Endlich bei Ferrari: Giancarlo Fisichella lebt derzeit seinen Jugendtraum

Formel 1 2009

— 10.09.2009

Fisichella: Aus dem Traum wurde eine Tatsache

Giancarlo Fisichella am Ziel: In der Pressekonferenz sprach er über seine ersten Tage als Ferrari-Pilot, die großen Gefühle und die Ziele für die nächsten Rennen

Man spürte den Stolz, der Giancarlo Fisichella erfüllte, als er zum ersten Mal in roten Ferrari-Team-Teamkleidung zur offiziellen FIA-Pressekonferenz erschien. Der Römer berichtete über die Emotionen seit der Verpflichtung durch die Scuderia, sprach über seinen ersten Heim-Grand-Prix in Ferrari-Diensten, seine Arbeit mit dem für ihn neuen Auto und die Ziele, die er sich für den Rest der Saison gesteckt hat.

Frage: "Giancarlo, was hast du heute Morgen gedacht, als du von Maranello hierher gefahren bist und vor dem Haupttor angekommen bist?"
Giancarlo Fisichella: "Nun, jeder Tag seit der Bekanntgabe am vergangenen Donnerstag war fantastisch, als ich in die Fabrik gekommen bin und der Sitz angepasst wurde. Ich scheine jetzt auch viel populärer zu sein als in den 14 Jahren Formel 1 davor. Ferrari ist also etwas Wunderbares. Heute Morgen war ich so aufgeregt und nervös, als ich hierher gefahren bin. Es hat mir auch Spaß gemacht, hier auf der Autobahn gegen Robert zu fahren, den ich zufällig getroffen habe. Aber natürlich sind wir nicht ans Limit gegangen."

"Es ist einfach großartig und ich möchte mich bei Vijay Mallya bedanken, der mir ermöglicht hat, zu Ferrari zu gehen, bei Präsident Montezemolo, der sich persönlich für mich entschieden hat, bei Stefano Domenicali und bei meinem Manager Enrico Zanarini, der einen fantastischen Job gemacht hat. Für mich ist das ein wahr gewordener Traum. Es ist einfach fantastisch."

Frage: "Es ist eine bedeutsame Zeit für dich. Was hast du seit der Bekanntgabe in der Fabrik gemacht? Inwieweit hast du Dinge, die du in der Formel 1 seit so langer Zeit machst, neu lernen müssen?"
Fisichella: "Ich habe die meiste Zeit in Maranello verbracht, den Sitz anpassen lassen, hatte viele Meetings mit den Ingenieuren und Gespräche über das Programm, die Arbeit, die bei Ferrari geleistet wird. Aber ich war im Simulator. Ich bin täglich etwa zwei oder drei Stunden im Simulator gesessen. Es ist gut, vor allem um das neue Lenkrad kennenzulernen und den Umgang mit KERS sowie dem einstellbaren Frontflügel, was wir bei Force India nicht hatten. Damit konnte ich mich gut auf morgen vorbereiten."

Frage: "Wie haben deine Familie und deine Freunde auf diese unglaubliche Entwicklung in deiner Karriere reagiert?"
Fisichella: "Wie ich schon gesagt habe, ist es der Traum meines Lebens. Aber es ist vor allem auch der Traum meines Vaters und meiner ganzen Familie. Alle meine Freunde sind stolz darauf, was mit mir geschehen ist. Ich habe eine Menge SMS und Anrufe von meinen Freunden bekommen, das war einfach wunderbar. Sogar die Presse war fantastisch zu mir, deshalb kam ich mir ein paar Tage lang vor, als ob ich in einem Traum lebe. Aber es ist kein Traum, sondern eine Tatsache. Deshalb freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem Team. Als ich zu Ferrari kam, habe ich die fantastische Atmosphäre gespürt. Die Mechaniker sind so nett. Es ist großartig, einfach großartig."

Frage: "Musst du noch viel lernen oder hast du das Gefühl, alles im Griff zu haben?"
Fisichella: "Ich denke, dass ich es im Griff habe. Aber wenn man das Auto dann tatsächlich fährt, wird es sich natürlich ganz anders verhalten als der Force India und ich werde ein paar Runden brauchen, um mich daran zu gewöhnen."

Frage: "Die Downforce-Konfiguration des Ferrari hast du dir ja schon genau anschauen können, als du noch im Force India gefahren bist..."
Fisichella: "Ja, aber ich kann nicht viel über das Auto sagen, außer dass seine Farbe Rot ist! Es ist einfach wunderbar für mich, hier in Monza bei meinem Heimrennen mit einem neuen Team und in einem Ferrari anzutreten. Davon habe ich geträumt, seit ich jung war. Es ist einfach großartig. Ich denke, dass die Performance des Ferrari hier dank KERS und dem Aerodynamikpaket ganz gut sein wird. Ich selbst muss natürlich erst noch lernen, mit dem Auto zurechtzukommen. Ich werde den ganzen Morgen nutzen, um alles kennenzulernen. Aber ich bin sicher, dass ich mich im zweiten Freien Training schon ganz gut fühlen werde und dann auch konkurrenzfähig bin."

Frage: "Du hast erzählt, dass du im Simulator warst und dort mit KERS gefahren bist. Aber denkst du, dass es schwierig werden könnte, es im Auto zu benutzen?"
Fisichella: "Hoffentlich nicht. Natürlich wird es im Auto anders sein: Wenn du fährst, konzentrierst du dich darauf, nicht zu spät zu bremsen und dein Bestes zu geben. Aber es ist nicht so schwierig. Man muss nur einen Knopf drücken und am Kurvenausgang Vollgas geben. Zwar wird es am Anfang schwierig sein, damit umzugehen. Aber ich bin mir sicher, dass es nach 30 oder 40 Runden viel besser gehen wird."

Ziel: Punkte - Traum: Sieg

Frage: "Hast du dir für diese fünf Rennen ein Ziel gesetzt? Gibt es etwas, was du in den fünf Rennen mit Ferrari erreichen willst?"
Fisichella: "Nun, das Ziel ist natürlich, für Ferrari Platz drei in der Konstrukteurswertung zu holen. Deshalb muss ich zusammen mit Kimi Räikkönen viele Punkte sammeln. Ich will, falls möglich, in jedem Rennen punkten und es wäre natürlich auch schön, auf das Podium zu fahren. Aber wir werden sehen."

Frage: "Du ersetzt Luca Badoer, der ihm Ferrari eine sehr schwache Leistung gezeigt hat. Denkst du, dass es dir das Leben einfacher macht, weil du es ja nur besser machen kannst als er?"
Fisichella: "Nein, ich möchte einfach einen vernünftigen Job machen. Ich werde versuchen, in jedem Rennen Punkte zu holen, mein Bestes zu geben und viel näher an Kimi dran zu sein. Das ist alles, was ich tun muss."

Frage: "Es ist natürlich klar, dass du dich bescheiden gibst. Aber du bist ein Siegfahrer in einem siegfähigen Auto. Deshalb kann doch dein einziges Ziel für dieses Wochenende nur sein, zu gewinnen, oder?"
Fisichella: "Es ist natürlich mein Traum, am Sonntag auf Anhieb zu gewinnen. Aber es ist nicht so einfach, von einem Force India in eine Ferrari umzusteigen und auf Anhieb gut damit zurechtzukommen. Natürlich kann ich es schaffen, ich kann schnell sein, deshalb bin ich optimistisch. Aber wir müssen einen Schritt nach dem anderen gehen."

Frage: "Stefano Domenicali sagte, dass er kein Problem damit hätte, wenn du im nächsten Jahr neben deinem Job als Ferrari-Testfahrer für ein anderes Team Rennen bestreiten würdest. Hast du Interesse daran, für 2010 ein Rennteam zu finden?"
Fisichella: "Nun, zuallererst habe ich für nächstes Jahr einen Vertrag als dritter Fahrer bei Ferrari. Wenn sich eine gute Option bietet, um in einem anderen Team ein Renncockpit zu bekommen, wäre es gut. Aber natürlich werde ich die Saison zusammen mit Ferrari, Stefano und dem Team verbringen."

Frage: "Denkst du, dass Force India hier auch stark sein kann?"
Fisichella: "Ja. Ich denke, dass Force India hier schnell unterwegs sein wird, denn das Team warbisher auf jeder Strecke auf der Hauptgerade schnell und hier handelt es sich um einen Highspeed-Kurs. Sie haben einen starken Motor und wenig Luftwiderstand, sie sollten hier also gute Chancen haben."

Frage: "Wir haben noch fünf Rennen. Wer wird am Ende den Titel holen?"
Fisichella: "Also wenn man mich das nach sechs Rennen gefragt hätte, hätte ich nur einen Fahrer nennen können: Jenson, denn er war so stark und hatte einen großen Vorsprung auf Rubens und die anderen Jungs. Jetzt hat sich alles geändert. Jenson hat auf Rubens und die Red-Bull-Fahrer viele Punkte eingebüßt, deshalb ist noch alles offen und jeder der Vier keines werden."

Frage: "Du wirst mitbekommen haben, was derzeit die Situation mit Renault ist. Bist du überrascht, dass so etwas im Sport passieren kann oder überrascht dich in der Formel 1 gar nichts mehr?"
Fisichella: "Ich habe dazu nicht viel zu sagen. Denn noch läuft die Untersuchung und solange es da keine Ergebnisse gibt, möchte ich dazu nicht sagen."

Fotoquelle: xpb.cc

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