Sebastian Vettel würde sein Auto nie absichtlich in die Mauer setzen

Formel 1 2009

— 10.09.2009

Vettel zu "Crashgate": "So etwas wäre sehr dumm"

Sebastian Vettel hat eine klare Meinung zu absichtlichen Unfällen: "Viel Risiko für nichts" - Die Entscheidung trifft der Fahrer, egal wie viel Druck das Team macht

Das Thema, das das Fahrerlager in Monza derzeit beherrscht, ist die Affäre um Renault und die Vorgänge in Singapur. Auch Red-Bull-pilot Sebastian Vettel hat sich seine Gedanken dazu gemacht. Am Anfang sei ihm der Rennverlauf in Singapur 2008 nicht seltsam vorgekommen, "aber nach dem Rennen gab es ein paar Diskussionen und Gerüchte, dass sie das Auto mit Absicht die Mauer gesetzt haben. Aber diese Gerüchte sind auch sehr schnell wieder verstummt", berichtet er.

Solange die Untersuchung läuft und es keine Ergebnisse, kann auch Vettel nicht beurteilen, ob Nelson Piquet Jun. damals absichtlich in die Mauer gefahren ist oder ob es wirklich nur ein Unfall war. "Ich denke, dass nur er und die Leute um ihn herum wissen, was genau passiert ist", so Vettel.

"Ich denke aber, dass es sehr dumm wäre, so etwas zu machen", sagt Vettel über die theoretische Möglichkeit, dass es wirklich ein absichtliches Manöver gewesen ist: "Denn man riskiert sehr viel für nichts. Natürlich fahren fahren wir immer am Limit, manchmal geht es schief und manchmal hat man einen Crash. Aber wenn man es mit Absicht macht, dann weiß man, dass man sich selbst einem Risiko aussetzt - und auch ein Risiko für die anderen ist. Denn man kann nicht abschätzen, wie schwer der Unfall wird und was passieren wird. Von daher halte ich es nicht für besonders klug, so etwas zu tun."

Vettel selbst könnte sich jedenfalls nicht vorstellen, so etwas zu tun: "Es kostet viel Geld und der wichtigste Punkt ist: Warum sollte man sich, die anderen und die Zuschauer einem Risiko aussetzen?" Auch wenn das Team massiven Druck ausübt? Das wäre für Vettel kein Argument.

"Ich würde es auf keinen Fall tun, egal in welcher Situation ich bin", erklärt er bestimmt. "Selbst wenn man den Auftrag dazu bekommt oder man dir sagt, dass du so etwas machen sollst. Schließlich bist du derjenige, der auf sich aufpassen und Entscheidungen für sich selbst treffen muss. Du hast das Lenkrad in der Hand, also bist du derjenige, der entscheidet. Selbst wenn ich in einer schlechten Situation wäre oder viel Druck hätte, dann wäre das der schlechteste Weg und das Letzte, was ich tun würde."

Vettel lässt auch das Argument nicht gelten, dass man als junger Fahrer vielleicht mehr unter Druck steht. Denn jeder Sportler stehe unter Druck, egal ob er Auto fährt oder Fußball spielt: "Man muss immer Leistung bringen und wenn du weitermachen willst, dann musst du beweisen, dass du es auch verdient hast. Wenn man im Fußball ein Verteidiger ist und das Spiel 0:10 verliert, dann hat die Defensive offensichtlich keinen guten Job gemacht. Und wenn du keine Leistung bringst, dann fliegst du raus. Genauso ist es im Rennsport. Wenn du nicht beweist, dass du es verdienst, dabei zu sein, dann wird es schwierig."

Der Red-Bull-Pilot ist ohnehin davon überzeugt, dass man als Rennfahrer schon in jungen Jahren lernt, mit Druck umzugehen: "Es kostet viel Geld, in den unteren Serien anzutreten. Wenn da die Leistung nicht stimmt, findet man keine Sponsoren. Und dann hat man auch kein Geld, um das Team zu bezahlen und hat somit nicht einmal ein Auto. Also kann man sein Können auch gar nicht weiter beweisen."

"Ich denke, dass Druck immer da ist, ich sehe aber nicht, dass er in der Formel 1 größer ist als in der Formel 3", so Vettel. "Du weißt immer: Wenn du keine Leistung zeigst, kann es das schon gewesen sein. Damit muss man schon recht früh zurechtkommen. Irgendwann wird es zur Normalität und man versucht einfach, sein Bestes zu geben. Mehr kann man nicht tun."

Fotoquelle: xpb.cc

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