Max Mosley schließt einen Ausschluss aus der Weltmeisterschaft nicht aus

Formel 1 2009

— 11.09.2009

Mosley: Piquet hat nichts zu befürchten

Für Nelson Piquet jun. gilt im Manipulationsfall Kronzeugenschutz - Ergebnis der Weltmeisterschaft 2008 kann nicht mehr verändert werden

Nelson Piquet jun. hat mit seinen Behauptungen die "Crashgate"-Affäre um das Renault-Team überhaupt erst ins Rollen gebracht. Da er in diese "Verschwörung" auch selbst verwickelt war, sollte sie tatsächlich nachgewiesen werden, hätte auch ihm selbst eine gravierende Strafe gedroht. Dem ist jedoch nicht so.

"Wir haben ihm Straffreiheit zugesichert, wenn er auspackt", wird FIA-Präsident Max Mosley von 'auto motor und sport' zitiert. Eine solche Kronzeugenregelung mag ungewöhnlich erscheinen, kommt aber keineswegs zum ersten Mal zur Anwendung. 2007, als Fernando Alonso McLaren-Mercedes in der Spionageaffäre "verpetzt" hat, verhielt sich die FIA genauso: "Das Gleiche haben wir vor zwei Jahren mit Alonso im Spionagefall getan", bestätigt Mosley.

Der Brite nimmt aber trotz der an und für sich erdrückenden Beweislast davon Abstand, Renault schon als schuldig zu betrachten: "Solange es keinen eindeutigen Beweis ihrer Schuld gibt, sind sie unschuldig", sagt der gelernte Jurist Mosley, fügt aber an: "Das Schlimme bei McLaren war, dass sie nicht die Wahrheit gesagt haben. Rein auf die Sache bezogen ist das, was Renault vorgeworfen wird, vielleicht sogar schlimmer."

McLaren-Mercedes wurde in der Spionageaffäre mit einer Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar belegt. Das sei damals sogar eine sehr milde Strafe gewesen, findet Mosley immer noch. Heute sagt er: "Im Fall von Renault ist jede Strafe denkbar, bis hin zum Ausschluss von der WM", hält aber fest: "Der Ball liegt jetzt bei Renault. Wenn sie nachweisen können, dass an den Vorwürfen nichts dran ist, wird es mit einem Freispruch enden."

Renault habe um einen Aufschub für die Einsendung der eigenen Darstellung gebeten, die FIA habe diesen Aufschub gewährt: "Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Das sollten wir respektieren", möchte Mosley erst abwarten, bis alle Fakten auf dem Tisch liegen. Selbst die eindeutigen Telemetriedaten müsse man mit Vorsicht genießen: "Vielleicht präsentiert Renault in ihrer Verteidigung 13 ähnlich gelagerte Fälle, wo der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hat."

Eines steht aber unabhängig vom Ausgang der Verhandlung am 21. September jetzt schon fest: "Das Sportgesetz erlaubt es uns nicht, das Ergebnis des Rennens zu ändern. Es gibt einen Paragrafen, der besagt, dass eine Weltmeisterschaft mit dem 30. November beendet ist. Nachträgliche Korrekturen sind dann selbst bei einer nachgewiesenen Manipulation nicht mehr möglich", beendet Mosley alle Spekulationen, wonach Nico Rosberg nachträglich zum Sieger erklärt werden könnte.

Fotoquelle: xpb.cc

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