Fernando Alonso beteuert seine Unschuld, was eine Manipulation angeht

Formel 1 2009

— 10.09.2009

Alonso: "Flavio ist einer der Guten hier"

Fernando Alonso spricht nicht allzu gerne über die Manipulationsaffäre, behauptet aber, dass er nichts von einer Verschwörung wusste

Während die Beweislast im Manipulationsfall um das Renault-Team immer erdrückender wird, will sich Fernando Alonso zu den Vorwürfen gegen seinen Arbeitgeber nicht äußern. Natürlich wurde der Singapur-Sieger von 2008 in seiner heutigen Medienrunde in Monza von den Journalisten gelöchert - so sehr, dass eine Renault-Sprecherin intervenierte und weitere Fragen zu diesem Thema kurzerhand unterband...

Frage: "Fernando, wie reagierst du auf die verschiedenen Storys hinsichtlich der Manipulationsvorwürfe gegen das Renault-Team beim Grand Prix von Singapur 2008?"
Fernando Alonso: "Ich werde dazu nicht allzu viel sagen, denn das Team hat gesagt, dass wir uns nicht dazu äußern sollen. Ich habe keine Zeit, mich darum zu kümmern, denn es fällt mir schwer, diese Untersuchung zu verstehen. Ich bereite mich auf Monza vor und versuche, hier ein gutes Ergebnis einzufahren. Ich konzentriere mich ganz auf meine Arbeit."

Alonso beteuert seine Unschuld

Frage: "Bist du überrascht über die Ereignisse der vergangenen Tage?"
Alonso: "Ja, natürlich - sehr überrascht. Ich kann mir das nicht vorstellen, aber ich konzentriere mich auf Monza und ich beschäftige mich jetzt nicht weiter damit."

Frage: "Hast du dich bei der Teamführung schon nach Details erkundigt?"
Alonso: "Wie gesagt werde ich hier nicht die ganze Zeit über Singapur sprechen, denn ich habe dazu nicht viel zu sagen. Ich war überrascht, aber jetzt sind wir in Monza. Nach dem Hearing wird sich die Wahrheit herausstellen und dann können wir auch darüber reden."

Frage: "Hast du etwas davon gewusst?"
Alonso: "Nein."

Frage: "Du möchtest sicher nicht an einem manipulierten Sport teilnehmen?"
Alonso: "Natürlich nicht."

Frage: "Dein Teamchef und Manager befindet sich gerade in einer schwierigen Situation. Möchtest du einige großzügige Worte über ihn als Mann anbringen?"
Alonso: "Flavio war immer ein guter Chef für mich. Er ist ein Freund und Chef. Er hat meine Karriere unterstützt, seit ich für Minardi gefahren bin. Ich halte ihn für einen der Guten hier und er hat immer meine Unterstützung."

Frage: "Möchtest du über Nelson Piquet jun. auch etwas sagen?"
Alonso: "Ja. Ich hatte ein gutes Verhältnis zu ihm. Wir waren eineinhalb Jahre lang Teamkollegen und ich hatte nie ein Problem mit ihm. Ich habe schon in Valencia gesagt, dass er das Talent für die Formel 1 hat. Er saß bei Renault nicht im konkurrenzfähigsten Auto, aber ich bin mir sicher, dass er in Zukunft konkurrenzfähige Ergebnisse erreichen kann."

Frage: "Hat diese Sache Einfluss auf deine Entscheidung für nächstes Jahr?"
Alonso: "Nein."

Frage: "Wann werden wir hören, was du nächstes Jahr machen wirst?"
Alonso: "Ich bin mir nicht sicher. Im Moment konzentriere ich mich darauf, ein paar gute Rennen mit Renault zu zeigen, denn dieses Jahr war nicht fantastisch für uns. In den vergangenen drei oder vier Grands Prix hatten wir ein paar starke Performances, aber wir konnten sie nie in ein gutes Ergebnis umsetzen. Ich konzentriere mich voll und ganz auf Sonntag und darauf, so viele Punkte wie möglich zu holen. Für nächstes Jahr schauen wir mal."

Frage: "Ist dein nächster Vertrag ein besonders wichtiger für dich, weil er in deine 30er hineinreichen wird?"
Alonso: "Natürlich wird nächstes Jahr wichtig für mich und meine Karriere. Ich werde 29 Jahre alt. Ich habe aber noch drei oder vier Jahre Zeit, um noch einmal Weltmeister zu werden, nicht nur eines. Hoffentlich kann ich nächstes Jahr wieder einer der drei oder vier Fahrer sein, die um die Weltmeisterschaft kämpfen."

2008 und 2009: No Regrets

Frage: "Ist es schwierig für dich, nicht um den WM-Titel mitmischen zu können?"
Alonso: "Ja, aber ich hatte in den vergangenen fünf Jahren sehr viel Glück. Ich wurde zweimal Weltmeister und hatte einmal nur einen Punkt Rückstand. Nur 2008 und 2009 hatte ich keine Chance, aber darüber kann ich mich nicht beschweren. Ich glaube, dass ich nächstes Jahr eine gute Gelegenheit und ein konkurrenzfähiges Auto haben werde."

Frage: "Glaubst du an ein starkes Saisonfinish wie im Vorjahr?"
Alonso: "Hoffentlich. Es wird schwieriger, denn vergangenes Jahr hat das Team bis zum Ende gepusht. Dieses Jahr haben wir vor zwei Rennen entschieden, die Weiterentwicklung für nächstes Jahr einzustellen, also bleibt unser Auto bis zum letzten Rennen gleich. Ohne neue Teile können wir keinen magischen Schritt erwarten. Es wird also schwieriger, aber ich traue uns noch ein paar Podestplätze zu. Wir waren in Ungarn und in Spa nahe dran. Ich bin sicher, wir werden unsere Chancen bekommen, aber es wird schwieriger als vergangenes Jahr."

Frage: "Warum hat Renault die Weiterentwicklung eingestellt? Die Regeln bleiben ja nächstes Jahr fast gleich."
Alonso: "Diese Frage muss man Renault stellen. Viele Teams haben aufgehört, genau wie im Vorjahr. Wenn man nicht um die Weltmeisterschaft oder um wichtige Ziele kämpft, dann ist das vielleicht gut, weil man sich mehr auf nächstes Jahr konzentrieren kann. Ich halte es für richtig, was Renault macht."

Frage: "Es sind noch fünf Rennen zu fahren. Wer wird Weltmeister?"
Alonso: "Sehr schwer zu sagen. Im Moment sehen wir Ups und Downs bei allen Favoriten. Ich halte Jenson mit seinem Vorsprung immer noch für den Favoriten, aber er muss auch Punkte sammeln. Er hat in den vergangenen drei, vier Rennen nicht viele Punkte gesammelt, aber sein Vorsprung ist noch komfortabel, daher ist er mein Favorit."

Frage: "Was hältst du von Giancarlo Fisichella bei Ferrari?"
Alonso: "Toll für ihn! Es ist eine großartige Gelegenheit für einen italienischen Fahrer, in Monza Ferrari zu fahren, also wird es ein spezieller Grand Prix für ihn. Ich bin sehr glücklich, denn er ist ein guter Freund von mir und er verdient es."

Frage: "Wie wird er sich im Vergleich zu Kimi Räikkönen schlagen?"
Alonso: "Mal sehen, das wird schwierig. Hoffentlich kann er sich gut schlagen - besser als Kimi. Aber das wird schwierig. Der erste Grand Prix, gerade hier, unter diesem emotionalen Einfluss, wird für Giancarlo schwierig. Ich glaube aber, dass er gut abschneiden kann. Nur wenn es normal läuft, dann bleibt Kimi vor Giancarlo."

Fotoquelle: xpb.cc

Weitere Formel 1 Themen

News

Rosberg-Rücktritt & Co.: Der Freitag in der Chronologie

News

Nico Rosberg: Die schönsten Jubelfotos

News

Formel-1-Titel, die nicht verteidigt wurden

News

Formel-1-Live-Ticker: Droht Hamilton eine Suspendierung?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.