Brawn-Mercedes/+ 0,929/37 Runden), die aber allesamt ohne Folgen blieben.

Grosjean schneller als Alonso

Renault-Neuling Romain Grosjean (+ 0,132/34 Runden) konnte Schlimmeres verhindern, als er sein Auto bei Malmedy gerade noch rechtzeitig abfing. Der Lohn war am Ende ein sensationeller fünfter Platz - noch vor Superstar Fernando Alonso (14./+ 0,661/30 Runden)! Auch Jaime Alguersuari (9./Toro-Rosso-Ferrari/+ 0,378/36 Runden) schlug sich bis zu einem technischen Defekt in der letzten Minute ganz hervorragend.

Für Luca Badoer (+ 2,010/30 Runden) im zweiten Ferrari wurde die Session wieder einmal zu einem Kampf gegen den letzten Platz, doch in diesem musste er sich kläglich geschlagen geben - fast eine Sekunde fehlte ihm unterm Strich auf den Vorletzten (Nico Rosberg/Williams-Toyota/+ 1,159/29 Runden). Noch dazu hatte Badoer gleich zu Beginn eine kurze Unterbrechung wegen einer lose gewordenen Radkappe in Blanchimont ausgelöst.

Immerhin 25 Runden für Vettel

Sebastian Vettel (10./Red-Bull-Renault/+ 0,401/25 Runden) hielt sich wegen seiner Motorenknappheit etwas zurück, sammelte aber dennoch viele wichtige Daten und schnitt recht ordentlich ab. Nach gut einer Stunde war er in Les Combes einmal neben der Strecke, ansonsten lief es aber glatt. Dabei hatte er sich zu Beginn am Funk noch unzufrieden gezeigt: "Das Auto setzt in Eau Rouge und auf den Geraden zu stark auf!"

Bester der WM-Mitfavoriten war heute Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,128/31 Runden) als Vierter. Die Brawn-Mercedes-Konkurrenz landete von den Positionen her weit hinten, ließ aber zwischendurch immer mal wieder mit guten Sektorenzeiten aufhorchen. Was die heutigen Ergebnisse zu bedeuten haben, ist daher besonders schwierig einzuordnen, zumal solch knappe Zeitabstände auf einer 7,004 Kilometer langen Strecke mehr als ungewöhnlich sind.

Ein interessanter Nebenaspekt der heutigen Session: Die meisten Piloten kamen mit der härteren Bridgestone-Reifenmischung (Medium) deutlich besser zurecht als mit der weicheren (Soft). Ebenfalls erwähnenswert: Im zweiten Sektor, der als Indikator für die Benzinmenge gilt, waren Toyota und Red Bull auffällig schnell unterwegs. Das lässt darauf schließen, dass sich morgen noch einiges verschieben könnte...

Fotoquelle: xpb.cc

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