KERS ist wieder da: Renault fährt in Monza mit Energierückgewinnungssystem

Formel 1 2009

— 07.09.2009

Renault setzt in Monza wieder auf KERS

Nach einem Zwischentief kommt KERS wieder in Mode: Das Renault-Team wird in Monza wieder mit der Hybridtechnologie fahren

Die alte Weisheit, dass der Mensch immer genau das haben will, was er nicht haben kann, scheint dieser Tage auch auf die Formel 1 zuzutreffen. Denn ausgerechnet das umstrittene Energierckgewinnungssystem KERS, das zumindest die FOTA-Teams ab 2010 nicht mehr einsetzen werden, ist pltzlich wieder gro in Mode.

Im Winter dachten alle Teams bis auf Brawn darber nach, KERS frher oder spter einzubauen. Beim Saisonbeginn in Australien hatten nur noch das BMW Sauber F1 Team, Ferrari, McLaren-Mercedes und Renault die etwa 30 Kilogramm schwere Einheit an Bord, in Silverstone sogar nur noch Ferrari. Aber fr den Hochgeschwindigkeitskurs in Monza wird am kommenden Wochenende ein KERS-Comeback erwartet.

Neben Ferrari und McLaren-Mercedes denkt auch Red Bull ber KERS nach - und Renault hat sich bereits definitiv dafr entschieden: "Monza ist eine Strecke, auf der die Vorzge von KERS sehr gut zum Tragen kommen", erklrt Chefingenieur Pat Symonds. "Es gibt drei Aspekte von KERS, die man bedenken muss: Rundenzeit, der Vorteil am Start und die Mglichkeit, jemanden zu berholen beziehungsweise eine Position zu verteidigen."

"Der Rundenzeitenvorteil betrgt in Monza ungefhr eine Viertelsekunde", wei Symonds. "Im Qualifying bringt es sogar noch mehr, weil man KERS bettigen kann, bevor man eine fliegende Runde beginnt, und dann noch einmal whrend der Runde." Das liegt an der langen Start- und Zielgerade, auf der KERS-Autos auch am Start einen groen Vorteil haben sollten, weil der Weg zur ersten Schikane sehr lang ist.

"Und was das berholen angeht", so Symonds, "so ist das in Monza grundstzlich schwierig. KERS ist da sicher kein Nachteil." Eine berraschung ist die Renault-Entscheidung dennoch, denn das franzsische Werksteam ist seit dem Grand Prix in Manama Ende April nicht mehr mit der Hybridtechnologie gefahren. Auch eine Weiterentwicklung des Systems hat aus Kostengrnden nur noch auf Sparflamme stattgefunden.

Fotoquelle: xpb.cc

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