Adrian Sutil zählt nach zwei Bestzeiten in drei Trainings zu den Topfavoriten

Formel 1 2009

— 12.09.2009

Drittes Training: Sutil führt Mercedes-Armada an

Alle sechs Mercedes-Motoren landeten im dritten Freien Training in Monza unter den besten Sieben - Bestzeit für Adrian Sutil, Crash von Giancarlo Fisichella

Alle Experten sind sich darüber einig, dass die Motoren in der Formel 1 heutzutage nicht mehr das entscheidende Leistungsmerkmal sind, aber Fakt ist: Ausgerechnet auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza geben die drei Mercedes-Teams bisher den Ton an. Im dritten Freien Training war wieder Adrian Sutil am schnellsten.

Der Force-India-Überraschungsmann drehte in der abschließenden 60-Minuten-Session vor dem Qualifying 21 Runden und fuhr eine Bestzeit von 1:23.336 Minuten. Sutil lag über weite Strecken in Führung, musste diese dann im turbulenten Finish kurzzeitig an Jenson Button (2./Brawn-Mercedes/+ 0,068/21 Runden) abgeben, konnte aber am Ende doch noch einmal zurückschlagen. Auch der beste Topspeed ging mit vier km/h (!) Vorsprung auf alle anderen an Force India!

Der Stern strahlt im sonnigen Monza

Innerhalb von nur einer halben Sekunde hinter Sutil landeten alle weiteren fünf Mercedes-Autos unter den besten Sieben - bis hin zu Force-India-Neuzugang Vitantonio Liuzzi (21 Runden), der seine Aufgabe bisher hervorragend meistert und deutlich besser zurechtzukommen scheint als sein zu Ferrari gewechselter Vorgänger Giancarlo Fisichella (20./+ 2,615/10 Runden). Denn so paradox es klingen mag: Force India ist Ferrari derzeit haushoch überlegen.

Fisichella hat den für ihn neuen F60 noch nicht hundertprozentig im Griff: "Ich habe Probleme damit, alle Knöpfe am Lenkrad zu bedienen. So viele hatte ich bei Force India nicht", gestand er nach seinem Crash 35 Minuten vor dem Ende der Session. Der Lokalmatador war in der Parabolica mit einem stehenden Rad von der Strecke abgekommen und hatte sich beim Einschlag die Front und die linke Vorderradaufhängung beschädigt. Erstes Urteil von Ferrari: Fahrfehler.

Nach einem roten Sieg im Ferrari-Land sieht es derzeit nicht aus, denn auch Kimi Räikkönen (+ 0,966/20 Runden) konnte als Zwölfter bei weitem nicht mit der Spitze mithalten. Andererseits kann im Qualifying noch viel passieren, wenn die unterschiedlichen Benzinmengen angeglichen werden, denn die schnellsten 16 Autos des dritten Freien Trainings lagen wieder innerhalb von gerade mal 1,285 Sekunden. Erst dahinter klaffte eine größere Lücke.

Red Bull verleiht keine Flügel

Langsamer als Nico Rosberg (16./Williams-Toyota/21 Runden) waren nämlich nur der verunfallte Fisichella, Rookie Jaime Alguersuari (19./Toro-Rosso-Ferrari/+ 2,455/10 Runden) - und die beiden Red-Bull-Renaults! Sebastian Vettel (18./+ 1,908) drehte zwar 16 Runden, verlor aber in allen drei Sektoren viel Zeit und darf derzeit nicht einmal von einer Wiederholung seines Vorjahressieges träumen. Fast zwei Sekunden Rückstand sind durch Benzinmengen nicht mehr zu erklären.

Bestens gelaunt ist dagegen das Brawn-Mercedes-Lager, denn Button und Rubens Barrichello (4./+ 0,239/20 Runden) scheinen erstmals seit langem wieder mit beiden Reifenmischungen zurechtzukommen. Paradox: Diesmal haben viele andere Teams Schwierigkeiten damit, die Bridgestone-Pneus auf Temperatur zu bekommen, wie die Fans veranschaulicht bekamen, als einige Piloten immer wieder Schlangenlinien einlegten.

BMW sprengt die Mercedes-Armada

Einziger "Brecher" der Mercedes-Armada an der Spitze war übrigens Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 0,154/18 Runden) als Dritter. Der Deutsche hatte sich gestern noch skeptisch gezeigt, konnte aber bisher konstant gute Zeiten fahren und darf sich daher berechtigte Hoffnungen auf den Top-10-Einzug machen. Seinen Teamkollegen Robert Kubica (10./+ 0,660/18 Runden) hatte er bisher an diesem Wochenende sicher im Griff.

Solide auch die Performance des Renault-Teams, wenngleich Romain Grosjean (11./+ 0,861/15 Runden) heute nicht durch eine sensationelle Platzierung, sondern durch seinen jugendlichen Übermut auffiel: Eine Viertelstunde vor Schluss musste er erst die Variante della Roggia abkürzen und den dortigen Höckern ausweichen, knapp eine halbe Fahrminute später war er in der Ascari-Schikane neben der Strecke im Kies. Passiert ist dabei nichts.

Für das Qualifying am Nachmittag ist noch alles drin - besonders für Sutil, der drauf und dran ist, genau wie zuletzt Fisichella in Spa-Francorchamps für eine faustdicke Überraschung zu sorgen. Auch Heidfeld ist aus deutscher Sicht ein gutes Ergebnis zuzutrauen. Die vielen Italiener, die zur Entscheidung um die Startplätze erwartet werden, werden aber vor allem ihrem neu ins Herz geschlossenen "Fisico" die Daumen...

Fotoquelle: Force India

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