Die Piquets müssen sich derzeit heftige Kritik von Flavio Briatore anhören

Formel 1 2009

— 12.09.2009

Briatore vs. Piquet: Jetzt wird's persönlich!

Renault-Teamchef Flavio Briatore attackiert Nelson Piquet sen. schwer und erklärt, warum er eine Freundschaft von Nelson Piquet jun. zerstört hat

Wenn in einer Affäre wie "Crashgate" zwei temperamentvolle Charaktere wie Flavio Briatore und Nelson Piquet sen. aufeinanderprallen, dann ist meistens zu erahnen, dass die Auseinandersetzung früher oder später persönlich wird. Jetzt, wo die Anschuldigungen der Piquets im Manipulationsfall Singapur 2008 und die Gegenklage von Renault wegen versuchter Erpressung und Verleumdung heraußen sind, scheint dieser Krieg der Worte loszugehen.

Piquet sen., 1990 und 1991 übrigens Benetton-Pilot unter Teamchef Briatore, war schon zu aktiven Zeiten als Zeitgenosse bekannt, der seine Emotionen nicht immer im Griff hat. 1982 ging er nach einer Kollision in Hockenheim Eliseo Salazar handgreiflich an die Gurgel - und längst legendär ist jenes Interview, in dem er seinen ungeliebten Landsmann Ayrton Senna als "schwul" und die Frau seines damaligen Teamkollegen Nigel Mansell als "hässlich" bezeichnete.

Vorwurf der versuchten Erpressung

"Wir kennen Nelsons Geschichte. Er hat schon immer alle überrannt", schimpft Briatore, selbst kein Kind von Traurigkeit. "Nelson ist ja schon für mich gefahren. Er erpresst. Das hat er diesmal wieder gebracht." Die Aufzeichnung des umstrittenen Interviews mit dem Renault-Teamchef liegt 'Motorsport-Total.com' ebenso vor wie ein Brief, den er Piquet sen. bereits am 28. Juli geschrieben hat. Darin beschuldigte er seinen Ex-Fahrer und dessen Sohn erstmals der versuchten Erpressung.

"Es ist sehr schwierig für Renault, von Nelsinho und von Piquet sen. so runtergezogen zu werden, aber andererseits kennen wir alle Piquet sen. Er hat schon immer alle verunglimpft - angefangen bei Senna über Mansells Ehefrau bis hin zu vielen weiteren. Piquet sen. hat das schon immer gemacht", hält sich Briatore mit seiner Kritik nicht zurück. "Ich kenne ihn gut, weil er für uns gefahren ist. Ich kenne den Senior besser als den Junior."

Piquet jun., der sich während seiner Renault-Zeit in einem "fragilen Geisteszustand" befunden habe, wie aus mehreren Dokumenten hervorgeht, habe ihm aber noch ganz andere Dinge vorgeworfen: "Er hat mich schwer beschuldigt, dass ich die Beziehung zu einem Freund von ihm auseinander gebracht habe", behauptet Briatore. "Ich will nicht ungerecht beschuldigt werden, daher möchte ich erwähnen, dass mich sein Vater ausdrücklich darum gebeten hat."

Unter Briatores Obhut

"Nelsinho lebte mit einem Gentleman zusammen - der Charakter ihrer Beziehung ist unbekannt", so der 59-jährige Italiener. "Sein Vater war über diese Beziehung zu einem 50-jährigen Mann sehr besorgt. Sie lebten zusammen und sein Vater bat mich darum einzuschreiten. Ich sorgte dafür, dass dieser Mann nicht mehr zu den Rennen kam, und ich überredete Nelsinho zum Umzug von Oxford in ein Gebäude in London, in dem ich auch lebe, damit ich ihn unter Kontrolle halten konnte."

"Sein Vater hat mich darum gebeten - und jetzt beschuldigt mich Nelsinho, dass ich ihm seine Freunde weggenommen habe. Ich weiß nicht, welche Freunde das sind, aber er gibt mir die Schuld daran", fügt Briatore an. Angesichts dieser persönlichen Untergriffe darf man schon darauf gespannt sein, ob und wie die Piquets reagieren werden. Dass Piquet sen. nicht auf den Mund gefallen ist, wissen wir ja schon lange...

Fotoquelle: Renault

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