Force India bleibt weiter stark: Adrian Sutil fuhr zum Auftakt in Monza Bestzeit

Formel 1 2009

— 11.09.2009

Verrücktes Monza: Sutil Tagesschnellster!

Während keiner der vier WM-Anwärter besser als 14. war (!), sicherte sich Adrian Sutil die Bestzeit im zweiten Freien Training vor Romain Grosjean

Auf Vorhersagen lässt sich in der Formel 1 ohnehin schon seit Wochen niemand mehr ein, doch bei jedem Grand Prix scheint es noch mal ein I-Tüpfelchen obendrauf zu geben. Heute in Monza spielten die vier WM-Anwärter der bisherigen Topteams überhaupt keine Rolle, während die Kleinen einen weiteren "Zwergenaufstand" probten.

Die Bestzeit ging am Ende an Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/28 Runden), der den Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park in 1:23.924 Minuten meisterte und damit sogar um zwölf Tausendstelsekunden schneller war als Lewis Hamilton (11./McLaren-Mercedes/+ 0,978/32 Runden) am Vormittag. Dabei hatte Sutil mit 341 km/h nur den zweitbesten Topspeed - Mark Webber (14./Red-Bull-Renault/+ 1,055/25 Runden) war auf den Geraden noch um ein km/h schneller.

WM-Favoriten nicht im Spitzenfeld

Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Webbers Red-Bull-Renault-Team ebenso farblos blieb wie das in der Weltmeisterschaft führende Brawn-Mercedes-Duo: Rubens Barrichello (+ 1,216/35 Runden) wurde 16., Jenson Button (+ 1,500/32 Runden) 19. - und irgendwo dazwischen: Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 1,462/27 Runden), der es mit der Schonung des Motors am Nachmittag nicht mehr so genau nahm, aber trotzdem keinen Speed fand.

Die Zeiten sollten allerdings mit Vorsicht genossen werden: "Die Platzierungen vom Freitag müssen nicht die vom Samstag sein", erklärt Mercedes-Sportchef Norbert Haug, denn "den Vierten trennt heute eine Sekunde vom 20.". Er gehe daher davon aus, dass Sutil nicht gleich viel Benzin an Bord hatte wie Hamilton: "Ich denke nicht, dass er die gleiche Spritladung hat wie Lewis", so Haug, der festhält, dass KERS selbst in Monza "kein Allheilmittel" ist.

Unterdessen kann Sutil mit seiner Leistung mehr als zufrieden sein, denn obwohl ihm der zweitplatzierte Romain Grosjean (+ 0,239/31 Runden) dank Renault-KERS im ersten Sektor zwei Zehntelsekunden abnahm, konnte er auf die Bestzeit des Franzosen kontern und in den letzten Minuten wieder die Führung übernehmen. Begonnen hatte die Session schlechter, als er eine halbe Stunde lang wegen technischer Probleme zuschauen musste.

Sutil wittert eine Sensation

"Wir mussten viel am Auto rumtüfteln und haben viele Sachen verändert. Letztendlich sind wir bei einem sehr guten Setup angekommen. Ich bin mit dem Auto sehr zufrieden", bilanzierte der Überraschungsmann, der nun Großes vorhat: "Es ist unglaublich: Man steigt ins Auto, ist vorne dabei - die Performance ist gestiegen. Darauf habe ich lange gewartet, jetzt habe ich die Chance. Die ersten Fünf können wir schon anstreben."

Neben Sutil war auch Grosjean eine Riesenüberraschung - vor allem wegen seiner 0,134 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Fernando Alonso (3./35 Runden). Auf den weiteren Positionen folgten Heikki Kovalainen (McLaren-Mercedes/+ 0,558/41 Runden), Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 0,698/40 Runden) und Timo Glock (Toyota/+ 0,710/36 Runden). Letzterer sah dank weniger Benzin im Toyota deutlich besser aus als am Vormittag.

Die von den Tifosi erhoffte Ferrari-Bestzeit blieb zum Auftakt im italienischen Autodromo aus: Kimi Räikkönen (8./+ 0,872/39 Runden) landete immerhin in den Top 10, Neuzugang Giancarlo Fisichella (+ 1,619/36 Runden) wurde jedoch 20. und Letzter. "Fisico" kann mit seinem Einstand dennoch einigermaßen zufrieden sein, denn er ist am Rest des Feldes dran und kann morgen mit einer weiteren Steigerung auch positionsmäßig einen großen Sprung machen.

Ausritt von Nakajima in Parabolica

Für die spektakulärste Szene eines ansonsten wenig aufregenden Nachmittags sorgte Kazuki Nakajima (9./Williams-Toyota/+ 0,875/36 Runden), als er gegen Halbzeit in der Parabolica von der Strecke abkam, sein Auto aber dank toller Fahrzeugbeherrschung wieder auf die Strecke zurücklenken konnte. Nakajima war übrigens auch schneller als sein Teamkollege Nico Rosberg (17./+ 1,291/38 Runden).

Zwei interessante Fakten sollten ebenfalls erwähnt werden: Wie schon zuletzt in Spa-Francorchamps scheint der Unterschied zwischen den beiden Reifenmischungen auf eine Runde nicht allzu groß zu sein - und in Sachen Topspeed schenken sich die Teams auch nicht viel, denn die schnellsten sechs Autos lagen innerhalb von gerade mal zwei km/h! Das bedeutet, dass KERS am Sonntag den entscheidenden Unterschied ausmachen könnte, wenn es um das Überholen geht.

Grundsätzlich sollten die Freitagszeiten wie immer nicht überbewertet werden. Für die Sutil-Bestzeit gilt aber ein Satz unseres Experten Marc Surer: "Ganz egal mit welchen Reifen oder wie viel Sprit, aber man muss die Zeit auch erstmal fahren!" Außerdem stimmt die Sutil-Fans optimistisch, dass er schon vor dem Training selbstbewusst ausgesagt hat, er wäre an Fisichellas Stelle nicht zu Ferrari gewechselt, denn: "Wir haben im Moment das bessere Auto!"

Fotoquelle: xpb.cc

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